Ihr habt uns eure Prüfungen geschickt – Zeit für eine Besprechung
Vor ein paar Wochen haben wir unsere Redaktorin Helen sowie ein paar andere Mitarbeitende der Redaktion mit einer Schweizerdeutschprüfung überrascht:
Leider konnte ich diese aber nicht in unser Quiztool packen. (Auch wenn mir das einige nicht geglaubt haben und denken, dass ich einfach faul bin (was auch stimmt), aber es geht im Fall wirklich nicht!)
Es kam darum das Angebot, dass ihr uns die Prüfungen schriftlich zusendet, ganz analog, mühsam und langsam. Trotzdem haben sich einige von euch aufgerafft und uns tatsächlich Post geschickt.
Hier darum eine Prüfungsbesprechung und eure besten Antworten:
Hurra!
Die gute Nachricht vorweg, ihr habt alle bestanden!
Der Notenschnitt liegt sogar bei einer 5.8, bravo!
Ich kann nicht garantieren, dass ich alles schön und fair korrigiert habe, und überhaupt waren die Aufgaben punktemässig nicht ideal gewichtet und hatten zum Teil Fehler meinerseits. Falls ihr also mit eurer Note unzufrieden sein solltet, könnt ihr gerne Rekurs einlegen. Diesen aber diesmal wirklich nur per Brieftaube und bei Vollmond, sorry.
So, und jetzt die Aufgaben der Reihe nach.
1 – Übersetze ins Schweizerdeutsch
Diese Aufgabe habt ihr alle problemlos gemeistert. Die Übersetzung von «ein Eis zum Nachtisch verputzt» fiel dabei besonders vielfältig aus und das «Glace» wurde wechselweise:
- vertruckt
- gässe
- vertromet
- gschnouset
- verschlunge
- schnabuliert
- gschläggt
2 – Übersetze ins Hochdeutsche
Hier war vor allem die Übersetzung von «bünzlig» spannend, ihr habt folgende gewählt:
- kleinkariert
- spiessig
- bieder
- kleinlich
- konservativ
3 – «Schaukel» auf Schweizerdeutsch
Frage 3 war wohl die kniffligste Frage und eine, die ich selbst etwas vermasselt habe. Hier, wie auch bei Aufgabe 7, habe ich nämlich nicht klar geschrieben, dass mehrere Antworten möglich sind, und fälschlicherweise «Wort» statt «Wörter» geschrieben. Entschuldigung dafür.
Von allfällig abweichenden Schreibweisen abgesehen, behaupte ich, dass folgende Wörter richtig sind:
«Seilwippli», «Rittirätti» und «Schwingsitzli» habe ich erfunden, die anderen zwei bedeuten entweder etwas anderes oder sind nicht Schweizerdeutsch, sondern Bairisch.
Doch beim Korrigieren war ich plötzlich unsicher, ob «Ritzgi» nun echt ist oder vielleicht doch auch von mir erfunden. Im Netz fand ich plötzlich keinen Hinweis mehr auf «Ritzgi».
Sogar der verzweifelte Versuch, mir einfach von der KI-Übersicht irgendeine Rechtfertigung herbeizuhalluzinieren, scheiterte kläglich.
Aber im Gegensatz zur nutzlosen KI habe ich dann den wunderbaren Post «Wie seisch du anere "Schaukel" i dim Dialäkt?» in der Facebook-Gruppe «Schwiizerdütsch» vom 30. September 2013 gefunden. Dort schreibt Userin Nina Folgendes:
Ich bin zwar nicht sicher, ob ich meinen ganzen Ruf auf Nina aus «Solorüthurn» legen möchte, aber trotzdem vertraue ich ihr mehr als der KI.
4–9
Aufgaben 4–9 wurden alle souverän gemeistert. Bravo.
10 – «Fägnäscht»
Frage 10 wurde oft falsch beantwortet. Korrekt wäre das erste Bild. Ein «Fägnäscht» bezeichnet eine eher hyperaktive Person, insbesondere ein zappeliges, unruhiges Kind. Eine Einsendung kommentierte aber richtig, dass das dritte Bild wohl das Resultat von einem «Fägnäscht» sei.
11–12
Auch hier gab es wenig Probleme.
Dieses Bild wurde am häufigsten als «Söiblueme» beschriftet, dicht gefolgt von «Chrottepösche», danach «Weifäcke» und «Löwezah».
Beim Marienkäfer wurden die Bezeichnungen «Mariechäferli», «Himugüegeli», «Glückschäfer», «Liebgottchäfer» und «Jesuschäfer» verwendet.
13 – Verwende die Wörter in einem Satz
Auch hier wurden fast alle Wörter korrekt verwendet. Ein paar besonders schöne Sätzli von euch:
14 – Zeichnen
Kommen wir zum Schluss noch auf das, worauf ich mich am meisten gefreut habe: eure Zeichnungen. Ich wurde definitiv nicht enttäuscht.
Zeichenaufgabe 1
Zeichne folgenden Satz: «Sone Löu wo grad sis Surrbeinli amne Brünneli agschlage hett» – Übersetzung: ein Trottel, der sich gerade sein Narrenbein an einem Waschbecken gestossen hat.
Zeichenaufgabe 2:
Zeichne folgenden Satz: «E Güggu wone flättere kassiert und ganz vil Rundummeli überem Grind hett» – Übersetzung: Ein Hahn, der eine Ohrfeige kassiert und ganz viele kleine Kreise über dem Kopf hat. Zudem habe ich gelernt, dass «Güggu» auch eine Bezeichnung für Männer mit ausgeprägtem Balzverhalten sein kann.
Auch hier wurde fleissig und schön gezeichnet. Aus Platzgründen hier diesmal als Collage:
Zeichenaufgabe 3:
Zeichne folgenden Satz: «Öpper wo im Schärme steit und uf sis Natel schpienzlet.» – Übersetzung: Jemand, der im Trockenen steht und einen Blick auf sein Handy erhascht (oder so ähnlich).
Eure Zeichnungen:
Fazit:
Schweizerdeutsch ist lustig.
Vielen Dank nochmal für eure Einsendungen!

