Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

watson am Afrika-Cup

Und dann macht er einfach einen U-Turn! Auf! Der! Autobahn!

Etwas vom Eindrücklichsten in Äquatorialguinea sind die Strassen. Die vier Spielorte des Afrika-Cups sind hervorragend erschlossen und man fährt auf neuen Strassen quer durch den Dschungel – praktisch ohne Gegenverkehr.



REto Fehr, Äquatorialguinea

Selten habe ich so hervorragende Strassen gesehen, wie hier in Äquatorialguinea. Der Aufwand und die Zerstörung des Dschungels stehen allerdings in keinem Verhältnis. Dass dermassen geklotzt wird, hängt nicht mit dem Afrika-Cup zusammen. Dafür war die Vorbereitungszeit zu kurz. Es wird sowieso gebaut: Da wird beispielsweise Mongomo ganz im Osten des Landes mit einer gewaltigen Autobahn quer durch das Niemandsland mit Bata an der Küste verbunden. 

Gut zwei Stunden dauert die Fahrt. Erst bin ich in einem Taxi unterwegs. Alles ist ausgeschildert, Autobahnbrücken kreuzen hin und wieder unseren Weg. Wir besuchen mit Oyala eine gewaltige Baustelle mitten im Dschungel. 

CAN 2015

Autobahn von Mongomo Richtung Bata. Bild: watson

Die falsche Autobahn-Auffahrt hoch und dann ... umgedreht!

Als wir danach wieder auf die Autobahn zurückkehren, passiert es: Mein Fahrer Antonio nimmt die Auffahrt in die falsche Richtung. Als ich ihn darauf aufmerksam mache, verlangsamt er erst sein Tempo und stoppt dann nach rund 50 Metern – auf der Autobahn und nicht auf dem Pannenstreifen. Er schaut sich kurz um und meint: «Du hast recht.» 

watson am Afrika-Cup

watson-Sportchef Reto Fehr reist an den Afrika-Cup in Äquatorialguinea und berichtet ab dem 16. Januar regelmässig von seinen Erfahrungen – vorausgesetzt die Internetverbindung funktioniert und er erhält das versprochene Visum tatsächlich. Das kleine Land im Nacken Afrikas gilt als eines der touristisch wenigsten entwickelten und am schwierigsten zu bereisenden der Welt.

Durch Ölreichtum sind die Preise im Land unvorstellbar horrend. 2004 wies die Nation zwar die höchste Wirtschafts-Wachstumsrate (30%) aus und auf dem Papier wäre Äquatorialguinea gemessen am Pro-Kopf-Einkommen eines der reichsten Länder. In der Realität hat die Hälfte der Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem, fliessenden Wasser und 20 Prozent der Kinder sterben vor dem 5. Lebensjahr. In der Korruptionsliste belegt die ehemalige, spanische Kolonie regelmässig hinterste Plätze und Präsident Teodoro Obiang – das am längsten im Amt stehende, nicht royale Amtsoberhaupt der Welt – kontrolliert seine «demokratische Nation» mit viel Militärpräsenz praktisch als Diktatur. 

Das Problem ist, dass die nächste Ausfahrt erst mehrere Kilometer entfernt kommen dürfte. Darum sagt Antonio kurzentschlossen: «Wir drehen um!» Ich lache erst. Doch er macht tatsächlich einen U-Turn auf der Autobahn, muss zweimal ansetzen, aber es klappt schliesslich und wir nehmen die Auffahrt wieder als Abfahrt!

CAN 2015

Was stört uns schon das Verbotsschild. Hier fahren wir wieder runter. Bild: watson

Eigentlich bin ich völlig fassungslos. Ein U-Turn auf der Autobahn?! Das hätte ich niemandem zugetraut. An unserer Stelle ist das ganze allerdings halb so wild. Denn der Verkehr im Herzen Äquatorialguineas sieht so aus:

abspielen

Fahrt auf der Autobahn Richtung Bata. Video: watson

Oder auch so: 

abspielen

Fahrt auf der Autobahn Richtung Bata. Video: Youtube

Weit und breit kein Verkehr

Es hat auf dieser Autobahn schlicht weit und breit keine anderen Verkehrsteilnehmer. Wir überholen auf unser insgesamt rund 90-minütigen Fahrt nicht ein anderes Auto und werden von niemandem überholt. Auf der Gegenfahrbahn kommen uns insgesamt fünf Wagen entgegen. So einsam habe ich mich selten gefühlt.

CAN 2015

Hier war vor Kurzem noch dichter Urwald, bald führt hier die neue Autobahn durch. Bild: watson

Aber Präsident Teodoro Obiang lässt trotz dem völlig überdimensionalem Autobahnnetz nicht ab. Er verbindet die Städtchen seines Landes munter weiter und baut Strassen aus, wo es gar nicht mehr nötig wäre. So existiert auf der Insel Bioko von Malabo ins 45 Minuten entfernte Luba eine schöne, grosse Hauptstrasse. Das reicht völlig aus, um den kleinen Ort mit der Hauptstadt zu verbinden. Doch aktuell werden wieder Schneisen in den Urwald geschlagen. Bald soll eine neue vierspurige Autobahn eröffnet werden. Dabei beschränkt sich der Verkehr auf ein Minimum.

Christina Mikkelsen, Freundin von Äquatorialguineas Präsidentensohn Teodorin Obiang

Das könnte dich auch interessieren:

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

Link zum Artikel

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

Link zum Artikel

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

16
Link zum Artikel

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

114
Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

76
Link zum Artikel

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

120
Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

148
Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

130
Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

105
Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

376
Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

61
Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

144
Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

148
Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

67
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

16
Link zum Artikel

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

114
Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

76
Link zum Artikel

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

120
Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

148
Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

130
Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

105
Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

376
Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

61
Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

144
Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

148
Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

67
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

Themen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

15 Bodyguards sind nötig, damit Roger Federer in Schanghai sicher ins Training kommt

Berührungsängste? Kennen die chinesischen Tennis-Fans nicht. Anders als in der Schweiz, wo sich Roger Federer dank der zurückhaltenden Art seiner einheimischen Anhänger ziemlich frei bewegen kann, wird der Liebling der Massen in Schanghai sofort von allen Seiten belagert, wenn er sich in die Öffentlichkeit wagt.

Zum Spiessrutenlauf wird da der Marsch übers Gelände zum Training rund ums Qi-Zhong-Stadion. Rund 15 Bodyguards sind nötig, um die euphorisierten Fans von Federer fernzuhalten. Rund …

Artikel lesen
Link zum Artikel