Lustrinelli hofft nach Bayern-Debakel auf Lerneffekt: «Freue mich auf die Pause»
Nur ein Punkt aus den ersten vier Runden für den Elften der letzten Saison – so hat sich Thuns Meistertrainer Mauro Lustrinelli den Start bei seinem neuen Klub natürlich nicht vorgestellt. Doch der Tessiner versprüht weiter Zuversicht und sieht die dreiwöchige Länderspielpause als Chance. «Es ist sehr wichtig, jetzt den Kopf freizulassen, dass die Spieler einige Tage für sich haben und wieder die Energie und Batterie laden. Dann kommen wir zurück und es geht weiter im Leben», sagte Lustrinelli am Freitag nach der 0:7-Demütigung bei Bayern München. «Ich freue mich auf die Pause.»
In der Münchner Allianz Arena waren die Eisernen – anders als in vergangenen Jahren – kein unangenehmer Kontrahent, sondern harmloser Sparringspartner für den deutschen Rekordmeister. Unter Lustrinelli wollen die Berliner einen neuen Weg gehen, doch der Erfolg lässt auf sich warten. Nach dem Aufstieg mit dem FC Thun und dem anschliessend sensationelle herausgespielten Meistertitel sucht der 50-Jährige mit Union noch nach Stabilität.
Wie ein Kind, das Velofahren lernt
«Ich habe schon vor ein paar Tagen gesagt, ich habe diese Metapher, dass das kleine Kind Velofahren lernt», beschrieb Lustrinelli den von ihm eingeleiteten Entwicklungsprozess in Berlin. «Im Moment ist es immer am Boden. Es muss einfach aufstehen und wieder nach vorne. Das ist das Einzige, was wir im Leben haben. Grosse Resilienz, Arbeit, das ist die tägliche Arbeit – und das mit Vertrauen.»
Der Münchner Offensivwucht mit Sturmtank Harry Kane, der im 98. Bundesliga-Einsatz die Marke von 100 Toren knackte, und dem herausragenden Hattrick-Torschützen Michael Olise hatten die Berliner nichts entgegenzusetzen.
«Es ist schwierig, aber trotzdem musst du positiv bleiben», sagte Captain Christopher Trimmel. «Irgendwie habe ich das Gefühl, dass es in der Saison von Beginn weg richtig zur Sache geht. Jeder sammelt sofort Punkte, und wir müssen auch damit beginnen», mahnte der Routinier.
«Wir sind noch nicht gefestigt»
Der 39-Jährige wies darauf hin, dass die Münchner auch gegen gefestigte Mannschaften wie den norwegischen Klub Bodö/Glimt in der Champions League oder den VfB Stuttgart in der Liga jeweils fünf Tore erzielt hätten. «Wir sind noch nicht gefestigt, das muss man so ehrlich sagen. Wir sind noch in der Findungsphase», sagte Trimmel. In München sei man in dieser Verfassung chancenlos.
Nach der Länderspielpause steht für die noch sieglosen Berliner gegen einen der Aufsteiger ein richtungsweisendes Spiel gegen einen unbequemen Gegner an. «Jetzt versuchen wir gegen Elversberg eine breite Brust zu haben», sagte U21-Nationalspieler Tom Rothe. «Ich glaube trotzdem, dass wir auf einem guten Weg sind.» (abu/sda/dpa)
