Bei Nati-Juwel Manzambi geraten sogar Thomas Müller und Mats Hummels ins Schwärmen
«Den sollte auch Bayern München mal genauer anschauen», sagt Thomas Müller. «Oder der BVB», fügt Dortmund-Legende Mats Hummels an und sorgt damit für Lacher.
Die beiden deutschen Weltmeister, die während der WM als Experten beim deutschen Fernsehsender Magenta TV im Einsatz sind, sprechen dabei über den Schweizer Johan Manzambi, der am Donnerstagabend beim 4:1-Sieg gegen Bosnien-Herzegowina nach seiner Einwechslung mit zwei Toren und einigen weiteren guten Aktionen brilliert hat.
Dass Müller über Hummels' Bemerkung nur lachen kann, zeigt schon, in welcher Kategorie er das 20-jährige Nati-Juwel sieht. Borussia Dortmund – ein Stammgast in der Champions League und Zweiter der Bundesliga – ist in Müllers Augen für Manzambi, der mit mehreren internationalen Topklubs in Verbindung gebracht wird, wohl fast schon eine Schublade zu niedrig.
Müller und Hummels hätten ihn schon länger auf der Liste, erklären sie. Im Managerspiel «Kickbase» hätten sie sich oft um Johan Manzambi gestritten. «In der ersten Saisonhälfte hatte ich ihn in meinen Reihen, da hat er gut für mich gepunktet. Dann hat Mats ihn mir aber weggeschnappt», so Müller, der dann regelrecht ins Schwärmen gerät: «Man spürt die Flexibilität, diese Unbekümmertheit. Und gleichzeitig siehst du in seinen Aktionen schon eine gewisse Reife in der Entscheidungsfindung.» Auch die Arbeitsmoral, die bei Manzambis Klub Freiburg grossgeschrieben wird, steche heraus.
Hummels schlägt in dieselbe Kerbe, indem er sagt: «Er war bei Freiburg der Kreativste in der Offensive, hat Aktionen initiiert und mit seiner individuellen Qualität am meisten kreiert.» In wettbewerbsübergreifend 47 Spielen kam er dadurch auf sieben Tore und neun Assists.
Eine umso beeindruckendere Bilanz, hat er doch meist als offensiver Part auf der Doppelsechs gespielt, merkt Müller an. Gerade die Vielseitigkeit mache Manzambi auch so interessant. «Er kann als Sechser, als Achter und als Zehner spielen», so der 36-jährige Offensivspieler, der spasst: «Und er hat die Nummer 9 auf dem Rücken – vielleicht können wir ihn auch als Stürmer verkaufen.»
Der SC Freiburg wird sich anhand des Sonderlobs der beiden ehemaligen Weltklassefussballer noch stärker die Hände reiben. Auch wenn Manzambi wohl niemand als Mittelstürmer verpflichten wird, dürfte das Preisschild immer höher werden. Noch beträgt der Marktwert gemäss Transfermarkt 50 Millionen Euro. Da sind die WM-Spiele aber noch nicht berücksichtigt. Und die Weltmeisterschaft läuft ja noch ein Weilchen. Vielleicht darf sich Manzambi in den verbleibenden Spielen der Schweizer Nati auch mal von Beginn an präsentieren. (nih)
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