Ballon d'Or zieht Fans mit absurder Abstimmung das Geld aus der Tasche
Zum 70. Mal wird am nächsten Montag in London der Ballon d'Or verliehen. Mittlerweile ist er die prestigeträchtigste individuelle Auszeichnung im Fussball.
Aus Anlass des 70-Jahr-Jubiläums wird zudem ein Sonderpreis verliehen: Der BOAT (Ballon d'Or of All Time). Nominiert sind nicht alle früheren Gewinner, sondern nur alle jene, denen der Ballon d'Or mindestens zwei Mal verliehen wurde.
Insgesamt sind das zehn Fussballer. Zwei sind noch aktiv und sie dürften die Favoriten sein: Cristiano Ronaldo und Lionel Messi. Ihre Konkurrenten sind Alfredo Di Stefano, Johan Cruyff, Franz Beckenbauer, Kevin Keegan, Karl-Heinz Rummenigge, Michel Platini, Marco van Basten und «der echte» Ronaldo.
Was die Abstimmung besonders macht, ist der Umstand, dass für sie bezahlt werden muss. Jede Stimme kostet einen Euro – und mehrfach abstimmen ist ausdrücklich erlaubt. Für jedes zusätzliche Votum für Messi oder für Ronaldo wird also ein weiterer Euro fällig. Die Organisatoren des Ballon d'Or bieten den Fans dafür «Zugang zu exklusiven Vorteilen wie beispielsweise die Möglichkeit, ein legendäres Foto herunterzuladen».
Gewählt wird ausserdem nicht explizit für einen Spieler, sondern für das Jahr, in dem er gewonnen hat. Bei Messi sind somit acht Jahre zur Auswahl, bei Ronaldo fünf, was die Chancen des Portugiesen erhöhen könnte.
Auch wenn viele Fussballanhänger diese Auflagen kritisieren, so scheint es doch solche zu geben, die sich an der Abstimmung beteiligen. Laut Berichten liegt Cristiano Ronaldo mit dem Jahr 2008 (Meister und Champions-League-Sieger mit Manchester United) derzeit deutlich vor Lionel Messi in Führung. Die Fans von CR7 scheinen also eher bereit zu sein, die Liebe zu ihrem Idol monetär auszudrücken. (ram)
