Portugals Dalot über Social-Media-Aufruhr um Ronaldo: «Uns war klar, dass so was kommt»
Noch immer fluten Fans von Cristiano Ronaldo die Kommentare unter den Instagram-Posts von Portugals João Neves mit Beleidigungen, Bildern ihres Idols oder Forderungen nach Respekt vor dem Superstar. Der Grund für die Wut ist eine eigentlich harmlose Aussage von Neves über Ronaldo nach dem 1:1-Unentschieden gegen die DR Kongo. Ronaldo selbst musste sich nach seinem schwachen Auftritt zudem viel Kritik anhören – auch von Experten wie Thierry Henry, der sagte: «Das Team muss treffen, nicht du!»
Das Team von Trainer Roberto Martinez scheint der Aufruhr in den sozialen Medien aber kalt zu lassen. Ronaldo postete am Freitag ein Bild mit einigen Mitspielern, darunter auch Neves, und schrieb dazu: «Immer vereint.» Nun äusserte sich in Diogo Dalot ein Spieler Portugals erstmals öffentlich zu den Geschehnissen der letzten Tage und bezog sich vor allem auf die harsche Kritik am im ersten Spiel schwachen Ronaldo.
«Vor der WM haben wir in der Kabine in unserem Stadion ausführlich über diese Themen gesprochen», so der Verteidiger von Manchester United. Es sei fast so gewesen, «als hätten wir erwartet, dass so etwas passieren würde. Mit einem solchen Team – gerade mit einem Spieler wie Cristiano – müssen wir darauf vorbereitet sein. Wir wussten, dass wir uns Kritik und schwierigen Themen gegenübersehen würden. Manchmal unfair, manchmal unwahr und oft völlig übertrieben und aufgeblasen.» Weil die Portugiesen dies erwartet hatten, waren sie vorbereitet, um dann ein gemeinsames Statement zu setzen, «dass unsere Gruppe unerschütterlich ist».
Um Ronaldo macht sich der 27-Jährige keine Sorgen. «Jeder weiss, wie gut er mit Kritik umgehen kann», so Dalot. «Sein Selbstbewusstsein vermittelt er auch dem Team. Kritik ist einfach ein Teil des Spiels. Er schenkt uns sein Vertrauen und wir ihm ebenso. Daran ändert sich nie etwas.»
Trotz der vielen Kritik und des Sturms in den sozialen Medien bleibt Portugal also aufs Wesentliche fokussiert: das Ziel, eine erfolgreiche WM zu spielen. Weiter geht es für die Seleçao am Dienstag (19 Uhr, Schweizer Zeit) gegen Usbekistan. Gegen den WM-Neuling wäre für Portugal alles andere als ein klarer Sieg eine Enttäuschung. (nih)
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