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Die «NHL tonight»-Crew diskutiert über den Rücktritt von Mark Streit. bild: nhl.com

«Definitiv ein Impact Player» – «NHL tonight» adelt zurückgetretenen Mark Streit



Ohne viel Brimborium hat Mark Streit gestern seinen Rücktritt verkündet. Dass dies in der Schweiz für grosses Aufsehen sorgen würde, war klar. Schliesslich hat er mit 820 NHL-Einsätzen (100 Tore/349 Assists) und 200 Länderspielen die bislang grösste Karriere der Schweizer Hockeygeschichte hingelegt.

Auch in Nordamerika blieb sein stiller Abgang nicht unbemerkt. Doug Weight, Captain-Vorgänger von Streit bei den New York Islanders und aktueller Headcoach der «Isles», hatte nur lobende Worte für seinen ehemaligen Teamkollegen übrig. «Mark ist grossartiger Kerl. Ich durfte mit ihm dreieinhalb Jahre zusammenspielen, er hat eine tolle Karriere gehabt.»

Und selbst auf «NHL Network», dem Liga-eigenen TV-Sender, war Streits Rücktritt ein Thema. In der Sendung «NHL tonight» diskutierte die Experten-Crew um Stu Grimson und E.J. Hradek eineinhalb Minuten über die Karriere des 39-Jährigen. Dass er es als 9.-Runden-Pick bis zum NHL-Captain gebracht habe, sei Beweis für seinen grossen Willen.

Streit sei etwas unterbewertet, urteilten die Experten weiter. «Er war ein sehr solider Verteidiger, der überaus verlässlich in der eigenen Zone war und jedes Powerplay besser gemacht hat.» Er sei definitiv ein «Impact Player» gewesen.

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Video: streamable

Doch was sagt eigentlich Mark Streit selbst über seinen Rücktritt. Der Nachrichtenagentur SDA hat er nach dem Ende seiner Karriere die wichtigsten Fragen beantwortet.

Mark Streit über ...

... seinen Rücktritt:

«Es war Anfang Saison anders geplant. Es ist nun aber halt so. Es gibt Momente, die man nicht vorausplanen kann. Ich nahm mir danach ein paar Wochen Zeit. Es hat sich jedoch herauskristallisiert, dass es in der NHL keine Option mehr gibt.»

... die Option Schweiz:

«Es gab ein paar Teams, die Interesse hatten. Mit dem SC Bern führte ich Gespräche. Zwar wäre eine Rückkehr in die Schweiz sehr reizvoll gewesen, da ich nach wie vor sehr viel Freude am Eishockey habe. Es hat aber nicht gepasst. Es ist gut, als NHL-Spieler aufzuhören.»

Berns Mark Streit im Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem SC Bern und den SCL Tigers am Freitag, 21. Dezember 2012, in der PostFinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Die Rückkehr zur alten Liebe kommt nicht zu Stande. Bild: KEYSTONE

... seine Schulteroperation:

«Ich habe mir die Verletzung vor einem Jahr eingefangen. Wäre ich Tennisspieler, wäre die Karriere vorbei gewesen. Im Eishockey ging es allerdings. Mir wurde aber nahegelegt, danach eine Operation zu machen. Nun versuche ich, in den nächsten Tagen in Philadelphia einen Termin zu organisieren. Dann steht Rehabilitation auf dem Programm.»

... seine Degradierung bei Montreal nach zwei Einsätzen:

«Der General Manager (Marc Bergevin) rief mich an und sagte mir, dass ich auf die Waiver-Liste gesetzt werden würde. Es kam unerwartet und war enttäuschend. Hätte ich zehn Partien schlecht gespielt, hätte ich es verstanden. Ich bekam aber gar nie eine Chance. Ich kenne jedoch das Business. Ich habe gelernt, dass solche Entscheide nicht persönlich sind. Es ist kein Wunschkonzert. Ich weiss, was ich geleistet habe, und darum hadere ich auch nicht. Ich kann erhobenen Hauptes abtreten. Ich spielte viel länger in den USA als erträumt. Deshalb bin ich stolz und dankbar für alles.»

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Streits erstes NHL-Tor. Video: streamable

... seine Zukunft:

«Darüber machte ich mir noch nicht so Gedanken. Ich will erst etwas Distanz gewinnen. Ich fixiere nun die Schulter, und dann steht die Therapie an. Im Dezember werde ich 40. Bis Ende Jahr ist das Programm ziemlich voll. Ausserdem will ich auch mal skifahren, in den Bergen wandern oder fischen, also Sachen machen, für die ich vorher nicht so Zeit hatte. Danach möchte ich sicher etwas machen, das mir gefällt. Im Eishockey fällt mir das sicher am einfachsten. Eine Möglichkeit ist, mit Jungen zu arbeiten.»

(pre/sda)

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