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Diese Saison ein zu seltenes Bild: Nino Niederreiter klatscht nach einem Treffer seine Teamkollegen ab.
Diese Saison ein zu seltenes Bild: Nino Niederreiter klatscht nach einem Treffer seine Teamkollegen ab.
Bild: AP

Niederreiter auf dem Trade-Schleudersitz? Die Halbzeitbilanz in der Western Conference

Die Hälfte der Regular Season ist in der NHL gespielt und die Positionen sind schon ziemlich klar bezogen. Fünf Teams in der Western Conference können praktisch schon mit den Playoffs planen. Für den Rest stellt sich die Frage: Weiter verstärken – oder die Saison abschreiben?
09.01.2019, 17:1410.01.2019, 15:59

Das Playoff-Rennen ist im Westen etwas ausgeglichener als im Osten. Während sich fünf Teams bereits ziemlich klar abgesetzt haben, kämpfen fünf weitere um die restlichen drei Plätze für die entscheidende Phase. Die anderen Mannschaften dürfen langsam den Draft vom Frühsommer dieses Jahres ins Auge fassen und auf dem Trade-Markt entsprechend handeln.

Die Tabellen

Bild: nhl.com
Bild: nhl.com
Bild: nhl.com

Calgary und Las Vegas führen derzeit die Western Conference an. Dicht dahinter liegen San Jose, Winnipeg und Nashville. Diese fünf Teams dürfen mit grosser Sicherheit schon mit den Playoffs rechnen. Auch Dallas scheint sich auf einem guten Weg zu befinden. Mit sechs Siegen aus den letzten zehn Partien haben die Texaner etwas Abstand auf die Wildcard-Plätze geschaffen. Dahinter wird es allerdings sehr spannend.

Colorado Avalanche

Die beste Sturmlinie der Liga mit Nathan MacKinnon, Mikko Rantanen und Gabriel Landeskog – und nichts dahinter? Nach einem hervorragenden November ist die Colorado Avalanche aus dem Tritt gekommen. In den letzten zehn Spielen gab es nur noch zwei Siege zu feiern. Die «Avs» kriegen zu wenige Tore von ihren hinteren Reihen. Unter anderem auch, weil Sven Andrighetto oft in der vierten Linie versauert.

Was machen vor der Trade-Deadline?

Abwarten. Möglicherweise ist die erste Linie gut genug, um das Team in die Playoffs zu schleppen. Möglicherweise kommt plötzlich Hilfe vom Rest des Teams. Und möglicherweise hat man dank den Ottawa Senators nach dem Draft plötzlich einen weiteren (potenziellen) Weltklasse-Center in den eigenen Reihen. (Siehe Eastern-Conference-Bilanz von gestern.)

Minnesota Wild

Nach einem eher schwachen Dezember haben sich die Wild wieder etwas gefangen. Momentan ist man punktgleich, aber vor Anaheim auf dem letzten Wildcard-Platz – auch weil die Ducks einen steilen Sturzflug hinlegen. Doch auch bei Minnesota klappt nicht alles nach Wunsch, wie die heutige 0:4-Niederlage in Boston gezeigt hat.

Man ist zu sehr von Mikael Granlund und Zach Parise abhängig. Charlie Coyle, Jason Zucker und auch Nino Niederreiter blieben bislang deutlich unter den Erwartungen.

Was machen vor der Trade-Deadline?

Noch abwarten. Wenn man vor der Deadline immer noch auf einem Playoffplatz ist und Niederreiter und/oder Zucker immer noch enttäuschen, kann man einen der beiden gegen einen anderen Stürmer tauschen, um frischen Wind in das Team zu bringen. Liegt man hinter einem Playoffplatz zurück, muss man versuchen, weitere Draft-Picks zu ergattern.

Anaheim Ducks

Die Saison der Ducks gleicht einer Achterbahnfahrt. Zum Saisonstart steil hinauf, dann wieder hinunter. Ende November und Anfang Dezember folgte wieder ein Hoch, ehe es nun wieder im Sturzflug nach unten geht. Die letzten acht Spiele haben die Ducks allesamt verloren. Geht es so weiter, ist es bald vorbei mit den Playoffträumen.

Dank John Gibson sind die Ducks noch einigermassen im Playoffrennen.
Dank John Gibson sind die Ducks noch einigermassen im Playoffrennen.
Bild: AP/AP

Was machen vor der Trade-Deadline?

Abwarten und auf John Gibson hoffen. Dank dem starken Goalie ist man noch zu nah dabei, um die Saison bereits jetzt abzuschreiben. Sollte Anaheim noch tiefer abrutschen, muss man dringend in mehr Kadertiefe bei den Stürmern investieren. Entweder via Spielertausch oder mit dem Erwerb von Draft-Picks für die Zukunft.

Vancouver Canucks

Dass die Canucks nach der Hälfte der Regular Season überhaupt noch im Playoff-Rennen sind, ist eine Überraschung. Doch Elias Pettersson und seine jungen Kollegen in Vancouver spielen attraktives und einigermassen erfolgreiches Eishockey. Von den Teams rund um die Wildcard-Plätze haben die Canucks aus den letzten zehn Spielen die beste Bilanz. Allerdings haben sie auch schon zwei respektive drei Spiele mehr ausgetragen als die vor ihnen liegenden Colorado und Minnesota.

Highlights von Elias Petterssons bisheriger Rookie-Saison.

Was tun vor der Trade-Deadline?

Nichts. Mit Elias Pettersson, Bo Horvat, Brock Boeser, Sven Bärtschi und Nikolay Goldobin ist man im Sturm bestens gerüstet. In der Verteidigung stösst bald der Nummer-7-Draft von 2018, Quinn Hughes, dazu. Und sollte man die Playoffs (erwartungsgemäss) verpassen, gibt es dieses Jahr im Draft einen weiteren vielversprechenden Spieler dazu.

Edmonton Oilers

Connor McDavid alleine kann es nicht richten. Auch gemeinsam mit Leon Draisaitl und Ryan Nugent-Hopkins ist es schwierig genug. Den Oilers fehlen zwei Punkte auf den letzten Wildcard-Platz. Ohne etwas Hilfe vom Rest des Teams scheint das aber schwierig einzuholen.

Was tun vor der Trade-Deadline?

Zuerst sollte man den unfähigen umstrittenen General Manager Peter Chiarelli loswerden, der zuletzt Chris Wideman gegen Alexander Petrovic und davor schon Taylor Hall gegen Adam Larsson getauscht hat. Danach muss man schauen, dass man sich auf der Flügelposition verstärken kann.

Arizona Coyotes

Mit den Arizona Coyotes beginnt die Sparte von Teams, welche die Playoffs langsam aber sicher abschreiben können. Die Stürmer der Franchise aus dem Südwesten der USA schiessen ganz einfach zu wenig Tore. Der beste «Sniper» des Teams ist Brad Richardson mit elf Toren aus 39 Spielen. Das reicht nicht.

Was tun vor der Trade-Deadline?

Saison abschreiben. Sofern es möglich ist, den einen oder anderen Spieler gegen gute Prospects oder Draft-Picks eintauschen. Und in der Draft-Lotterie muss man auf einen der beiden ersten Picks hoffen. Kaapo Kakko wäre die Art von Spieler, welche die «Yotes» dringend benötigen.

Chicago Blackhawks

Die Hawks haben sich schon Anfang Dezember mit vielen Niederlagen aus dem Playoff-Rennen verabschiedet. Die Lage ist allerdings weniger schlimm, als sie aussieht. Man ist in den Spielen oft nahe am Gegner dran. Der 21-jährige Alex De Brincat ist dabei, seine gute Rookie-Saison vom letzten Jahr noch zu übertreffen. Patrick Kane und Jonathan Toews haben noch 2-3 gute Saisons in sich.

Was tun vor der Trade-Deadline?

Den Kern um Toews, DeBrincat und Kane beisammen halten. Mit MacKenzie Entwistle, Adam Boqvist und dem Schweizer Philipp Kurashev verfügt man über einige interessante Prospects. Zudem können die «Hawks» dieses Jahr vermutlich wieder früh draften. Möglicherweise muss man sich nach einem Ersatz für Goalie Corey Crawford (34) umsehen, der sich erneut verletzt hat.

Blackhawks-Prospect MacKenzie Entwistle freut sich über einen Treffer an der U20-WM.
Blackhawks-Prospect MacKenzie Entwistle freut sich über einen Treffer an der U20-WM.
Bild: AP/The Canadian Press

St.Louis Blues

Ryan O'Reilly ist die erhoffte Verstärkung auf der Centerposition. Das ist aber auch schon alles, was bei den Blues diese Saison gut läuft. Vladimir Tarasenko und Brayden Schenn spielen enttäuschend. Auch David Perron ist eher unter den Erwartungen. Und die Torhüter Jake Allen und Chad Johnson sind alles andere als stilsicher. 

Diese Saison eine Enttäuschung: Vladimir Tarasenko.
Diese Saison eine Enttäuschung: Vladimir Tarasenko.
Bild: AP

Was tun vor der Trade-Deadline?

Saison abschreiben. Letztes Jahr hat man eine gute Ausgangslage ohne Not verspielt, als man Paul Stastny an Winnipeg abgegeben hat. Der diesjährige Draft-Pick gehört eigentlich Buffalo. Doch wenn es ein Top-10-Pick wird (wonach es momentan aussieht) dürfen die Blues ihn behalten und den Erstrunden-Pick vom nächsten Jahr an Buffalo abgeben.

Lieber dieses Jahr noch einmal früh draften und dann das Team mit den vielversprechenden Prospects Klim Kostin und Dominik Bokk und allenfalls dem Draft von 2019 ergänzen. Die Torhütersituation muss ebenfalls geklärt werden.

Los Angeles Kings

Der Stanley-Cup-Champion von 2012 und 2014 ist am Tiefpunkt angelangt. Die Zeit von Dustin Brown (34) und Ilya Kowaltschuk (35) ist wohl vorbei. Sie sind zu alt und zu langsam geworden für diese Liga. Acht Punkte auf- und sieben Teams überholen für einen Playoffplatz ist mit dieser Mannschaft ein Ding der Unmöglichkeit.

Was tun vor der Trade-Deadline?

Das Team verjüngen. Um Drew Doughty und Anze Kopitar kann man mit jungen Talenten ein gutes Team aufbauen. Zwei solche hat LA mit Rasmus Kupari und Gabe Vilardi bereits. Dieses Jahr können die Kings früh draften und so ein weiteres Talent hinzufügen. Und vermutlich kriegt man für Jeff Carter, Kovalchuk oder Brown noch einen gewissen Gegenwert vor der Trade-Deadline.

Hier kannst du auf einem gefrorenen See toben

Video: srf

Die Nummer-1-Drafts seit 1984 und was sie daraus machten

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