Sport
Eismeister Zaugg

Zug – die Ruhe vor dem Sturmund Duca als neuer Messias

HC Ambr
Der neue EVZ-Geschäftsführer und Obersportchef Paolo DucaBild: keystone
Eismeister Zaugg

Zug – die Ruhe vor dem Sturm und Duca als neuer Messias

Der neue Geschäftsführer und Obersportchef Paolo Duca soll als grosser Hoffnungsträger («Messias») alles richten und das OYM und der EVZ gehören trotz aller Kritik weiterhin untrennbar zusammen. Das sind die Erkenntnisse aus dem grossen EVZ-Palaver vom Montagabend.
21.07.2026, 02:5621.07.2026, 06:21

Gut 60 Personen haben sich am Montagabend im Hochleistungszentrum OYM vor den Toren der Stadt Zug eingefunden, um von OYM-Besitzer und EVZ-Obmann Hans-Peter Strebel und seinen Getreuen zu erfahren, wie es nach den Turbulenzen der letzten Wochen weitergehen soll.

Vorne auf der Bühne nahmen neben Hans-Peter Strebel seine ihm treu ergebenen Verwaltungsräte Platz: Adrian Risi, Amin Ghiasi, Christoph Frey und Matthias Strebel (Hans-Peter Strebels Sohn) sowie der neue Geschäftsführer und Obersportchef Paolo Duca und der neue Untersportchef Ted Suihkonen.

ARCHIV - ZUM PREMIUM-INTERVIEW MIT HANS-PETER STREBEL VOM EV ZUG --- Der Apotheker und Wissenschaftler Hans-Peter Strebel (genannt HP Strebel) waehrend eines Rundganges durch das Spitzensport-Zentrum  ...
Hans-Peter Strebel steht in Zug in der Kritik.Bild: keystone

Was ist dabei herausgekommen? Die Romantiker sprechen von einer Beruhigung der Situation. Die Voten seien freundlich, die Aussagen unverbindlich gewesen und ein strahlender Held habe für Hoffnung gesorgt: Paolo Duca. Da er soeben seine Arbeit aufgenommen hat und mit dem sportlichen Misserfolg und den Wirren der letzten Wochen nichts zu tun hat, muss er nun wohl – ob er will oder nicht – die Rolle eines Messias übernehmen. Also des Hoffnungsträgers, der den EVZ von den Sünden der Vergangenheit erlösen und neuem sportlichem Ruhm entgegenführen wird.

Klug habe er jedes kritische Wort vermieden und betont, dass dieser Job für ihn eine Herzensangelegenheit sei (er hat früher für Zug gespielt). Er habe die Strukturen des Klubs gelobt: Der EVZ sei sehr gut aufgestellt und die Rückkehr zum sportlichen Erfolg machbar.

Das waren schöne Worte. Sie haben den Anwesenden offensichtlich allenthalben wohlgetan. Das ist keine Überraschung: Paolo Duca hat in Ambri über Jahre gelernt, schwierige Situationen schönzureden und immer wieder Hoffnungen zu wecken. Das kommt ihm jetzt zugute. Und auch seine in der Politik erprobte Fähigkeit (er ist streitbarer Gemeinderat in Ascona), zu reden, ohne etwas zu sagen: Er habe sich gehütet, etwas zur Sattelfestigkeit des Trainers oder zu möglichen Transfers zu verraten. Grande Duca!

Die Realisten beurteilen den Abend ein wenig anders. Es wird anerkannt und gelobt, dass der Präsident mit Verwaltungsräten und EVZ-Führungskräften vor den Donatoren und Fan-Vertretern aufgetreten ist. Es sei vor allem dank Paolo Duca durchaus gelungen, die Gemüter zu beruhigen.

Aber die Insider – also jene, die Einblick ins EVZ-Innenleben haben – stufen die ganze Veranstaltung lediglich als nettes «Palaver» (unnützes Geschwätz) ein. Sie amüsieren sich über die Wendehälse: Alle, die sich angeblich in den letzten Wochen kritisch zur engen Verknüpfung zwischen OYM und Klub geäussert und eine Entflechtung dringend befürwortet haben (wie u. a. Untersportchef Ted Suihkonen), hätten nun mit Engelszungen über das OYM geredet und seien aus dem Lobpreisen fast nicht mehr herausgekommen. Es sei zwar von Anpassungen die Rede gewesen.

Doch auf Fragen, was denn nun konkret angepasst und verändert werden soll, sei nichts verraten worden. Vielmehr sei es zu einer Art «OYM-Rütlischwur» gekommen: Eine Bestätigung und Bekräftigung, dass das OYM und der EVZ zusammengehören wie Blitz und Donner und sich ergänzen wie Yin und Yang. Daran werde nicht gerüttelt. Punkt.

Kurzum: Es bleibt wohl in der «Causa OYM» alles so, wie es bisher war. Die Kritik an den Wendehälsen ist allerdings ein wenig unfair: Das OYM ist eine Herzensangelegenheit von EVZ-Obmann Hans-Peter Strebel. Wer beim EVZ seinen Job nicht verlieren will, sollte sich an den Grundsatz halten: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.

Das OYM-Trainingszentrum in Cham

1 / 20
Das OYM-Trainingszentrum in Cham
Eine Ansicht des Spitzensport-Zentrums OYM («On Your Marks») in Cham – hier trainieren der EV Zug und diverse andere Schweizer Spitzensportler.
quelle: keystone / urs flueeler
Auf Facebook teilenAuf X teilen

Aus den verschiedenen Erklärungen habe man am Montagabend herausfiltern können: Schuld am Misserfolg seien eigentlich Sportchef Reto Kläy und Geschäftsführer Patrick Lengwiler. Beide sind ja nicht mehr dabei. Also werde es wieder aufwärts gehen. Die zwei gefeuerten Architekten der meisterlichen Jahre haben ihre Schuldigkeit getan und sind die perfekten Sündenböcke. Zumindest bis zur nächsten Krise.

Ruhe ist nun in Zug die erste Bürgerpflicht. Da die Zuger wegen des Stadionausbaus (Dach wird angehoben) die ersten acht Partien auswärts bestreiten müssen, wird diese Ruhe mehr oder weniger bis zum ersten Heimspiel am 23. Oktober gegen Lausanne anhalten. Die Auswärtspartien sind im Falle von Niederlagen erst einmal eine wohlfeile Ausrede. Doch dann folgen Heimspiele und nicht nur die Boshaften sagen, wenn bis im Dezember mehr als fünf Heimspiele verloren gehen, werde der neue Trainer Lauri Marjamäki gefeuert.

Und da ist noch etwas: Selbst wohlmeinende EVZ-Romantiker sprechen sorgenvoll von einer anhaltenden Unruhe unter den EVZ-Fans. Das ist bemerkenswert. Denn Obmann Hans-Peter Strebel ist zwar EVZ-Besitzer, pflegt aber zu sagen, der Klub gehöre eigentlich dem Volk, also den Fans.

Die Nordamerikaner sagen: «There's always a calm before the storm.» Das bringt die Situation in Zug nach dem «Montags-Palaver» auf den Punkt: die Ruhe vor dem Sturm.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
HCD, SCB, ZSC und? Diese Klubs wurden schon Schweizer Hockey-Meister
1 / 14
HCD, SCB, ZSC und? Diese Klubs wurden schon Schweizer Hockey-Meister
HC Davos: 31 Titel, 6 seit 1986; zuletzt Meister: 2015.
quelle: keystone / ennio leanza
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Dieses Jubeln wird die Sportwelt so schnell nicht vergessen
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
16 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Tugium
21.07.2026 07:19registriert Oktober 2017
Was für ein sinnloser und nichtssagender Artikel🤦‍♂️😂
3310
Melden
Zum Kommentar
avatar
Darkside
21.07.2026 03:43registriert April 2014
Solange Strebel das Sagen hat, wird sich in Sachen OYM genau gar nichts ändern.
Bin gespannt, wie lange es dauern wird, bis Duca und Strebel aneinander geraten. Der eine ist bekannt dafür, nicht mit seiner Meinung hinterm Berg zu halten, der andere toleriert bis anhin offensichtlich keinerlei Kritik an seinem Lebenswerk OYM. Am Ende muss Klaus vielleicht mehr Artikel über die Zuger, als über den nicht ganz so grande SCB schreiben.
264
Melden
Zum Kommentar
16
Nach Finalpleite: FIFA leitet Verfahren gegen Argentinien ein
Die Vorfälle nach der Final-Niederlage an der WM gegen Spanien dürften wohl Konsequenzen haben. Die FIFA ermittelt, nachdem argentinische Teammitglieder für unschöne Szenen gesorgt hatten.
Wegen der Vorfälle nach dem Ende des WM-Finals zwischen Spanien und Argentinien hat der Weltverband FIFA eine Untersuchung eingeleitet. Das Disziplinarkomitee habe entsprechende Schritte ergriffen, wie aus einer Mitteilung hervorgeht, aus der internationale Medien zitierten, darunter die Nachrichtenagentur AP und der britische Sender Sky.
Zur Story