Jussi Tapola hat als «Michail Gorbatschow der Schablonentrainer» beim SC Bern soeben die taktische Erneuerung und Öffnung begonnen. Nun gibt es für diese taktische Perestroika einen empfindlichen Rückschlag. Dominik Kahun, der schnellste und kreativste SCB-Offensivspieler, fällt aus. «Wir müssen vier bis sechs Wochen auf ihn verzichten», bestätigt SCB-Untersportchef Patrik Bärtschi. Dominik Kahun kam in Lugano nur auf 1:15 Minuten Eiszeit und fiel bereits in der Startphase aus.
Will Jussi Tapola die taktische Schablone lockern, dann ist er auf hochklassige Schillerfalter wie Dominik Kahun angewiesen. Der deutsche Nationalstürmer war letzte Saison nicht nur SCB-Topskorer. Er war auch der beste Passgeber der Liga. Ohne Dominik Kahun kann der SCB auf Dauer nicht in der Offensive tanzen und Jussi Tapola muss wieder vermehrt auf Schablonen-Hockey setzen.
Patrik Bärtschi lässt offen, ob und wann der SCB einen 8. Ausländer verpflichten wird. Neben Torhüter Adam Reideborn hat der SCB weitere Ausländerlizenzen für die beiden schwedischen «Defensiv-Roboter» Anton Lindholm und Patrik Nemeth sowie für die Stürmer Austin Czarnik, Victor Ejdsell und Waltteri Merelä eingelöst. Gute ausländische Spieler, aber alle eher robust, keine Schillerfalter (die beiden schwedischen Verteidiger sind froh, wenn sie 20 Punkte beisteuern können) und eigentlich besser für Schablonen-Hockey als für offenes Spektakelspiel geeignet.
Drei weitere Ausländerlizenzen sind also beim SCB noch frei. Pro Saison können 10 Ausländer lizenziert werden. Auch wenn es der Untersportchef noch nicht bestätigen mag: Die Rückmeldungen der international tätigen Agenten sind klar: Der SCB sucht einen 8. Ausländer.
Nun wird sich zeigen, wohin sich der SCB nach einer hoffnungsvollen taktischen Öffnung entwickeln wird und ob die «Perestroika» zumindest vorübergehend wieder eingestellt werden muss. Am Freitag wird der SCB in Lausanne einem taktischen Stresstest unterzogen und am Samstag kommt Ambri nach Bern – ein Gegner, der sozusagen «Anti-Schablonenhockey» zelebriert.
Aktuelle
Note
7
Ein Führungsspieler, der eine Partie entscheiden kann und sein Team auf und neben dem Eis besser macht.
6-7
Ein Spieler mit so viel Talent, dass er an einem guten Abend eine Partie entscheiden kann und ein Leader ist.
5-6
Ein guter NL-Spieler: Oft talentierte Schillerfalter, manchmal auch seriöse Arbeiter, die viel aus ihrem Talent machen.
4-5
Ein Spieler für den 3. oder 4. Block, ein altgedienter Haudegen oder ein Frischling.
3-4
Die Zukunft noch vor sich oder die Zukunft bereits hinter sich.
Die Bewertung ist der Hockey-Notenschlüssel aus Nordamerika, der von 1 (Minimum) bis 7 (Maximum) geht. Es gibt keine Noten unter 3, denn wer in der höchsten Liga spielt, ist doch zumindest knapp genügend.
Punkte
Goals/Assists
Spiele
Strafminuten
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Er kann
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