«Big money on the lake» – Vinzenz Rohrer nach Zug
Vinzenz Rohrer steht zwar noch für zwei weitere Jahre bei der NHL-Organisation der Montréal Canadiens unter Vertrag. Letzte Saison haben ihn die Kanadier im ersten Vertragsjahr nach Zürich ausgeliehen und nun werden sie ihn mindestens für ein Jahr leihweise den Zugern überlassen. Das bedeutet: In der kommenden Saison stürmt Vinzenz Rohrer in jedem Fall für Zug. Dann muss wieder verhandelt werden. Immerhin steht fest: Wenn nicht in Montréal, dann stürmt der Österreicher mit Schweizer Lizenz die nächsten drei Jahre für Zug.
Am Wochenende hat er Davos und den ZSC Lions abgesagt und in Zug unterschrieben. Die offizielle Begründung: Die Suche nach einer neuen Herausforderung. Die inoffizielle: «Crazy Money on the lake». Zug hat ganz einfach am meisten offeriert. Logisch: Geld spielt in Zug keine Rolle.
Was kann Vinzenz Rohrer bringen? Im Laufe des Camps mit den Montreal Canadiens ist er Ende September zu den ZSC Lions zurückgekehrt. Er hat keine NHL-Postur (178 cm) und wird deshalb gerne unterschätzt. Aber er erzielt mit einer Kombination aus Intensität, Mut, Geradlinigkeit und guter Stocktechnik grössere als Wirkung, als es die reinen Skorerwerte vermuten lassen. Er kam letzte Saison bei den ZSC Lions in der Qualifikation in 41 Partien auf 12 Punkte und in 9 Playoff-Spielen auf einen Punkt.
Das Genie zum Topskorer fehlt ihm. Aber mit seiner Intensität kann er Spielen eine andere Richtung geben oder gar entscheiden und eine ähnliche Wirkung erzielen wie ein Ausländer. Das, was Zug braucht und seine Skorerwerte dürften in Zug besser sein als zuletzt in Zürich. Weil er eine prominentere Rolle bekommen wird. Bei der WM hat er für Österreich in 6 Partien 4 Punkte beigesteuert.
Die NHL-Scouts, die ihn im Hinblick auf den Draft von 2022 intensiv beobachtet haben, waren in ihren Rapporten des Lobes voll:
Das tönt ja alles gar nicht so schlecht.
P.S: Sein Vater Stefan Lochbihler war Tennisprofi und brachte es im Juli 1989 bis auf Position 141 der Weltrangliste.
