Chaos beim FCSG – St.Galler Regierung stärkt Hüppi den Rücken
Das Chaos beim FC St.Gallen droht innert kürzester Zeit zu eskalieren. Nur zwei Tage nach dem Cupsieg, dem ersten Titel des Klubs seit über 20 Jahren, überschattet ein Machtkampf in der Führungsetage den Klub.
Wie das St.Galler Tagblatt am Montagabend berichtete, sollen mit Peter Germann, Patrick Gründler, Christoph Hammer und Benedikt Würth am 30. Juni vier Verwaltungsräte ausserordentlich aus der Klubführung der St.Galler ausscheiden. Ein Teil der Aktionäre möchte sie durch den früheren SVP-Regierungsrat Stefan Kölliker, den früheren Dortmund- und Basel-Goalie Marwin Hitz, die Thurgauer Juristin Martina Wüthrich und den Treuhänder Urs Baumer ersetzen.
Hüppi wohl vor Rücktritt
Das «Tagblatt» schreibt zudem, dass sich in diesen Stunden entscheiden dürfte, wie und ob es mit Präsident Matthias Hüppi weitergeht. Der frühere SRF-Moderator und -Kommentator plante offenbar einen letzten Rettungsversuch, der gemäss «Tagblatt»-Informationen aber gescheitert sein soll. Deshalb sei es nun möglich, dass Hüppi noch heute seinen Rücktritt erkläre.
Mittlerweile hat sich auch der St.Galler Regierungsrat in den Diskurs eingeschaltet. Man nehme die Berichte über die interne Spannung beim FCSG mit Besorgnis zur Kenntnis, heisst es in der Mitteilung der Regierung. «Der FC St.Gallen ist weit mehr als ein Fussballklub. Er ist ein gesellschaftliches Bindeglied, das Menschen unterschiedlichster Herkunft, Generationen und Überzeugungen vereint», heisst es weiter.
Der Regierungsrat weist darauf hin, dass der aktuelle Erfolg ohne die strategische Weitsicht und Stabilität der aktuellen Führung nicht möglich gewesen wäre. Deshalb appelliert er an die Vernunft der Klubvertreter: «Vor diesem Hintergrund verfolgt die Regierung des Kantons St.Gallen mit erheblicher Besorgnis die Berichte über interne Spannungen im Klub. Eine erzwungene Ablösung des Verwaltungsrats birgt das Risiko, das über Jahre aufgebaute Vertrauen in die Klubführung zu erschüttern, den Rückhalt bei Fans, Bevölkerung und Sponsoren zu gefährden.» Die St.Galler Regierung stellt sich also hinter Hüppi und die aktuelle Führung.
Tatsächlich machen gemäss «Tagblatt» auch erste Sponsoren Druck auf den Klub. Sie drohten an, ihr Engagement aufzukündigen, sollte die Revolte der Aktionäre gegen Hüppi Erfolg haben. Und auch die Fans stehen auf der Seite der aktuellen Klubführung. Nachdem der Cupsieg am Sonntag feststand, zeigte die FCSG-Kurve ein Banner mit der Aufschrift: «Hinter dem Triumph stehen die Richtigen – Danke Beni, Patrick G., Christoph, Peter und Matthias!». Damit meinte sie die vor dem Abschied stehenden Verwaltungsräte sowie Präsident Hüppi. (abu)
