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Bundesliga: Paderborn steigt auf Wolfsburgs Kosten auf – die Reaktionen

Paderborn, Home Deluxe Arena, 25.05.26, GER, Herren, Relegation, Saison 2025-2026, SC Paderborn 07 - VfL Wolfsburg Bild: Schlussjubel, Emotion, Freude bei Sven MICHEL Paderborn mit Bierdusche DFL regu ...
Sven Michel wird mit Bier übergossen: Für den Paderborner Stürmer gibt es in diesen Tagen keine Grenzen.Bild: IMAGO/Ulrich Hufnagel

Paderborn nach Bundesliga-Aufstieg im Ausnahmezustand: «Werde rübenrabenvoll sein»

Der SC Paderborn steigt zum dritten Mal in die Bundesliga auf. Nach dem Sieg in der Relegation brechen in Ostwestfalen alle Dämme. Bei Wolfsburg dominiert Ernüchterung.
26.05.2026, 09:1926.05.2026, 09:50
Benjamin Zurmühl / t-online
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Eine Grosschance nach der anderen hatte Paderborn liegen gelassen – bis Laurin Curda kam. In der 100. Minute schoss der Aussenverteidiger des SC Paderborn das erlösende 2:1, das den Aufstieg in die Bundesliga bedeutete. Der Favorit aus Wolfsburg war bezwungen. Nach dem Triumph in der emotionalen Relegation ging die Party los.

«Ich kann es noch nicht glauben», sagte Curda: «Wahnsinn, was hier abgeht. Das kennt man nur aus dem Fernsehen und plötzlich ist man mittendrin. Als kleiner Junge ist das ein Traum und der geht nun in Erfüllung.» Bis zur offiziellen Aufstiegsfeier am Dienstagnachmittag am Rathaus werde er «wahrscheinlich gar nicht schlafen».

«Ich werde rübenrabenvoll sein»

Torwart Dennis Seimen konnte «kaum in Worte fassen, was in mir abgeht». Der aus Stuttgart ausgeliehene Schlussmann sagte: «Wir sind heute alle Feierbiester. Ich gehe überall hin und bin überall dabei.» Dabei konnte sich Seimen wohl auch auf Routinier Sven Michel verlassen. «Es wird heute Abend sehr, sehr lang – bis morgen und noch viel, viel länger», sagte der Torjäger. Für Ralf Kettemann hatte Michel den Auftrag, «dass er sich komplett aus dem Leben schiesst». Der 35-Jährige bot ihm sogar seine Hilfe für den Fall der Fälle an: «Ich bringe den auch ins Krankenhaus. Ist mir ganz egal, aber der muss sich komplett aus dem Leben schiessen.»

Für Kettemann selbst waren die Gefühle zunächst «schwer zu beschreiben. Ich habe kurz Ruhe gebraucht. Es war sehr intensiv und tough», sagte er bei Sky: «Es war surreal. Ich musste mir einen Moment gönnen, um durchzuatmen.» Den Auftrag seines Spielers Sven Michel wollte er aber gerne ausführen, zumindest sagte Kettemann später: «Wir treten heute Abend einen durch den Tisch. Und morgen auch. Und übermorgen auch und überübermorgen auch.» Auf die Frage, ob er bei möglichen Vertragsgesprächen mit Spielern am Tag nach dem Aufstieg dabei sein werde, sagte Kettemann. «Auf keinen Fall, ich werde rübenrabenvoll sein.»

Bei Trainer Ralf Kettemann gibt es nach dem Schlusspfiff kein Halten mehr.

Wenn Kettemann «überübermorgen» noch Tische durchtritt, wird Siegtorschütze Curda aber nicht mehr dabei sein. Denn der hat diese Woche noch einen wichtigen Termin. «Ich habe am Freitag noch 'ne Hochzeit selbst zu feiern. Deswegen ist der Plan ein bisschen eng getaktet.»

Wolfsburg-Trainer Hecking bedient

Ganz anders die Stimmung auf der anderen Seite. Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking war am Sat.1-Mikrofon bedient. «Abstieg tut immer weh», sagte der 61-Jährige, der das zweite Jahr in Folge den Gang in die 2. Bundesliga antreten muss. Im Vorjahr war der mit dem VfL Bochum Letzter geworden. D«ie Enttäuschung ist auch bei mir gross, weil wir eine sehr intensive Zeit in den letzten neun bis zehn Wochen hatten. Wir haben alles versucht und auch die Spieler haben alles investiert, um den Klassenerhalt zu schaffen.» Auch sich selbst nahm er nicht aus der Verantwortung: «Ich bin Trainer und hätte dafür sorgen sollen, dass wir den Klassenerhalt schaffen. Das ist uns nicht gelungen.»

epa12993331 Head coach of Wolfsburg Dieter Hecking before the Bundesliga Relegation Play-offs 2nd leg soccer match between SC Paderborn and VfL Wolfsburg in Paderborn, Germany, 25 May 2026. EPA/CHRIST ...
Dieter Hecking steigt zum zweiten Mal in Folge ab.Bild: keystone

Letztlich hänge «es eben an einer einzigen Situation, ob du drinbleibst oder absteigst. Dann hat das Spiel eine Wendung genommen, die wir nicht haben wollten», führte Hecking aus und spielte damit auf die frühe Gelb-Rote Karte von Joakim Maehle (14.) an. Die zweite Gelbe Karte sei zwar «unstrittig». Bei der ersten Verwarnung monierte der 61-Jährige allerdings fehlendes «Fingerspitzengefühl» von Schiedsrichter Felix Zwayer. (abu/t-online.de)

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