«Grundlagen des Fussballs wurden bedroht»: Europäische Topligen attackieren Infantino
Im Machtkampf im internationalen Fussball attackieren die vier einflussreichsten Ligen Europas den Weltverband FIFA und Präsident Gianni Infantino scharf und setzen ihn weiter unter Druck.
«Die langjährigen Grundlagen des Fussballs wurden in den vergangenen Jahren durch ein grundlegendes Führungsproblem bedroht, da der FIFA-Präsident ausbeuterische Ideen aktiv gefördert hat, anstatt sie zu verhindern», hiess es von der Bundesliga, La Liga, der Serie A und der Premier League. Explizit zum Rücktritt forderten sie ihn nicht auf.
Die Ligabosse Marc Lenz (Deutschland), Javier Tebas (Spanien), Luigi De Siervo (Italien) und Richard Masters (England) unterzeichneten den zweiseitigen Brief, der am Vormittag veröffentlicht wurde. «Jetzt ist der Moment gekommen, nicht nur zu entscheiden, wer die FIFA führen wird, sondern auch, wie die FIFA geführt werden soll. Die Ligen spielen dabei eine entscheidende Rolle, und wir wollen sicherstellen, dass die Stimme jeder Liga gehört wird», hiess es.
Infantino war nach einem Vorstoss zur Vermarktung der WM-Rechte durch externe Investoren im Sommer massiv unter Druck geraten, auch sein Führungsstil ist von Teilen der Fussball-Welt scharf kritisiert worden. Er hatte darauf zuletzt reagiert und seinen Gegnern erstmals Gespräche über mögliche Reformen in der FIFA angeboten. Zugleich machte der 56-Jährige klar, dass er die FIFA weiter anführen will. (riz/sda/dpa)
