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Blatter: «FIFA verkauft ein Stück des Spiels – insbesondere seine Seele»

NEWS: Michel Platini et lex-prà sident de la Fifa Sepp Blatter connaitront leur sort mardi matin, 25 mars 2025. Ce, dans laffaire qui a brisà en 2015 in Muttenz near Basel, Ex-prà sident de la FIFA Se ...
Sepp Blatter bei einem Gerichtstermin im Frühling 2025.Bild: www.imago-images.de

Blatter: «Wir wissen alle, wie solche ‹Vorschläge› bei der FIFA funktionieren»

Sepp Blatter hat eine klare Meinung zu den Plänen von Gianni Infantino. Sein Nachfolger als FIFA-Präsident steht im Sturm, weil er einen Teilverkauf der WM-Rechte anstrebt.
31.07.2026, 15:1431.07.2026, 15:25

Das Echo ist gewaltig. Auf FIFA-Präsident Gianni Infantino prasselt von fast allen Seiten Kritik, seit er seine jüngsten Pläne über einen Teilverkauf der WM-Rechte vorgestellt hat. Mittendrin im Reigen der Kritiker ist sein Amtsvorgänger Sepp Blatter. Im Gespräch mit «20 Minuten» betonte der 90-Jährige, dass Geld wichtig sei, aber nicht das Ein und Alles sein dürfe.

«Wenn Sie das Tafelsilber an private Investoren veräussern, verkaufen Sie auch ein Stück des Spiels – insbesondere seine Seele», sagte Blatter. Die FIFA sei kein Private-Equity-Fonds, sondern ein Verband mit Statuten und Reglementen und einer administrativen und treuhänderischen Verantwortung für das globale Spiel.

FILE - President Donald Trump holds up a red card during a meeting with FIFA president Gianni Infantino, center, and United States Soccer Federation president Carlos Cordeiro, left, in the Oval Office ...
Gianni Infantino mit US-Präsident Donald Trump.Bild: keystone

Wenn Infantino nun behaupte, diese Regeln einzuhalten, klinge das rhetorisch zwar wunderbar verpackt, kommentiert Blatter. «In der Praxis der FIFA wissen wir aber alle, wie solche ‹Vorschläge› funktionieren: Wenn der Präsident ein solches Projekt lanciert, ist der Zug meist schon weit über den Bahnhof hinausgefahren.» Echte Demokratie brauche Zeit, Diskurs und vor allem die Bereitschaft, ein Projekt bei Bedenken der Basis auch wieder abzusagen.

Geplant ist, dass die FIFA gemeinsam mit Investoren eine neue Firma gründet, deren Chef Infantino werden soll, wenn seine Amtszeit als Präsident des Weltverbands endet. «Das wirft natürlich Fragen auf», meint Sepp Blatter. In seinem Alter blicke man etwas gelassener auf das Treiben in den Teppichetagen. Doch trotzdem: «Die FIFA ist kein Sprungbrett für persönliche Zukunftsmodelle. Wer das Amt ausübt, sollte sich zu hundert Prozent dem Verband verschreiben – nicht der eigenen Karriere nach der Amtszeit.»

Der europäische Fussballverband UEFA hat als Reaktion auf Infantinos Vorhaben einen Boykott von FIFA-Wettbewerben angekündigt. Diesen Entscheid unterstütze er zu hundert Prozent, sagte Blatter. Europa sei die wichtigste Macht im Weltfussball, mit einer starken Tradition und einer gesunden Skepsis gegenüber der reinen Kommerzialisierung des Fussballs. Für ihn ist deshalb sonnenklar: «Ohne den europäischen Fussball verliert die FIFA ihr Herzstück.» (ram)

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