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Bayern-Boss Hoeness schiesst gegen FIFA und Infantino wegen WM-Plänen

epa11764203 Bayern Munich honorary president Uli Hoeness talks on the phone before the FC Bayern Munich Annual General Meeting in Munich, Germany, 08 December 2024. EPA/ANNA SZILAGYI
Uli Honess kritisiert FIFA-Präsident Gianni Infantino.Bild: keystone

Bayern-Boss Hoeness schiesst gegen FIFA und Infantino wegen WM-Plänen

Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeness begrüsst die Boykott-Androhung der Europäer. Und hat einen konkreten Vorschlag wie die Investorenpläne der FIFA verhindert werden können.
31.07.2026, 13:0531.07.2026, 13:05
Julian Buhl / t-online
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Die selbstauferlegte Zurückhaltung von Uli Hoeness hielt nicht lange, als er am Rande des Testspiels des FC Bayern in Rottach-Egern auf den geplanten Investoren-Deal von FIFA-Präsident Gianni Infantino angesprochen wurde. «Ich habe ja eine spezielle, sehr starke Meinung. Aber es ist mir zu früh, die bekanntzugeben», sagte der Bayern-Patron zunächst. Diese Meinung sei «auf jeden Fall» gegen Infantino, bestätigte Hoeness auf eine entsprechende Nachfrage.

Doch dann konnte Bayern Münchens Ehrenpräsident eben doch nicht anders – und polterte gegen die FIFA los. Er begrüsste die geschlossene WM-Boykottdrohung der europäischen Fussballverbände ausdrücklich. «Ich persönlich glaube, dass die Europäer noch gar nicht wissen, wie stark sie eigentlich sind. Einen Wettbewerb ohne Europäer kannst du in die Tonne treten», sagte Hoeness.

Die 55 Mitglieder der Europäischen Fussball-Union hatten zuvor Einigkeit demonstriert und geschlossen einen Boykott angedroht, wenn die FIFA und Präsident Gianni Infantino nicht von ihrem geplanten Investorendeal abrücken. «Wir lehnen den Vorschlag der FIFA, Beteiligungsrechte an der WM und anderen FIFA-Wettbewerben auf private Investoren zu übertragen, einstimmig und unmissverständlich ab», hiess es von der UEFA.

«Dann wird Herr Infantino mit diesem Plan nicht durchkommen»

Hoeness betonte, er könne mit dem klaren Statement von Sportvorstand Max Eberl «gut leben». Dieser hatte am Vortag unter anderem gesagt: «Ich schäme mich dafür, dass wir im Fussball über solche Gedanken reden. Das ekelt mich an.» Der Weltverband hatte mitgeteilt, mit dem potenziellen Verkauf eines Teils seiner kommerziellen Rechte etwa an der WM eine Milliardensumme einspielen zu wollen und künftig allen 211 Verbänden mehr Geld auszuzahlen. Ein Boykott der UEFA könnte Infantinos Pläne massiv ins Wanken bringen.

«Wenn die Europäer wirklich einig sind und wenn sie konsequent daran arbeiten, wird Herr Infantino mit diesem Plan nicht durchkommen», so Hoeness weiter. «Denn, wenn er Fidschi-Inseln gegen Kapverde bei der WM haben will, dann kann er das haben.»

Es sei zu früh, über mögliche Nachfolger im Amt des FIFA-Präsidenten zu sprechen. Stattdessen äusserte Hoeness seine Hoffnung, dass Europas grösste Verbände eine Art Allianz schmieden und in dieser gemeinsame Interessen vertreten könnten.

Hoeness erinnerte in der anhaltenden Diskussion an die ehemalige G-14-Gruppe, einem Zusammenschluss europäischer Spitzenvereine, die 1998 gegründet worden war und die Interessen der Vereine gegenüber der UEFA und FIFA vertreten sollte.

«Wir hatten es mit der G-14 damals im Klubbereich auch geschafft, die UEFA an den Tisch zu bringen, viel mehr Geld rauszuholen, viel mehr Akzeptanz rauszuholen für die grossen Vereine», sagte Hoeness: «Und so etwas Ähnliches stelle ich mir jetzt auch vor. Dass die Verbände und die Länder, die in der Welt wichtig sind, und das sind für mich in erster Linie die Europäer, dass die sich einig sind. Und wenn die sich einig sind, dann wird das nicht kommen.» (riz/tonline)

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