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WM 2026: Mark Pieth kritisiert Gianni Infantino

FIFA President Gianni Infantino attends the World Cup quarterfinal soccer match between Norway and England in Miami Gardens, Fla., Saturday, July 11, 2026. (AP Photo/George Walker IV)
Gianni Infantino
Höchst umstritten: Gianni Infantino ist seit 2016 Präsident der FIFA.Bild: keystone

«Ohne Europa geht nichts»: Strafrechtsexperte Pieth fordert Aufstand gegen Infantino

Der Schweizer Strafrechtsexperte Mark Pieth ruft die Mitgliedsverbände insbesondere in Europa dazu auf, sich gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino zur Wehr zu setzen.
13.07.2026, 15:1021.07.2026, 08:21

Im Gespräch mit dem «Tagesspiegel» nannte der frühere Vorsitzende der FIFA-Kommission für Governance Möglichkeiten, den vor allem in Europa kritisierten Infantino zu stürzen. «Die FIFA ist ein institutioneller Verein; jedes Vereinsmitglied kann wählen, absetzen oder sogar jemanden vor Gericht zitieren. Diese Möglichkeit hat jedes FIFA-Mitglied», sagte Pieth.

«Im Grunde hat er das System Blatter perfektioniert: mehr noch als Blatter geht es Infantino um Macht und um Geld.»
Mark Pieth

Dass es diesbezüglich keine Bestrebungen gäbe, erklärte der 73-Jährige mit dem System Infantino. Die Ethikkommission etwa würde nur formal existieren. «Unabhängigkeit gibt es nicht in der FIFA – und dementsprechend auch keine Kontrolle», sagte Pieth. «Im Grunde hat er das System Blatter perfektioniert: mehr noch als Blatter geht es Infantino um Macht und um Geld.»

Mark Pieth, Chairman of FIFA's Independent Governance Committee during a press conference at the Home of FIFA in Zurich, Wednesday, November 30, 2011. Mark Pieth introduced his "Governing FI ...
Früher Teil der FIFA, heute ein grosser Kritiker des Weltverbands: Mark Pieth.Bild: KEYSTONE

«System Blatter perfektioniert»

Niemand würde den 56-jährigen Walliser angreifen, weil dieser als «unantastbar» gelten würde. «Er denkt, über ihm ist nur noch Gott. Und in seinem Verband ist das auch so», sagte Pieth, der zwischen 2011 und 2013 die unabhängige Kommission für Governance geleitet hatte, die die FIFA demokratisieren sollte. Joseph Blatter war von 1998 bis 2016 Präsident des Fussball-Weltverbandes.

Eine Schlüsselposition im Widerstand gegen Infantino, der sich während der laufenden WM in Nordamerika unter anderem den Vorwurf der Einflussnahme durch US-Präsident Donald Trump gefallen lassen musste, hat laut Pieth der europäische Kontinentalverband UEFA.

«Dabei könnte die UEFA die FIFA auch kartellrechtlich hart angehen.»
Mark Pieth

«Die UEFA könnte sagen: Wir machen das alleine, wir gehen raus aus der FIFA und organisieren eine riesige Fussball-EM. Klar, viele Länder würden fehlen, aber diese WM zeigt: Europa ist der mächtigste Kontinent im Fussball. Ohne Europa geht im Grunde nichts, diese Macht sollten die Verbände einsetzen», sagte Pieth, der allerdings auch wenig Hoffnung zu haben scheint: «Dabei könnte die UEFA die FIFA auch kartellrechtlich hart angehen. Aber offenbar gab es bislang nicht die Bestrebungen im europäischen Fussball, sich zusammenzutun und gegen Infantino etwas zu unternehmen.» (car/sda/dpa)

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