Schweizer Fussballverband zieht Unterstützung für Infantino zurück
Der Zentralvorstand des Schweizerischen Fussballverbands (SFV) beschliesst, die im Juni 2026 erklärte Unterstützung für die Kandidatur von Gianni Infantino für eine weitere Amtszeit als FIFA-Präsident zurückzuziehen. Der Entscheid folge auf eine umfassende Neubewertung der Entwicklungen der vergangenen Monate, teilt der SFV mit.
«Der Schweizerische Fussballverband erwartet von der Führung der FIFA höchste Standards in Bezug auf Transparenz, Nachvollziehbarkeit und institutionelle Verantwortung», liess SFV-Präsident Peter Knäbel ausrichten. «Die im Schreiben vom 21. September von der FIFA angekündigten Schritte sind zwar ein wichtiges Signal und können zu Verbesserungen beitragen. Gleichzeitig bleiben zentrale Fragen zu den Hintergründen, Verantwortlichkeiten und Entscheidungsprozessen offen.» Da diese nicht überzeugend geklärt seien, könne der SFV die weitere Unterstützung der Kandidatur von Gianni Infantino nicht verantworten.
Entscheidenden Einfluss hatte der unsägliche Fall Balogun, in dem wohl Infantino auf Druck von US-Präsident Donald Trump eine Sperre gegen einen amerikanischen Spieler aufheben liess. Der SFV geht in seiner Mitteilung konkrekt auf den Fall ein, der die Wettbewerbsintegrität in Frage stellte.
Ebenso hatten Infantinos Pläne von einem Teilverkauf der WM-Rechte an Investoren ihren Anteil am Entscheid des Schweizer Verbands. «Für den SFV sind Glaubwürdigkeit, Transparenz, Rechenschaftspflicht sowie der wirksame Einbezug der statutarisch zuständigen Organe unverzichtbare Voraussetzungen für das Vertrauen in die Führung des internationalen Fussballs und die Integrität der FIFA», hält der Schweizer Verband fest.
Der SFV betont, dass der Entscheid keine Abkehr von der konstruktiven Zusammenarbeit innerhalb der FIFA und der internationalen Fussballgemeinschaft bedeute. Als Verband im Land der Sitze von FIFA und UEFA sei sich der SFV seiner besonderen Verantwortung bewusst und werde sich auch künftig für Transparenz, glaubwürdige und verlässliche Strukturen, regelbasierte Entscheidungsprozesse sowie die Stärkung eines geeinten und integren internationalen Fussballs einsetzen. (ram/sda)
