Infantino verspricht der UEFA mehr Geld – und geht gleichzeitig gerichtlich gegen sie vor
In einem Brief an alle sechs Präsidenten der Kontinentalverbände hat FIFA-Präsident Gianni Infantino seine Bereitschaft signalisiert, mehr Geld aus den FIFA-Reserven an die Mitgliedsverbände auszuschütten. Der Schritt ist eine Reaktion auf Forderungen von UEFA-Präsident Aleksander Ceferin und zwei weiteren Verbandschefs.
Neben Ceferin hatten auch CONCACAF-Präsident Victor Montagliani sowie AFC-Präsident Scheich Salman bin Ibrahim al-Khalifa entsprechende Forderungen gestellt. Der Brief liegt unter anderem der BBC und dem Portal «The Athletic» vor.
Zur konkreten Summe äusserte sich Infantino nicht direkt. Er schrieb: «Ich möchte der Höhe des Betrags nicht vorgreifen. Ich werde das höchstmögliche Mass an zusätzlicher Finanzierung unterstützen, das sich verantwortungsvoll im Rahmen der ordnungsgemässen Governance-Prozesse der FIFA umsetzen lässt – unter fairer Anwendung sowie gestützt auf transparente und überprüfbare Regelungen.» Laut verschiedener Medienberichte sollen die Rücklagen der FIFA rund sechs Milliarden US-Dollar betragen.
Infantino strebt Neuwahl an
Die Forderungen sollen bei der FIFA-Council-Sitzung am 15. Oktober geprüft werden. Bereits am vergangenen Montag hatte sich Infantino in einem Brief an alle 211 Mitgliedsverbände gewandt und Reformbereitschaft signalisiert.
FIFA wehrt sich gerichtlich
Der Konflikt zwischen FIFA und UEFA ist derweil um ein Kapitel reicher. Die Verantwortlichen des Weltverbandes werfen den Zuständigen des Kontinentalverbandes eine «Desinformations-Kampagne» vor. Diese dreht sich um den von der UEFA beantragten Zugang zu Dokumenten im Zusammenhang mit Infantinos letztlich gescheitertem Ansinnen, Anteile von Weltmeisterschaften an Investoren zu veräussern.
Dies geht aus einem nun veröffentlichten Schreiben an ein Gericht in Florida hervor. In dem 26 Seiten umfassenden Schreiben fordert die FIFA das Gericht in Florida auf, den Antrag der UEFA zurückzuweisen. Die FIFA argumentiert, dass das Ziel der UEFA darin bestehe, das Ergebnis der FIFA-Präsidentschaftswahl am 18. März kommenden Jahres zu beeinflussen, für die Infantino derzeit der einzige Kandidat ist.
«Die UEFA handelt in der Absicht, uns zu schikanieren, und nicht aufgrund eines legitimen Ermittlungsbedarfs», behauptet die FIFA und wirft Europas Verband «böswilliges Handeln» vor. Laut FIFA enthält das UEFA-Dossier zahlreiche falsche oder irreführende Behauptungen über die FIFA und Infantino. «Ohne jegliche Grundlage unterstellt die UEFA Herrn Infantino, er habe sich durch seinen Vorschlag, die Weltmeisterschaften für private Investoren zu öffnen, persönlich bereichern wollen.» (ram/t-online/sid/sda)

