Am Ende ging es für Borussia Dortmund nochmal gut. Dank des 2:1-Siegs in Lille steht der letztjährige Finalist im Viertelfinal der Champions League. Dazu brauchte es aber eine Wende in der zweiten Halbzeit, da man früh einem Rückstand hinterherlief. Dies lag an Jonathan Davids Tor in der 5. Minute.
Obwohl mehrere Dortmunder vor dem Gegentor nicht gut aussahen, wurde am Ende vor allem Goalie Gregor Kobel als Schuldiger ausgemacht. Schliesslich rollte ihm der Ball zwischen den Beinen hindurch, der Nati-Goalie war nicht schnell genug unten. Von einem Patzer war die Rede, Kobel selbst sah dies hingegen anders. «Ich fand, dass es gar nicht so mein Fehler war», meinte der Zürcher nach dem Spiel.
Verteidiger Nico Schlotterbeck habe den Ball mit der Ferse noch abgefälscht, was es für Kobel extrem schwierig gemacht habe. «Ich weiss natürlich auch, gerade wenn du es in Zeitlupe anguckst, dann sieht es super scheisse aus», befand der 27-Jährige und fügte an: «Ihr kennt mich auch. Ich sage eigentlich immer, wenn ich einen Fehler gemacht habe, dass das meiner ist.» Die Situation im Achtelfinal-Rückspiel sei aber einfach unglücklich gewesen. «Wenn du als Torwart schon in der Bewegung bist und der Schuss, gerade aus der Distanz, in die Gegenrichtung abgefälscht wird – wenn auch nur ein bisschen – dann bin ich tot», so der BVB-Goalie.
Schlotterbeck, der den Ball mit der Ferse noch berührt hatte, sagte gemäss Kicker: «An guten Tagen hält er den, aber er hat auch noch einen super Save in der zweiten Halbzeit gemacht.» Jetzt könne man beim BVB darüber lachen, aber: «Wenn wir verloren hätten, wäre es natürlich anders gewesen.»
Dass sich der Bundesligist in Lille, wo in dieser Saison auch schon das grosse Real Madrid unterlag und Juventus nicht über ein 1:1 hinauskam, durchsetzte, lag an einer deutlichen Steigerung der Gäste nach dem frühen Gegentor. Jedoch brauchte es auch einen nicht ganz unumstrittenen Penalty zu Beginn der zweiten Halbzeit. Serhou Guirassy wurde im Strafraum von Ex-Dortmunder Thomas Meunier zu Fall gebracht, Emre Can verwandelte sicher.
Keine Diskussionen gab es hingegen nach dem zweiten Treffer der Dortmunder. Maximilian Beier, der nach seinem Wechsel im letzten Sommer von Hoffenheim noch nicht so richtig beim BVB angekommen ist, knallte den Ball auf Vorlage von Guirassy sehenswert unter die Latte. Der einmal mehr starke Schlotterbeck freute sich für den 22-jährigen Offensivspieler: «Das hat er sich verdient.» Beier übe diesen Schuss sehr oft im Training, nun habe er beim BVB das erste Mal funktioniert. «Deshalb freut es mich für ihn, er ist ein guter Junge», so Innenverteidiger Schlotterbeck.
In der Folge verteidigten Kobel und seine Vordermänner die 2:1-Führung bis zum Schluss und verdienten sich das Viertelfinal-Duell mit dem FC Barcelona. «Es gibt nicht viel Schöneres», findet Gregor Kobel.