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WM: Bitte kein Penaltyschiessen! Schweizer Nati-Geschichte voller Dramen

Dejected Marco Streller from Switzerland (L) passes by Oleksandr Shovkovskiy (R) from Ukraine during the penalty shoot of the 2nd round match of 2006 FIFA World Cup between Switzerland and Ukraine in  ...
Marco Streller nach seinem Fehlschuss gegen die Ukraine an der WM 2006.Bild: EPA

Bitte kein Penaltyschiessen! Schweizer Geschichte voller Dramen – und mit einem Triumph

Mit dem Sechzehntelfinal gegen Algerien (Freitag, 5 Uhr) beginnt für die Schweiz die K.o.-Phase dieser WM. Aus Sicht der Nati ist zu hoffen, dass sie die Partie nach 90 oder 120 Minuten entscheiden kann.
02.07.2026, 09:5702.07.2026, 09:57

Im Fussball geschehen manchmal die unmöglichsten Dinge. Etwa, dass Deutschland ein Elfmeterschiessen verliert.

Die Schweiz hat, anders als der grosse Nachbar, eher schlechte Erinnerungen an die Entscheidung aus elf Metern. Von sechs Penaltyschiessen an grossen Turnieren konnte die Nati nur eines gewinnen.

Der Triumph

«Sommer hält! Sommer hält! SOMMER HÄLT» Sascha Ruefers Rufe sind vielen Schweizer Fussballfans noch bestens im Ohr. Yann Sommer, der hält, wird zum Sommerheld. An der EM 2021 wehrt er den Versuch Kylian Mbappé ab und hext die Schweiz gegen Weltmeister Frankreich in den Viertelfinal.

Die Dramen

Vier Tage nach diesem Erfolg ist das Glück, das es beim Penaltyschiessen auch benötigt, aufgebraucht. Im Viertelfinal gegen Spanien treffen Fabian Schär, Manuel Akanji und Ruben Vargas nicht, die Nati scheidet aus.

Das jüngste Ausscheiden nach einer Kurzentscheidung ist erst zwei Jahre her. Nach einem überzeugenden Turnier führt die Schweiz im EM-Viertelfinal 2024 gegen England, kassiert den Ausgleich, hat Xherdan Shaqiris legendären Eckball an die Latte in der 117. Minute – und verliert danach im Penaltyschiessen. Akanji verschiesst als erster Schweizer Schütze und als einziger, während sämtliche Engländer treffen.

Die Mutter aller Penalty-Niederlagen ist die allererste der Schweiz an einem Turnier: Das Achtelfinal-Aus an der WM 2006 gegen die Ukraine. Nach einem fürchterlichen Spiel, in dem keine Tore gefallen sind, scheitern alle Schweizer aus elf Metern: Marco Streller, Tranquillo Barnetta und Ricardo Cabanas.

An der EM 2016 brilliert Shaqiri mit seinem spektakulären Seitfallzieher gegen Polen. Es ist das 1:1, das auch nach 120 Minuten des Achtelfinals das Resultat ist. Von zehn Schützen treffen neun – leider ist der Fehlschütze mit Granit Xhaka ein Schweizer.

Besser machen es die Schweizer Schützen beim Penaltyschiessen mit der geringsten Bedeutung, es geht 2019 gegen England um Platz 3 in der Nations League. Die ersten fünf Schützen beider Teams versenken ihren Schuss. Dann legt Eric Dier für England vor und Josip Drmic bringt seinen Versuch nicht an Jordan Pickford vorbei.

Die Mutmacher

Elfmeter während des Spiels und Elfmeter während eines Penaltyschiessens sind zwei Paar Schuhe. Dennoch dürfen wir uns an dieser Statistik aufbauen: In diesem Jahr durfte die Nati vier Penaltys treten – und schoss vier Tore. Breel Embolo (im Test gegen Jordanien und zum WM-Auftakt gegen Katar) war ebenso zwei Mal erfolgreich wie Granit Xhaka (gegen Jordanien und an der WM gegen Bosnien-Herzegowina).

epa13035138 Breel Embolo of Switzerland scores the 1-0 by penalty during the FIFA World Cup 2026 group stage match Qatar against Switzerland, in San Francisco, USA, 13 June 2026. EPA/BENJAMIN FANJOY
Breel Embolo trifft gegen Katar: Er wäre bei einem Penaltyschützen wohl erster Schweizer Schütze.Bild: keystone

Der zweite Mutmacher ist der Blick auf die Statistik des Gegners. Algerien bestritt an Turnieren neun Penaltyschiessen und hat mit 4:5 Siegen ebenfalls eine negative Bilanz. Ihre letzten drei Penaltyschiessen – in den Jahren 2023 und 2025 – verloren die Algerier. (ram)

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