Löst Klopp Nagelsmann als Deutschland-Trainer ab? Die Zeichen verdichten sich
Fussball-Deutschland befindet sich noch immer im Schockzustand. Die Enttäuschung über das blamable WM-Aus im Sechzehntelfinal gegen Paraguay sitzt tief. Für die Verantwortlichen beim Deutschen Fussball-Bund geht es nun darum herauszufinden, was schiefgelaufen ist. Das grösste Problem scheint aber bereits gefunden zu sein.
Die Zeichen verdichten sich nämlich, dass Bundestrainer Julian Nagelsmann demnächst entlassen werde. Der 38-Jährige hatte nach dem Ausscheiden noch betont, weiterhin zur Verfügung zu stehen, um das Nationalteam auch an die Europameisterschaft 2028 zu führen. Von DFB-Sportdirektor Rudi Völler erhielt er Rückendeckung, doch sagte dieser auch: «Es ist nicht alleine meine Entscheidung.»
Und wie unter anderem Sky, Kicker und Bild übereinstimmend berichten, sollen die weiteren Verantwortlichen anderer Meinung sein. Präsident Bernd Neuendorf, Vizepräsident Hans-Joachim Watzke und Geschäftsführer Andreas Rettig sollen eine Entlassung Nagelsmanns befürworten. Davon konnten sie angeblich auch Völler überzeugen, auch die Stimmung im Land gegen Nagelsmann solle dabei eine Rolle gespielt haben. Dieser solle aber noch einmal die Chance bekommen, sich zu erklären. Dennoch gehe die Tendenz klar in Richtung Trennung.
Ein Favorit auf die Nachfolge ist gemäss den Berichten auch schon gefunden: Es ist Deutschlands Wunschtrainer Jürgen Klopp. Der 59-Jährige hat zwar noch einen bis 2029 laufenden Vertrag bei einem österreichischen Getränkehersteller als Head of Global Soccer, doch liess er sich schon bei Unterschrift im Oktober 2024 eine Ausstiegsklausel für einen bestimmten Job in den Vertrag schreiben: für den Posten als Nationaltrainer Deutschlands. Klopp selbst solle offen dafür sein, diesen zu übernehmen. Nach Mainz (2001 bis 2008), Dortmund (2008 bis 2015) und Liverpool (2015 bis 2024) wäre es erst seine vierte Station als Cheftrainer.
Für den DFB wäre es aber keine günstige Angelegenheit. Bei einer Entlassung Nagelsmanns aus dem bis 2028 laufenden Vertrag wäre angeblich rund die Hälfte seines ausstehenden Gehalts fällig. Dann würden ihm rund sieben Millionen Euro zustehen. (nih)
