Mehr Teams, neue Regeln und VAR-Erweiterung – das willst du vor der WM wissen
Das ist der neue Modus
Wer erreicht die K.o.-Phase?
Die 48 Mannschaften sind auf zwölf Gruppen mit je vier Teams verteilt. Die ersten zwei jeder Gruppe sowie die besten acht Gruppendritten erreichen die K.o.-Phase. Ab den Sechzehntelfinals geht es im Cup-System weiter. Insgesamt gibt es so 104 statt wie bisher 64 WM-Partien. Der Weltmeister bestreitet neu acht statt sieben Spiele.
Die FIFA hatte zunächst ein Format mit 16 Dreiergruppen vorgesehen, verwarf diese Idee aber wieder. Befürchtet wurden taktische Absprachen in den letzten Gruppenspielen. Mit dem jetzigen Modus absolvieren weiterhin alle Teams mindestens drei Partien.
Was passiert bei Punktgleichheit?
Bei Punktgleichheit in der Gruppenphase gelten an der WM 2026 dieselben Kriterien wie zuletzt an der WM 2022 in Katar. Ausschlaggebend sind in dieser Reihenfolge:
- Tordifferenz aus allen Spielen
- Anzahl erzielter Tore in allen Spielen
- Punkte aus den Direktbegegnungen der punktgleichen Teams
- Tordifferenz aus den Direktbegegnungen
- Erzielte Tore in den Direktbegegnungen
- Fairplay-Wertung (Gelbe und Rote Karten)
- Losentscheid durch die FIFA
Wie setzen sich die WM-Teilnehmer zusammen?
Die Zahl der WM-Teilnehmer aus Europa steigt von 13 auf 16. Afrika stellt neu neun Mannschaften (vier mehr als 2022), Asien acht (zwei respektive drei mehr unter Ausklammerung von Katar, dem Gastgeber 2022), Nord- und Mittelamerika, Südamerika sowie die Karibik sechs (zwei mehr). Ozeanien erhielt erstmals einen garantierten Startplatz. Zwei weitere Tickets wurden in interkontinentalen Playoffs vergeben. In diesen setzten sich die Demokratische Republik Kongo gegen Jamaika und der Irak gegen Bolivien durch.
Neue Regeln gegen Zeitspiel
Damit die Akteure auf dem Rasen weniger auf Zeit spielen können, hat die FIFA zusammen mit dem ehemaligen Spitzenschiedsrichter Pierluigi Collina folgende neue Regeln eingeführt:
- Bei Einwürfen und Abstössen gibt es bei der Weltmeisterschaft eine 5-Sekunden-Regel. Der Unparteiische auf dem Rasen zeigt mit einem erhobenen Arm einen Countdown an. Geht die Ausführung länger als fünf Sekunden, gibt es einen Einwurf für den Gegner oder falls der Abstoss nicht rechtzeitig ausgeführt wird, einen Eckball für das gegnerische Team.
- Auch die Spielerwechsel sollen fortan schneller über die Bühne gehen. Ein Spieler hat, sobald er auf der Auswechseltafel sieht, dass er den Platz verlassen muss, zehn Sekunden Zeit, das Feld beim nächsten Punkt der Spielfeldabgrenzung zu verlassen. Falls der Spieler länger braucht, darf der eingewechselte Akteur erst beim nächsten Unterbruch den Rasen betreten. Es muss aber mindestens eine Minute vergangen sein.
- Wenn ein verletzter Spieler vom medizinischen Personal auf dem Rasen behandelt wird, muss dieser danach vom Spielfeldrand eine Minute lang zuschauen. Allerdings gibt es einige Ausnahmen, falls der betroffene Spieler ein Torhüter ist, zwei Teamkollegen zusammenstossen oder wenn die Verletzung wegen eines Fouls geschieht, bei dem der Gegner eine Karte sieht.
Platzverweis für Hand vor den Mund und Schiri-Proteste
- Spieler dürfen bei einer verbalen Auseinandersetzung mit dem Gegner nicht mehr den Mund mit der Hand oder unter dem Trikot verstecken. Ansonsten wird der Spieler vom Platz gestellt. Damit sollen Rassismusvorfälle verhindert werden. Zuletzt gab es einen ähnlichen Fall in der Champions League, als Vinicius Junior von Gianluca Prestianni beleidigt wurde.
- Um ein ähnliches Chaos wie beim Afrika-Cup-Final zwischen Marokko und Senegal zu verhindern, werden Spieler mit einer Roten Karte bestraft, wenn das Feld nach einer Schiedsrichter-Entscheidung aus Protest verlassen wird.
Noch mehr Macht für den VAR
An der WM wird noch öfter auf den Video Assistant Referee (VAR) gesetzt. Diese Situationen kommen neuerdings dazu:
- Eine zweite Gelbe Karte, die dazu führt, dass ein Spieler mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wird, kann neuerdings vom VAR überprüft werden. Die erste Verwarnung wird weiterhin nicht gecheckt.
- Sollte dem falschen Spieler eine Karte gezeigt werden, kann der VAR intervenieren.
- Wenn ein Eckball gepfiffen wird, welcher keiner ist, darf der VAR die Szene schnell checken und direkt dem Schiedsrichter auf dem Platz mitteilen, dass die Partie mit Abstoss fortgeführt werden muss.
Gelbe Karten werden zweimal gestrichen
Da das Turnier eine K.-o.-Runde länger geht als noch vor vier Jahren, werden Gelbe Karten nicht nur noch nach dem Viertelfinal gestrichen, sondern auch nach der Gruppenphase. Somit sinkt die Chance, dass Spieler wegen einer zweiten Gelben Karte gesperrt werden.
Drei Minuten Trinkpause pro Halbzeit
In jeder Halbzeit wird es bei der kommenden WM zu einer dreiminütigen Trinkpause kommen. Ungefähr nach 22 und 67 Minuten wird die Partie jeweils für drei Minuten vom Schiedsrichter unterbrochen. (riz/sda)
