Mbappé stellt Paraguay-Senatorin nach üblen rassistischen Beleidigungen in den Senkel
Nach dem knappen 1:0-Sieg im WM-Achtelfinal von Frankreich gegen Paraguay wurde Siegtorschütze Kylian Mbappé von einer Politikerin aus dem südamerikanischen Land aufs Übelste rassistisch beleidigt. Die Senatorin Celeste Amarilla de Boccia setzte auf X zu einer echten Hasstirade an.
Unter anderem bezeichnete sie Mbappé als «kolonialisierten Kameruner, der kramphaft vorgibt, Franzose zu sein» sowie «neureich, arrogant und hässlich». In einem weiteren Post schrieb sie, dass Mbappé «statt Muttermilch Kokosnüsse ausgesaugt» habe und «das Gebildetste, was er je gehört hat, Schimpansen» gewesen seien.
Dass die 61-Jährige komplett die Beherrschung verlor, lag offenbar an einer Szene nach dem Spiel. Als Paraguay-Goalie Orlando Gill Mbappé gratulieren wollte, reagierte dieser nicht und jubelte weiter. Daraufhin warf Gill ihm den Ball an den Rücken, was zu einer Rudelbildung führte. Der Goalie erklärte später, dass er kurz die Nerven verloren habe, weil er sich ignoriert gefühlt habe. Dafür wurde Mbappé in paraguayischen Medien kritisiert. Amarilla schrieb zudem, dass Gill Mbappé den Stinkefinger hätte zeigen sollen. Paraguays Nationalteam wurden von einigen Experten gleichzeitig übertriebene Härte und unfaires Spiel vorgeworfen.
Auf die rassistischen Beleidigungen der paraguayischen Senatorin hat Kylian Mbappé inzwischen reagiert. «Sie sind eine verachtenswerte Frau, die ihres Amtes unwürdig ist», schrieb der 27-Jährige auf X. Amarilla würde Paraguay nicht repräsentieren, da das Land während der WM «Leidenschaft und Ehre versprüht» habe.
«Durch Ihren unverhohlenen Rassismus hat die ganze Welt bereits den historischen Weg und die Anstrengungen vergessen, die Ihre Spieler während dieser Weltmeisterschaft geleistet haben.» Stattdessen stehe im Rampenlicht nun eine «inkompetente Dame, die das schlechteste Bild ihres Landes vermittelt. Ich werde Menschen wie ihr niemals die Freiheit lassen, ihren Hass und ihren Rassismus in der ganzen Welt zu verbreiten», schloss Mbappé.
Madame Celeste Amarilla,
— Kylian Mbappé (@KMbappe) July 6, 2026
Vous êtes une femme méprisable et indigne de sa fonction.
Vous ne représentez pas le Paraguay, ce pays qui a transpiré la passion et l’honneur tout au long de la compétition. Par votre inconscience et votre racisme décomplexé, le monde entier a déjà… pic.twitter.com/EnYmgQXvPL
Frankreichs Sportministerin Marina Ferrari verurteilte die Äusserungen ihrer Berufskollegin ebenfalls aufs Schärfste: «Diese Äusserungen sind abscheulich, unwürdig und umso inakzeptabler, als sie von einer politischen Verantwortlichen stammen.»
Auch die Regierung Paraguays veröffentlichte am gestrigen Montag ein Statement zu den Posts von der Politikerin der Oppositionspartei PLRA (auf Deutsch: Authentische Radikal-Liberale Partei), in dem sie schrieb, dass sie diese «bedauern und verurteilen» würde. Diese würden den «Werten und Prinzipien widersprechen, für die Paraguay einsteht, um das friedliche Zusammenleben und den Respekt der menschlichen Würde zu sichern». (nih)
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