Viel Balogun-Lärm um Nichts – USA kommen im Achtelfinal gegen Belgien unter die Räder
Die politische Begnadigung von Folarin Balogun hat dem Gastgeber USA auf dem Rasen kein Glück gebracht. In einem mit Spannung erwarteten WM-Achtelfinal unterliegen die Amerikaner in Seattle einer abgeklärten belgischen Auswahl deutlich mit 1:4. Damit ist auch der dritte und letzte Co-Gastgeber dieser Weltmeisterschaft ausgeschieden, während Belgien erstmals seit 2018 wieder den Sprung unter die letzten Acht schafft.
Dabei stand die Partie im Lumen Field ganz im Zeichen der hochpolitischen Kontroverse um Balogun. Der US-Stürmer durfte auflaufen, weil die FIFA seine automatische Rotsperre nach einer Intervention aus dem Weissen Haus aussetzte – ein Entscheid, der den belgischen Verband im Vorfeld zu wütenden Protesten und einer Drohung vor dem CAS veranlasste. Doch auf dem Platz fanden die Belgier die sportlich perfekte Antwort.
Die «Roten Teufel», bei denen Trainer Rudi Garcia die Stars Kevin De Bruyne und Jérémy Doku zunächst überraschend auf der Bank beliess, zeigten sich unbeeindruckt vom Nebengeräusch und diktierten von Beginn an das Geschehen. Bereits in der 9. Minute nutzte Charles De Ketelaere eine amerikanische Nachlässigkeit im Strafraum eiskalt zur frühen belgischen Führung aus.
Die USA zeigten in der ersten halben Stunde ihre wohl schwächste Turnierleistung. Erst ein abgefälschter Freistoss von Malik Tillman in der 31. Minute bescherte den überraschenden Ausgleich. Doch die amerikanische Freude währte nicht lange: Nur zwei Minuten später schlug De Ketelaere nach einer massgeschneiderten Flanke von Leandro Trossard erneut zu und nickte zum 2:1 ein (33.).
Nach dem Seitenwechsel versuchte US-Trainer Mauricio Pochettino mit der Einwechslung von Giovanni Reyna neue offensive Impulse zu setzen. Doch die Amerikaner bissen sich an der kompakten belgischen Defensive, die gezielt auf Konter lauerte, regelmässig die Zähne aus. Und jener Mann, über den die ganze Fussballwelt sprach, blieb blass: Folarin Balogun kam kaum zur Geltung und vergab in der 82. Minute alleine vor Thibaut Courtois kläglich die grösste amerikanische Chance.
Stattdessen besiegelte ein grober Aussetzer von US-Keeper Matt Freese die Niederlage. Er vertändelte den Ball unnötig, was der eingewechselte Hans Vanaken mit einem Schuss aus 30 Metern ins leere Tor zum 3:1 bestrafte (57.). In der Nachspielzeit setzte Romelu Lukaku nach Vorarbeit von Doku mit dem 4:1 den Schlusspunkt (90+3).
Belgien feiert nach dem späten Kraftakt im Sechzehntelfinal nun einen souveränen Sieg und darf weiter vom grossen Wurf träumen. Im Viertelfinal in Inglewood treffen die Belgier am Freitag auf den Mitfavoriten Spanien. Für die USA endet das Heimturnier nach einer turbulenten Woche auf bittere Weise – und angesichts der belgischen CAS-Drohung droht auch am grünen Tisch noch ein Nachspiel.
USA - Belgien 1:4 (1:2)
Seattle. 66'925 Zuschauer. SR Makhadmeh (JOR).
Tore: 9. De Ketelaere (Raskin) 0:1. 31. Tillman 1:1. 33. De Ketelaere (Trossard) 1:2. 57. Vanaken (De Ketelaere) 1:3. 93. Lukaku (Vanaken) 1:4.
USA: Freese; Freeman, Richards, Ream, Antonee Robinson (92. Arfsten); McKennie, Adams (72. Pepi), Tillman; Dest (46. Reyna), Balogun (92. Wright), Pulisic (59. Berhalter).
Belgien: Courtois; Castagne, Ngoy, Mechele, De Cuyper; Onana (21. Vanaken), Raskin (89. Witsel); Lukébakio (67. Doku), Tielemans, Trossard (89. Saelemaekers); De Ketelaere (67. Lukaku).
Verwarnungen: 35. McKennie. 69. Tillman. (nih/sda)
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