Die WM-Geschichte spricht für den Halbfinal-Einzug eines Underdogs
Schafft es die Schweiz in den WM-Halbfinal? Das entscheidet sich ab 3 Uhr in der Nacht gegen Titelverteidiger Argentinien. Die Nati geht als Aussenseiterin in die Partie.
Ein Mutmacher ist der Blick auf frühere Weltmeisterschaften. Der zeigt nämlich, dass es sehr häufig eine Mannschaft in die Halbfinals schaffte, die man vor dem Turnier nicht auf der Rechnung hatte – manchmal waren es gar zwei Underdogs.
Nachdem mit Frankreich und Spanien die ersten beiden WM-Halbfinalisten 2026 bekannt sind und es sich dabei um Topfavoriten handelt, ist der Platz des Underdogs noch offen. Wird es Norwegen, das sich heute Abend ab 23 Uhr mit England misst? Wird es die Schweiz? Oder werden sich am Ende sogar beide in einem Sensations-Halbfinal gegenüberstehen?
Letschkows Kopfball schockt Deutschland …
Schon die letzte Fussball-WM in den USA sah 1994 zwei Aussenseiter, die in die Halbfinals vorstiessen: Schweden und Bulgarien. Die Schweden um Tomas Brolin, Martin Dahlin und Henrik Larsson kamen mit nur einem Sieg in der Vorrunde weiter. Im Halbfinal war gegen Brasilien Schluss, am Ende resultierte Rang 3 – dank eines 4:0-Siegs über Bulgarien. Die Osteuropäer um Barça-Star Christo Stoitschkow hatten im Viertelfinal sensationell Titelverteidiger Deutschland rausgekegelt.
… und auch Kroatien wirft das DFB-Team raus
An der WM 1998 scheiterten die Deutschen wieder an einem Aussenseiter: Kroatien. Das kleine Balkan-Land konnte 2018 gar noch einen draufsetzen und zog bis in den WM-Final ein, den es gegen Frankreich verlor.
Südkorea dank Schiri Moreno …
2002 in Japan und Südkorea stürmte der Co-Gastgeber Südkorea bis in die Halbfinals – auch dank gütiger Hilfe der Schiedsrichter sowohl im Achtelfinal gegen Italien wie auch im Viertelfinal gegen Spanien.
… die Türkei dank Joker Mansiz
Gleichzeitig machte sich Ilhan Mansiz, der später als Eiskunstläufer eine Olympia-Teilnahme anstrebte, unsterblich: Er erzielte das Golden Goal gegen Senegal, das die Türkei ebenfalls in den WM-Halbfinal brachte.
Die Hand Satans
Dank Luis Suarez schaffte es Uruguay, dessen zwei Weltmeistertitel eine Ewigkeit zurückliegen, 2010 mal wieder in einen Halbfinal. Aber es war kein Treffer des Stürmers, der dafür sorgte, sondern in letzter Minute ein Hands auf der Linie, mit dem er Ghanas Siegtor im Viertelfinal verhinderte. Den fälligen Penalty verschoss Asamoah Gyan und im Penaltyschiessen setzten sich die Urus durch. Suarez wurde in der Heimat als Winkelried gefeiert, im Rest der Welt war er schon vier Jahre vor dem Biss in Giorgio Chiellinis Schulter eher unten durch.
Marokko für den ganzen Kontinent
An der bislang letzten WM, 2022 in Katar, gelang Marokko ein Meilenstein. Nach Erfolgen über die Mittelmeer-Nachbarn Spanien und Portugal zog es als erstes afrikanisches Team in einen WM-Halbfinal ein.
Marokko feiert in aller Welt den Einzug in den WM-Halbfinal
Schweden, Bulgarien, Kroatien, Südkorea, die Türkei, Uruguay, Marokko – alle waren Underdogs, die den Etablierten ein Schnippchen schlagen und Geschichte schreiben konnten. Reiht sich die Schweiz in diese Liste ein? Oder bleiben die «Grossen» wie 2006 (Deutschland, Italien, Portugal, Frankreich) und 2014 (Deutschland, Brasilien, Niederlande, Argentinien) unter sich?
