Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Football - Paris St Germain v Manchester United - International Champions Cup Pre Season Friendly Tournament - Soldier Field, Chicago, Illinois, United States of America - 30/7/15
Paris St Germain's Zlatan Ibrahimovic celebrates scoring a goal
Action Images via Reuters / Jeff Haynes
Livepic

Die ersten drei Ligaspiele hat er nicht bestritten: Spielt Zlatan Ibrahimovic nie mehr im PSG-Dress?  Bild: Jeff Haynes/REUTERS

Auch wenn für den Magier der Circus Maximus lockt: Zlatan Ibrahimovic darf auf keinen Fall in die Premier League wechseln!

Wechselt Zlatan Ibrahimovic gegen Ende seiner Karriere zum ersten Mal in die Premier League? Manchester United und Arsenal sollen ein Thema sein. So aufregend diese Vorstellung ist, ein Verbleib in der Ligue 1 oder die Rückkehr zur AC Milan wäre die bessere Option. 



Wusstest du schon, dass ... 

Die Liste der sogenannten «Ibrahimovic-Facts» könnte man noch lange weiterführen, denn Zlatan Ibrahimovic ist im Verlaufe seiner Karriere zum Chuck Norris der Fussball-Welt avanciert. Fans rund um den Globus denken sich reihenweise Witze aus, die dem Schweden übernatürliche Kräfte attestieren. Zlatan Ibrahimovic hat sich in seiner Karriere den Status eines Superhelden erspielt.

Und welche Show-Bühne würde einem Superstar wie Zlatan Ibrahimovic am ehesten gerecht werden? Natürlich, die am besten vermarktete Liga der Welt: Die englische Premier League. Für viele Fussball-Liebhaber wäre ein Wechsel Ibrahimovics auf die Insel das Nonplusultra. Eine betörende Gedankenspielerei: Der Magier im Circus Maximus. Noch nie hat der 33-Jährige in seiner langen Karriere für einen englischen Verein gespielt.

Gerüchte um Arsenal und Manchester

Spekulationen in diese Richtung wurden diese Woche neu entfacht, als bekannt wurde, dass Paris Saint-Germain Zlatan Ibrahimovic bei einem ansprechenden Angebot würde ziehen lassen. Zudem hat Ibrahimovic wegen einer angeblichen Knieverletzung in der laufenden Saison noch kein Ligaspiel für PSG absolviert – auch gestern gegen Montpellier fehlte er. Die Zeichen stehen momentan auf Abschied, was laut «The Guardian» Arsenal und Manchester United auf den Plan gerufen hat. 

ManU braucht im Sturm Verstärkung. Nach den Abgängen von Robin van Persie und Radamel Falcao ist Wayne Rooney neben Wundertüte Javier Hernandez die einzig echte Spitze im Team von Louis van Gaal. Deswegen bemühten sich die Red Devils vergangene Woche auch um Pedro Rodriguez, doch das Rennen um den Spanier ging an Liga-Konkurrent Chelsea

epa04888562 Manchester United's Wayne Rooney in action during the UEFA Champions League play-off round first leg soccer match between Manchester United and Club Brugge held at the Old Trafford in Manchester, Britain, 18 August 2015.  EPA/PETER POWELL

Wayne Rooney könnte einen produktiven Sturmpartner durchaus brauchen.  Bild: PETER POWELL/EPA/KEYSTONE

Angesichts des kollektiven Wettrüstens in der Premier League sieht sich auch Arsenal quasi dazu gezwungen, eine weitere Waffe für den Angriff einzukaufen. Deshalb liebäugeln die englischen Medien bereits mit einem Dreizack um Giroud, Sanchez und Ibrahimovic.

Doch ein Wechsel in die Premier League wäre ein Fehler. Zlatan Ibrahimovic könnte in der beliebtesten Liga der Welt nicht mehr der Zlatan Ibrahimovic sein, der ihn zu Chuck Norris machte. 

Titel um Titel um Titel

Zuerst einmal muss die Frage beantwortet werden, weshalb der Schwede überhaupt so unantastbar geworden ist. Zum einen ist da sicher seine draufgängerische Art, die durchaus überheblich wirkt, dabei dennoch irgendwie sympathisch. Ibrahimovic ist immer für eine Überraschung gut, im Gegensatz zu fast all seinen Berufskollegen sind Interviews mit ihm nie langweilig.

Aussagen wie «Eine WM ohne mich lohnt sich gar nicht anzuschauen» oder «wir suchen eine Wohnung in Paris, wenn wir nichts finden, kaufen wir einfach ein Hotel» gehören schon fast zur Tagesordnung. Kurz gesagt, Zlatan Ibrahimovic ist für einen Sportler extrem lustig. Dies kommt in der Unterhaltungs-Industrie Fussball sehr gut an und hat viel zu seinem gegenwärtigen Renommee beigetragen.

Doch in erster Linie ist Zlatan zu dem geworden, der er ist, weil er unfassbar gut Fussballspielen kann und ein ausserordentlicher Winnertyp ist. 

2001 wechselte er zu Ajax Amsterdam und wurde umgehend Meister.

2004 wechselte er zu Juventus Turin und wurde umgehend Meister.

2006 wechselte er zu Inter Mailand und wurde umgehend Meister.

2009 wechselte er zu Barcelona und wurde umgehend Meister.

2010 wechselte er zur AC Milan und wurde umgehend Meister.

2012 wechselte er zu Paris St-Germain und wurde umgehend Meister.

Zudem wurde er in Italien und Frankreich je zwei Mal Torschützenkönig. Zlatan Ibrahimovic war während seiner gesamten Karriere ein Garant für Titel. Ein Heilsbringer für jedes Team, der unbestrittene Starspieler – mal abgesehen von Barcelona, doch dazu später. 

Inter Milan Zlatan Ibrahimovic of Sweden celebrates the winning of the

Ein gewohntes Bild: Zlatan Ibrahimovic hatte nicht nur bei Inter den Status eines Halbgotts.  Bild: AP

Das Ferrari-Fiat-Problem

Die Wahrscheinlichkeit, dass diese schier unglaubliche Serie in der Premier League eine Fortsetzung finden würde, ist klein. Die grösste Chance Meister zu werden hätte er wohl mit Manchester City. Aber in Anbetracht der Konkurrenz wäre auch das alles andere als ein Selbstläufer. Zudem wäre er im Sturm neben Sergio Agüero, Raheem Sterling und Wilfried Bony auch nicht die unbestrittene Nummer 1 – eine Rolle, die so ganz und gar nicht zum Chuck-Norris-Image passen würde. 

Bei Arsenal und Manchester United würde dies etwas anders aussehen. Zlatan Ibrahimovic wäre dort wohl unbestrittener Stammspieler. Was aber noch lange nicht heissen würde, dass sich das ganze Team auf ihn ausrichtet. Arsenal-Coach Arsène Wenger ist nicht der Typ für eine solche Strategie, Louis van Gaal wohl auch nicht. Zumal sich der Schwede und der Holländer bei ihrer gemeinsamen Zeit bei Ajax Amsterdam gegen Ende überhaupt nicht mehr verstanden. 

epa04860319 Arsenal manager Arsene Wenger prior to an Emirates Cup soccer match between Arsenal and Olympique Lyonnais at the Emirates Stadium in London, Britain, 25 July 2015.  EPA/ANDY RAIN

Arsène Wenger würde sein Spiel wohl kaum auf Zlatan Ibrahimovic ausrichten. Bild: ANDY RAIN/EPA/KEYSTONE

Was passiert, wenn sich in einer Mannschaft nicht alles um Zlatan Ibrahimovic dreht, hat man beim FC Barcelona gesehen. Neben Lionel Messi und den anderen Weltstars konnte sich «Ibra» nie richtig entfalten. «Man kauft keinen Ferrari, um ihn wie einen Fiat zu fahren», lautete das Fazit des Schweden über seine Zeit beim FC Barcelona. 

Würde eigentlich nur noch Chelsea übrig bleiben. Das Duo Mourinho-Ibrahimovic würde aller Voraussicht nach bestens harmonieren, das hat die gemeinsame Zeit bei Inter Mailand gezeigt. Doch hätte der mittlerweile 33-jährige Stürmer überhaupt noch die Qualität, um neben Stürmern wie Diego Costa, Radamel Falcao und Pedro Rodriguez zu bestehen? 

So stark ist Ibrahimovic gar nicht mehr

19 Tore hat Ibrahimovic letzte Saison für PSG in der Liga geschossen und wurde damit zum ersten Mal nicht Torschützenkönig der Ligue 1. Acht Treffer erzielte er mittels Elfmeter, bleiben noch elf Tore aus dem Spiel heraus.

Überragend ist dieser Wert nicht, erzielte er doch mehr als die Hälfte seiner Treffer gegen Stade Reims, EA Guingamp, FC Lorient, RC Lens und den FC Nantes. Gegner, die Paris St-Germain normalerweise so lässig vernascht wie Philosophie-Studenten Schnecken mit Knoblauchsauce im Pariser Quartier Latin.  

Paris Saint Germain's Swedish forward Zlatan Ibrahimovic scores a penalty against Lyon during the League One soccer match between Lyon and Paris Saint-Germain, at the Gerland Stadium, in Lyon, central France, Sunday Feb. 8, 2015. (AP Photo/Claude Paris)

Beinahe die Hälfte seiner Treffer erzielte Zlatan Ibrahimovic letzte Saison vom Elfmeterpunkt.  Bild: Claude Paris/AP/KEYSTONE

Attraktiv wäre Ibrahimovic für die allermeisten Premier-League-Vereine dennoch. Allein schon, wenn man an das Trikot-Merchandising denkt. Die Ablösesumme dürfte sich im Vergleich zum Otamendi-Sterling-Wahnsinn auch auf einem moderaten Niveau befinden. 

Doch auf der Premier-League-Bühne müsste der Zauberer das Publikum trotz vieler Vorschusslorbeeren noch einmal von neuem in seinen Bann ziehen. Ob Ibrahimovic dies nochmals schaffen könnte, ist angesichts seines Alters und den immer häufiger auftretenden Verletzungen mehr als fraglich.

Heisser Flirt mit Berlusconi

Anders sieht dies in Frankreich aus. Dort muss Ibrahimovic niemanden mehr von sich überzeugen. Auch wenn er in den kommenden Jahren sportlich etwas nachlassen wird, der Schwede wird die Hauptattraktion der Liga bleiben. 

Dasselbe gilt für die Serie A: Dort hat der Mann aus Malmö bei Juve, Inter und der AC sein Ibrakadabra schon so oft gezeigt, dass er sowieso bis zu seinem Karriereende vergöttert werden würde. Egal, wie gut er spielt. Die AC Milan macht denn auch keinen Hehl daraus, dass sie ihren verlorenen Sohn gerne wieder zurückhaben würde.

epa02857198 AC Milan's Zlatan Ibrahimovic lifts the trophy after winning the Italian Supercup match between AC Milan and Inter Milan at the Birds Nest Stadium in Beijing, China, 06 August 2011.  EPA/DIEGO AZUBEL

Die AC Milan wäre mit Ibrahimovic vielleicht sogar gut genug, um die Meisterschaft zu gewinnen.   Bild: EPA

Für AC-Präsident Silvio Berlusconi scheint die Verpflichtung von Ibrahimovic eine Herzensangelegenheit zu sein. Siegessicher frohlockt der Cavaliere bereits: «Wenn Zlatan und PSG sich trennen, dann gibt es für ihn nur uns, das hat er uns versprochen.» Milans neuer 30-Millionen-Mann Carlos Bacca kündigte derweil schon mal an: «Wir könnten alle drei zusammen spielen. Luiz Adriano und Ich ganz vorne und Ibrahimovic gleich dahinter. Das wäre ein grossartiger Sturm.» Tatsächlich ein schlagkräftiges Trio für die Serie A. Im Idealfall vielleicht sogar gut genug, um mit Juventus Turin um den Scudetto zu spielen.

Und käme Zlatan Ibrahimovic bei der Milan einmal zu spät ins Training, dann würde Silvio Berlusconi alle anderen Spieler bestrafen, weil sie zu früh erschienen sind. 

Könnte dich ebenfalls interessieren: Die besten Fussballer-Zitate

Kennst du schon die watson-App?

Über 150'000 Menschen nutzen bereits watson für die Hosentasche. Unsere App hat den «Best of Swiss Apps»-Award gewonnen und wurde unter «Beste Apps 2014» gelistet. Willst auch du mit watson auf frische Weise informiert sein? Hol dir jetzt die kostenlose App für iPhone/iPad und Android.

Das könnte dich auch interessieren:

Diese 9 Food Trucks aus New York wünschen wir uns in der Schweiz (weil absolut 🤤)

Link zum Artikel

Federer/Nadal necken sich wie ein altes Ehepaar und McEnroe will «ihre Karrieren beenden»

Link zum Artikel

«Kein Brexit ohne Parlament!» John Bercow sagt Johnson in Zürich den Kampf an

Link zum Artikel

St. Galler Polizist schiesst sich aus Versehen in den Oberschenkel

Link zum Artikel

Die lange Reise der Schiedsrichter-Pfeife an die Rugby-WM nach Japan

Link zum Artikel

Eins vor Tod will ich Sex und (eventuell) eine Ohrfeige

Link zum Artikel

CVP fährt grosse Negativ-Kampagne gegen andere Parteien – die Reaktionen sind heftig

Link zum Artikel

Wo du in dieser Saison Champions League und Europa League sehen kannst

Link zum Artikel

Migros Aare baut rund 300 Arbeitsplätze ab

Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Banking-Apps wie Revolut – so gehen die Betrüger vor

Link zum Artikel

YB droht Bickel mit Gericht, nachdem er als Sportchef 40 Mio. verlochte

Link zum Artikel

Warum wir bald wieder über den Schweizer Pass reden werden

Link zum Artikel

«Ich hatte Sex mit dem Ex meiner besten Freundin…»

Link zum Artikel

Die amerikanische Agentin, die Frankreichs Résistance aufbaute

Link zum Artikel

Matheproblem um die Zahl 42 geknackt

Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich in der Schweiz aus? Diese 11 Rätsel zeigen es dir

Link zum Artikel

«In der Schweiz gibt es zu viel Old Money und zu wenig Smart Money»

Link zum Artikel

So schneiden die Politiker im Franz-Test ab – wärst du besser?

Link zum Artikel

Röstigraben im Bundeshaus: «Sobald ich auf Deutsch wechsle, sinkt der Lärm um 10 Dezibel»

Link zum Artikel

So erklärt das OK der Hockey-WM in der Schweiz die Ähnlichkeit zum Tim-Hortons-Spot

Link zum Artikel

Die Geschichte von «Ausbrecherkönig» Walter Stürm und seinem traurigen Ende

Link zum Artikel

«Informiert euch!»: Greta liest den Amerikanern bei Trevor Noah die Leviten

Link zum Artikel

Keine Angst vor Freitag, dem 13.! Diese 13 Menschen haben bereits alles Pech aufgebraucht

Link zum Artikel

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Link zum Artikel

«Ich bin … wie soll ich es sagen … so ein bisschen ein Arschloch-Spieler»

Link zum Artikel

Alles, was du über die neuen iPhones und den «Netflix-Killer» von Apple wissen musst

Link zum Artikel

15 Bilder, die zeigen, wie wunderschön und gleichzeitig brutal die Natur ist

Link zum Artikel

Shaqiri? Xhaka? Von wegen! Zwei Torhüter sind die besten Schweizer bei «FIFA 20»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ksayu45 22.08.2015 12:14
    Highlight Highlight Zlatan in der PL? Also ich fänds geil!! :) bei welchem Verein wäre eigentlich egal.. für seine Verhältnisse ist er eh schon zu lange am gleichen Ort und die Ligue 1 ist für ihn inzwischen sicher auch langweilig. Jetzt ist möglicherweise seine letzte Chance nach England zu gehen. Später kommen nur noch Katar, USA usw in Frage

George Weah dribbelt einfach alle aus und schiesst ein Wundertor

8. September 1996: George Weah eröffnet die neue Serie-A-Saison mit einem Paukenschlag. Beim 4:1-Sieg Milans gegen Hellas Verona trifft Afrikas Fussballer des Jahrhunderts nach einem unfassbaren Solo über den ganzen Platz.

In Erinnerung habe ich von George Weah drei Sachen. Erstens: Er hatte Oberschenkel wie ein Pferd. Zweitens: Er wollte nach seiner Karriere Staatspräsident werden. Und drittens: Er schoss ein Tor für die Ewigkeit.

Von Beinmuskulatur und politischen Ambitionen wird etwas später die Rede sein. Primär war George Tawlon Manneh Oppong Ousman Weah ein herausragender Fussballer. Mamma mia, was war er für ein grossartiger Stürmer!

1995 wird er als erster und bis heute einziger Afrikaner zum …

Artikel lesen
Link zum Artikel