Sport
Fussball

Sascha Ruefer rudert nach seiner Wortwahl bei Embolos Schwalbe zurück

epa13106288 Breel Embolo (C) of Switzerland leaves the pitch after being shown the red card during the FIFA World Cup 2026 quarterfinals match Argentina vs Switzerland, in Kansas City, USA, 11 July 20 ...
Unter Tränen verlässt Breel Embolo den Platz.Bild: keystone

Sascha Ruefer rudert nach seiner Wortwahl bei Embolos Schwalbe zurück

Der Platzverweis gegen Breel Embolo ist der grosse Aufreger beim Ausscheiden der Schweiz an der Fussball-WM. SRF-Reporter Sascha Ruefer korrigiert in der TV-Übertragung lange nach der Schwalbe des Stürmers seine Formulierung.
12.07.2026, 09:5012.07.2026, 09:50

Es ist die Szene, über die die Fussball-Schweiz noch lange diskutieren wird. Im WM-Viertelfinal gegen Argentinien läuft die 69. Minute, es steht 1:1. Kurz nach Dan Ndoyes Ausgleich hat die Schweiz die Oberhand.

Da kommt es an der Seitenlinie zum Zweikampf zwischen Leandro Paredes und Breel Embolo, der Schweizer sinkt zu Boden. SRF-Reporter Sascha Ruefer fordert eine Gelbe Karte für den Argentinier, die ihm der Schiedsrichter prompt zeigt.

Die Wiederholung zeigt allerdings, dass Embolo gar nicht gefoult wurde, sondern eine Schwalbe hingelegt hat. Noch wirkt Ruefer belustigt, als er seinen Co-Kommentator Beni Huggel fragt: «Eigentlich war's gar kein Foul, hast du's gesehen?»

Die Tonlage des Reporters ändert sich schlagartig, als Schiedsrichter João Pinheiro mittels der entsprechenden Geste anzeigt, dass er sich die Szene am Bildschirm anschauen möchte. Ruefer erklärt: «Jetzt geht er raus, schauen, weil vielleicht nicht Paredes der Übeltäter war, sondern jemand anders.»

SRF-Schiedsrichter-Experte Sascha Amhof führt aus, dass es an dieser WM eine neue Regel gibt. Mit ihr kann eine fälschlicherweise gezeigte Gelbe Karte korrigiert werden – auch dann, wenn sie nicht ein Mit- sondern ein Gegenspieler hätte sehen sollen. Wenn es also kein Foul war, sondern eine Schwalbe.

Sascha Ruefer SRF-Reporter
Sascha Ruefer, seit Jahren Kommentator der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft.Bild: SRF/Gian Vaitl

«Wenn das geschieht, dann gute Nacht», kündigt Ruefer an, «dann müssen wir künftig ganz, ganz viele Szenen, vor allem Strafraumszenen, ahnden.» Er fügt hinzu: «Natürlich war das eine Schwalbe, aber Embolo hat bereits Gelb gesehen.»

Dann verkündet Ref Pinheiro sein Urteil – und Ruefer startet durch:

«Embolo fliegt vom Platz. Das gibt's gar nicht! Das ist ein absoluter Irrsinn! Das ist ein absoluter Irrsinn! Das ist ein Witz im Quadrat! Das gibt's gar nicht! Das ist ein Witz im Quadrat! Freunde, wir müssen aufhören mit dem VAR. Das ist ein absoluter Witz.»
Referee Joao Pinheiro, of Portugal, gives a red card to Switzerland's Breel Embolo (7), left, during the World Cup quarterfinal soccer match between Argentina and Switzerland in Kansas City, Mo., ...
Embolo und seine Kollegen sind entsetzt: Er sieht Gelb-Rot.Bild: keystone

Während auf dem Feld Schweizer Mitspieler und Betreuer auf den Schiedsrichter einreden, lässt Ruefer seinem Ärger auf der Tribüne freien Lauf:

«Was hier geschieht, hat skandalöse Ausmasse. (längere Pause) Natürlich war das eine Schwalbe, definitiv. Aber sowas … Mit Verlaub, das ist für mich ein Skandal. Ein absoluter Skandal.»

Auch Huggel äussert sein Unverständnis über den Entscheid. Der Ex-Nationalspieler bleibt dabei sachlich, während Reporter Ruefer von einem «maximalen Skandal» und einem «absoluten Totalversagen» spricht. Auch Minuten später ist er noch auf 180:

«Es ist ein Witz, echt! Hört auf mit dem VAR, hört auf damit, das ist absoluter Mist! Ein Skandal.»

Es dauert eine Viertelstunde, dann krebst Sascha Ruefer ein Stück weit zurück. Schiedsrichter-Experte Amhof hat noch einmal dargelegt, weshalb die Gelb-Rote Karte regelgerecht ist. Ruefer daraufhin:

«Korrekt. Und deshalb, da bin ich auch fair, muss ich das Wort ‹Skandal› als Kommentator zurücknehmen. Ich rege mich nach wie vor auf, aber von ‹Skandal› zu sprechen, wäre dann eben falsch und soll hier von mir zurückgenommen werden.»

Auch mit einem Mann weniger zeigt die Schweiz in Kansas City gegen den Titelverteidiger eine gute Leistung. Erst ein Traumtor von Julian Alvarez und ein Treffer in den letzten Augenblicken der Verlängerung sorgen für die 1:3-Niederlage und das Ausscheiden im WM-Viertelfinal. (ram)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die besten Bilder der Fussball-WM 2026
1 / 133
Die besten Bilder der Fussball-WM 2026

Wie 2022 immer noch die Weltbesten? Sicher ist: Argentinien steht im Halbfinal. Es beendet mit einem 3:1 n.V. die Träume der Schweiz.

quelle: keystone / ashley landis
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Die Schweiz scheidet im WM-Viertelfinale aus – das sagen die Fans der Nati nach dem Spiel
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
46 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
SpitaloFatalo
12.07.2026 10:00registriert März 2020
Embolo hat mit seiner Einfältigkeit den Traum des Teams kaputtgemacht. Schuld soll aber der Schiedsrichter sein, der hier völlig korrekt entscheidet.
10616
Melden
Zum Kommentar
avatar
Voraus denken!
12.07.2026 10:09registriert März 2022
Das Gegenteil ist der Fall.
Dank dem VAR hat der Fussball noch eine kleine Chance wieder zu einem Sport zu werden den man sich anschauen kann.

Die Schwalbenkönige und andere Dramaqueens haben den Sport kaputt gemacht. Es wird endlich Zeit, dass konsequent dagegen vorgegangen wird.
875
Melden
Zum Kommentar
avatar
Pumpido
12.07.2026 09:59registriert Mai 2017
Unnötige Schwalbe und eine unnötige Niederlage.
Aber selten so ein unsympathisches Team erlebt, wie dieses Argentinien.
8315
Melden
Zum Kommentar
46
James Corden vergleicht Murat Yakin mit Bond-Bösewicht – der Nati-Trainer kontert
Obwohl er selbst neben statt auf dem Platz steht, ist der Schweizer Nati-Coach Murat Yakin eine der aufsehenerregendsten Persönlichkeiten an dieser Fussball-Weltmeisterschaft. Weltweit sorgt er mit seinem Look für Begeisterung. (Ja, auch bei uns, drum haben wir sogar versucht, uns eigene Muris zu basteln – mit unterschiedlichem Erfolg, aber sieh selbst:)
Zur Story