Sascha Ruefer rudert nach seiner Wortwahl bei Embolos Schwalbe zurück
Es ist die Szene, über die die Fussball-Schweiz noch lange diskutieren wird. Im WM-Viertelfinal gegen Argentinien läuft die 69. Minute, es steht 1:1. Kurz nach Dan Ndoyes Ausgleich hat die Schweiz die Oberhand.
Da kommt es an der Seitenlinie zum Zweikampf zwischen Leandro Paredes und Breel Embolo, der Schweizer sinkt zu Boden. SRF-Reporter Sascha Ruefer fordert eine Gelbe Karte für den Argentinier, die ihm der Schiedsrichter prompt zeigt.
Die Wiederholung zeigt allerdings, dass Embolo gar nicht gefoult wurde, sondern eine Schwalbe hingelegt hat. Noch wirkt Ruefer belustigt, als er seinen Co-Kommentator Beni Huggel fragt: «Eigentlich war's gar kein Foul, hast du's gesehen?»
Die Tonlage des Reporters ändert sich schlagartig, als Schiedsrichter João Pinheiro mittels der entsprechenden Geste anzeigt, dass er sich die Szene am Bildschirm anschauen möchte. Ruefer erklärt: «Jetzt geht er raus, schauen, weil vielleicht nicht Paredes der Übeltäter war, sondern jemand anders.»
SRF-Schiedsrichter-Experte Sascha Amhof führt aus, dass es an dieser WM eine neue Regel gibt. Mit ihr kann eine fälschlicherweise gezeigte Gelbe Karte korrigiert werden – auch dann, wenn sie nicht ein Mit- sondern ein Gegenspieler hätte sehen sollen. Wenn es also kein Foul war, sondern eine Schwalbe.
«Wenn das geschieht, dann gute Nacht», kündigt Ruefer an, «dann müssen wir künftig ganz, ganz viele Szenen, vor allem Strafraumszenen, ahnden.» Er fügt hinzu: «Natürlich war das eine Schwalbe, aber Embolo hat bereits Gelb gesehen.»
Dann verkündet Ref Pinheiro sein Urteil – und Ruefer startet durch:
Während auf dem Feld Schweizer Mitspieler und Betreuer auf den Schiedsrichter einreden, lässt Ruefer seinem Ärger auf der Tribüne freien Lauf:
Auch Huggel äussert sein Unverständnis über den Entscheid. Der Ex-Nationalspieler bleibt dabei sachlich, während Reporter Ruefer von einem «maximalen Skandal» und einem «absoluten Totalversagen» spricht. Auch Minuten später ist er noch auf 180:
Es dauert eine Viertelstunde, dann krebst Sascha Ruefer ein Stück weit zurück. Schiedsrichter-Experte Amhof hat noch einmal dargelegt, weshalb die Gelb-Rote Karte regelgerecht ist. Ruefer daraufhin:
Auch mit einem Mann weniger zeigt die Schweiz in Kansas City gegen den Titelverteidiger eine gute Leistung. Erst ein Traumtor von Julian Alvarez und ein Treffer in den letzten Augenblicken der Verlängerung sorgen für die 1:3-Niederlage und das Ausscheiden im WM-Viertelfinal. (ram)
