«Nicht zu akzeptieren»: Murat Yakin versteht wegen Embolo-Rot die Welt nicht mehr
«Wir waren viel besser als der Gegner», sagt Nati-Trainer Murat Yakin nach der 1:3-Niederlage nach Verlängerung im WM-Viertelfinal gegen Argentinien beim SRF. «Schade, dass wir auf diese Weise ausscheiden mussten.»
Die Schweiz zeigte eine gute Leistung, war gegen den amtierenden Weltmeister lange das bessere Team und hatte nach dem Ausgleich in der 67. Minute durch Dan Ndoye das Momentum auf ihrer Seite. Dann sah Breel Embolo nach einem VAR-Eingriff für eine Schwalbe die Gelb-Rote Karte.
Zunächst hatte Schiedsrichter João Pinheiro auf Foul von Argentiniens Leandro Paredes entschieden und diesem die Gelbe Karte gezeigt. Mit Bezug auf die neue Regel, die besagt, dass bei einer Verwechslung der VAR eingreifen kann, änderte er den Entscheid von Foul auf Schwalbe und stellte den bereits verwarnten Nati-Stürmer vom Platz.
Ein Entscheid, der bei Murat Yakin für grossen Ärger sorgte: «Ich weiss nicht, wer diese Regel erfunden hat. Wir wurden bestraft für einen Fehlentscheid des Schiedsrichters. Das ist nicht zu akzeptieren.»
In den Augen des 51-Jährigen gab es in dieser Szene keinen Grund für die Gelbe Karte gegen Paredes – ohne diese hätte der VAR gar nicht eingreifen dürfen –, zuvor seien hingegen viel schlimmere Fouls unbestraft geblieben. «Es ist eine Regel, die in einem WM-Viertelfinal nicht sein darf», schimpfte Yakin und fügte an: «Dass man seinen Fehlentscheid so korrigieren muss und wir dann geschwächt werden, ist für mich unbegreiflich.»
Dass der Ärger bei Yakin so gross ist, liegt auch daran, dass sein Matchplan gegen Argentinien wieder voll aufgegangen sei. «Wir sind zurückgekommen, hatten das Momentum nach dem Ausgleich auf unserer Seite und wollten neue Offensivkräfte bringen, um noch in der regulären Spielzeit weiter unsere Chancen zu suchen», berichtet Yakin. Dann kam der Platzverweis.
Doch auch in Unterzahl hätte sein Team heldenhaft weitergekämpft. «Wir haben alles verteidigt, doch bei so einem Sonntagsschuss bist du dann machtlos.» In der 112. Minute traf Julian Alvarez unhaltbar zum vorentscheidenden 2:1. Das war für die Nati der endgültige Genickbruch. «Schade, konnten wir nicht bis zum Penaltyschiessen durchhalten, aber so ist der Fussball», sagt Yakin.
Trotz des bitteren Endes ist Yakin unheimlich stolz auf sein Team. «Die Jungs sind alle meine Helden für das, was sie hier geleistet haben», schwärmt der Nati-Trainer, «wir sind in den Viertelfinal gekommen und haben hier den Weltmeister dominiert.» Auch in Unterzahl hätten sie hervorragend verteidigt.
Yakin blickt positiv in die Zukunft, hat sein Team doch Energie und Spielfreude bewiesen. Jedoch bleibe am Ende der Gedanke: «Es wäre mehr dringelegen. Und das tut weh.» (nih)
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