Sport
Fussball

Captain Xhaka kritisiert den VAR: «Solche Regeln killen den Fussball!»

Switzerland's Granit Xhaka, left, argues a call by match officials during the World Cup quarterfinal soccer match against Argentina in Kansas City, Mo., Saturday, July 11, 2026. (AP Photo/Charlie ...
Granit Xhaka diskutiert mit Schiedsrichter João Pinheiro.Bild: keystone

Captain Xhaka stinksauer: «Solche Regeln killen den Fussball!»

Nach dem dramatischen WM-Out gegen Argentinien spricht der Nati-Captain Klartext. Zum Platzverweis, der das Spiel auf die Seite des Weltmeisters gekippt hat. Und Granit Xhaka hält fest: «Wir waren besser als sie im Spiel.»
12.07.2026, 07:3912.07.2026, 07:39
Sebastian Wendel, Kansas City / ch media

Granit Xhaka, gehen wir gleich in «medias res»: Der Platzverweis gegen Breel Embolo war der Knackpunkt zu ungunsten der Nati. Ihre Gedanken dazu?
Granit Xhaka: Ein sehr bitterer Moment für uns. Wir waren zu diesem Zeitpunkt besser im Spiel als der Gegner, hatten mehr Energie und Qualität auf dem Platz. So ist leider der Fussball. Eine Entscheidung ändert das Spiel komplett. Es tut sehr weh.

Ihr hattet den Weltmeister lange unter Kontrolle. Was war euer Plan?
Wir sind gut gestartet, haben dann leider nach einem Corner das 0:1 zugelassen. Danach aber hat man nur die Schweiz gesehen. Bis zur Pause zwar ohne klare Chancen, aber in der zweiten Halbzeit war es unser Spiel. Wir haben immer mehr Risiko genommen, fühlten uns sehr gut. Hatten mehr Glaube als Argentinien. Bis die Rote Karte alles verändert hat. Wenn man wegen so einer Entscheidung verliert, ist es einfach nur schmerzhaft und sehr schwer zu akzeptieren. In der Kabine ist es ruhig, alle sind sehr enttäuscht.

Auf Klubebene kann der Videoschiedsrichter nicht eingreifen, um eine Gelbe Karte zurückzunehmen und einem anderen Spieler zu geben. Was denken Sie über die für die WM eingeführte Regel?
Die Regeln sind die Regeln, wir können sie nicht verändern. Aber mit so einer Entscheidung killen sie den Fussball, das ist meine Meinung. Ich appelliere: Killt nicht das Spiel!

Wie geht es Breel Embolo? Haben Sie schon mit ihm gesprochen?
Breel ist auf und neben dem Platz sehr wichtig für uns. Er hat Tränen in den Augen, weil er nicht versteht, warum er vom Platz flog. Manchmal tut Fussball nicht nur gut.

Teammates comfort Switzerland's Breel Embolo (7) after he was issued a second yellow card during the World Cup quarterfinal soccer match against Argentina in Kansas City, Mo., Saturday, July 11,  ...
Staff und Kollegen trösten Embolo, als er vom Feld muss.Bild: keystone

Die Schweiz war unter den besten acht Teams der Welt, im Viertelfinal auf Augenhöhe mit Weltmeister Argentinien. Mit welchem Vermächtnis verlasst Ihr die WM?
Augenhöhe? Schön gesagt von Ihnen. Es wäre angebracht, manchmal ein bisschen mehr Lob von Euch Journalisten zu bekommen. Aber wir kennen das ja …

Lionel Messi ist 39 Jahre alt. Aber auch die Schweiz hat einige ältere Spieler im Kader. Wie weh tut es, diese vielleicht letzte Chance auf einen Halbfinal verpasst zu haben? Nach einer solchen Leistung gegen den Weltmeister...
Zuerst können wir stolz sein auf uns. Wir haben hier guten Fussball gezeigt, Charakter, Mentalität, Solidarität. Wenn man wie Messi mit 39 an einer WM spielen kann, können wir das auch. Ich denke nicht an morgen. Jetzt gehts zur Familie, in die Ferien den Kopf lüften – und dann gehts weiter.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die besten Bilder der Fussball-WM 2026
1 / 145
Die besten Bilder der Fussball-WM 2026

Spanien um Captain Rodri ist am Ende der grössten WM der Geschichte der verdiente Sieger.

quelle: keystone / ashley landis
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Die Schweiz scheidet im WM-Viertelfinale aus – das sagen die Fans der Nati nach dem Spiel
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
38 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Whatsup78
12.07.2026 08:01registriert Juli 2024
Nein lieber Xhaka, Schwalben killen den Fussball!
10521
Melden
Zum Kommentar
avatar
RTFM
12.07.2026 07:51registriert Mai 2021
Nein solche Regeln killen nicht das Spiel, solche Regeln killen Schwalbenkönige.

Genau für solche Momente gibt es doch den VAR. Jetzt hat er einen Entscheid abgeändert und der anderen involvierten Partei gegeben. Ist ja mehr als Fair da Embolo versucht hat dem Gegner eine Karte zuzuschieben.

Ich würde in Zukunft versuchen nicht mehr wegen einem Grashalm zu fliegen, das würde das Spiel auch weniger "killen".
8319
Melden
Zum Kommentar
avatar
rötzpötz
12.07.2026 09:04registriert März 2014
Man muss sich nur einmal den umgekehrten Fall vorstellen: Ein argentinischer Spieler hätte bereits eine Gelbe Karte gehabt und wäre nach dieser Schwalbe von Breel Embolo mit Gelb-Rot vom Platz gestellt worden.

Für mich gehört Fairplay auch dazu. Dass ein Spieler im Zweifelsfall etwas leichter fällt, mag noch nachvollziehbar sein. Eine klare Schwalbe hat im Profisport jedoch nichts verloren. Zumal die Spieler genau wissen, dass heutzutage praktisch jede Szene aus unzähligen Kameraperspektiven aufgezeichnet wird. Insofern wirkte diese Aktion schon fast dilettantisch.
312
Melden
Zum Kommentar
38
Der FC Thalwil musste schon vor dem Cup-Hit am Sonntag gegen St.Gallen liefern
Am Wochenende besuchen die grossen Schweizer Fussballklubs im Cup die kleinen. Dabei geht es um viel mehr als um das Resultat. Der FC Thalwil legt sich seit Wochen ins Zeug, um ein guter Gastgeber zu sein.
Für den FC Thalwil gab es nie ein bedeutenderes Fussballspiel als jenes an diesem Sonntagnachmittag. «Für uns ist alles neu», sagt Klubpräsident Stefan Hug. Das Highlight ist mit viel Aufwand verbunden. Viel Herzblut und ungewöhnlich hohe Ausgaben sind nötig, um das Cupspiel auf dem eigenen Rasen durchzuführen. Die Euphorie ist gross, schliesslich blickt die Fussballschweiz an diesem Wochenende nicht zuletzt auf Thalwil, knapp 3000 Leute werden im Stadion sein, wesentlich mehr noch vor dem TV. SRF überträgt das Spiel gegen den aktuellen Cupsieger live.
Zur Story