Hinten Top, ganz vorne Flop – wie bewertest du die Nati-Stars im WM-Viertelfinal?
Unsere Noten
Gregor Kobel, Goalie – Note 5,5
Irgendwann kommt das Gefühl auf: Schweiz-Argentinien könnte zum Spiel seines Lebens werden. Stoppt Messi, als er alleine vor ihm auftaucht. Pflückt die Bälle sicher aus der Luft. Eine schöne Parade nach der anderen. Doch dann kommt dieser eine Weltklasse-Ball von Alvarez. Bitter, er wäre heiss gewesen fürs Penaltyschiessen.
Denis Zakaria, Rechtsverteidiger – Note 5
Hat auf seiner rechten Seite alles im Griff. Viel Drive nach vorne, allerdings etwas weniger konkrete Aktionen als noch gegen Kolumbien. Doch er gewinnt einige Zweikämpfe. Wechselt nach der Roten Karte ins Mittelfeld und rackert bis zur Auswechslung tapfer weiter.
Nico Elvedi, Innenverteidiger – Note 5,5
Seine WM ist überragend. Ein bisschen unerwartet zeigt er eine grossartige Leistung nach der anderen. Auch gegen Argentinien ist das so. Zwischendrin packt er sogar einen feinen Chipball aus. Beim 1:2 von Alvarez rückt er eine Millisekunde zu spät raus. Aber ihm dafür einen Vorwurf zu machen, wäre verfehlt.
Manuel Akanji, Innenverteidiger – Note 5,5
Der Schweizer Abwehrboss. Hat jederzeit alles im Griff. Gewinnt die Zweikämpfe. Bleibt stets ruhig und souverän. Auch dank ihm kommt Messi kaum zur Geltung. Stürmt in den letzten Minuten auch noch vorne mit.
Ricardo Rodriguez, Linksverteidiger – Note 5,5
Sein Doppelpass mit Ndoye führt zum 1:1. Bereitet auch die Kopfballchance von Embolo vor. Am Anfang eher unauffällig. Steigert sich dann aber von Minute zu Minute. Bis zu seiner Auswechslung kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit. Auch dank ihm ist die Defensive so stabil.
Granit Xhaka, zentrales Mittelfeld – Note 4,5
Das war solide, aber leider nicht mehr. Er ist um Struktur und Ordnung bemüht. Aber einen entscheidenden Pass nach vorne bringt er nicht an. Liegt es an ihm? Oder am zu statischen Spiel der Offensive? Zweimal versucht er es mit Distanzschüssen. Vielleicht hätte auch er etwas mehr Mut nach vorne aufbringen müssen. In der Schlussphase der Verlängerung scheint er aber bis zuletzt an die wunderbare Wende zu glauben.
Remo Freuler, zentrales Mittelfeld – Note 4
Natürlich ist er wieder der Dauerläufer. Wie gewohnt stellt er die Räume vor dem eigenen Strafraum zu. Aber es ist halt so: In einem WM-Viertelfinal muss vom Box-to-Box-Spieler im Spiel mit dem Ball mehr kommen – gerade wenn die Stürmer wenig Raum vorfinden –, wenn man über sich hinauswachsen will.
Fabian Rieder, offensives Mittelfeld – Note 4
Zentral hinter Breel Embolo leistet er wertvolle Arbeit, indem er Argentiniens ersten Spiel-Quell, Leandro Paredes, wirkungsvoll stört. Doch man hätte sich von ihm etwas mehr Ideen mit dem Ball gewünscht. Schafft es nie, sich zwischen den Linien Platz zu verschaffen.
Djibril Sow, rechter Flügel – Note 4
Diesmal darf er von Beginn weg ran. Doch was bleibt in Erinnerung? Leider vor allem das verlorene Kopfballduell gegen Alexis Mac Allister beim ersten Gegentor. Aber: Sein Arbeitsethos als Zweiweg-Flügel ist enorm. Wenn Argentinien Mühe hat, spielerisch Akzente zu setzen, dann hat das auch viel mit ihm zu tun.
Dan Ndoye, linker Flügel – Note 5,5
Der Mensch wächst mit den Herausforderungen. Bei ihm ist das ganz sicher so. Zeigt sein bestes WM-Spiel. Lange hat man das Gefühl, die stumpfe Schweizer Spitze kann nur dann zustechen, wenn Ndoye einen gescheiten Einfall hat. Und tatsächlich: Er schiesst nach feinem Doppelpass den Schweizer Ausgleich. Schade, dass er nach 86 Minuten entkräftet rausgeht.
Breel Embolo, Stürmer – Note 3
Ist eigentlich besser im Spiel als gegen Kolumbien und taucht zweimal gefährlich vor Emiliano Martinez auf. Zwingt diesen mit einem Kopfball kurz vor dem Ausgleich auch zur ersten Parade. Aber dann ist er so matchentscheidend wie nie an dieser WM – leider im negativen Sinn: Seine Schwalbe ruiniert das Aufkommen der Schweizer nach einer Stunde. Der VAR interveniert und Embolo wird zu Recht mit Gelb-Rot vom Platz gestellt. Ob die Schweiz ohne diese Aktion jetzt im Halbfinal stünde? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Aber er hat die Chancen auf den Coup markant verkleinert. (schweizheute.ch)
Deine Noten
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