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EM-Qualifikation: Die Schweizer Nati schlägt Andorra mit 3:0

Switzerland's midfielder Granit Xhaka celebrates his goal putting your finger in front of your mouth after spring the 2:0, during the UEFA Euro 2024 qualifying group I soccer match between Switze ...
Ein Tor und ein Assist: Xhaka liess den Worten Taten folgen.Bild: keystone

Nati schlägt Andorra ohne Glanz: «Die Antwort kommt auf dem Platz»

Nach zwei Unentschieden findet die Schweiz wieder zum Siegen zurück. Zwar tut sich das Nationalteam gegen Andorra lange schwer, am Schluss gewinnt es jedoch 3:0.
12.09.2023, 23:1112.09.2023, 23:19
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Die Erlösung für die Schweizer kommt in der 49. Minute – im inzwischen strömenden Regen. Xherdan Shaqiri wird an der Strafraumgrenze gestört, der Ball landet bei Granit Xhaka, der flach auf Cedric Itten passt. Der mit dem Rücken zum Tor stehende Stürmer schirmt den Ball gut ab, dreht sich um die eigene Achse und erwischt den Torhüter zwischen den Beinen.

«Die Antwort kommt auf dem Platz. Das haben wir heute als Mannschaft gezeigt. Die erste Halbzeit war nicht so schlecht, wie es das Ergebnis zeigte. Aber wir wussten, dass wir nach der Pause das Tempo erhöhen müssen und das haben wir getan. Ich habe Kritik geäussert, der Trainer und ich haben uns ausgesprochen, für mich ist die Sache gegessen. Der Zeitpunkt war nicht ideal, aber es war auch ein Weckruf an uns alle. Ich bin froh, dass ich mit meiner Leistung auf dem Platz der Mannschaft helfen konnte.»
Granit Xhaka

Für den Angreifer der Berner Young Boys war es das erste Tor im Dress des Nationalteams seit fast zwei Jahren. Damals hatte er beim 4:0 gegen Bulgarien getroffen, mit dem man sich für die WM in Katar qualifizierte. In der Folge spielte er in der Nationalmannschaft lange keine Rolle mehr, kam erst zu Beginn der aktuellen Qualifikationsphase wieder zum Einsatz. Entsprechend dürfte der Treffer auch für ihn persönlich eine Befreiung gewesen sein.

Lange keine Schüsse aufs Tor

Bis dahin hatten sich die Schweizer enorm schwergetan. Immer wieder versuchten sie es mit Flanken in den Strafraum oder Distanzschüssen, wobei die Bälle konsequent geblockt wurden. So kam es, dass das erste Highlight des Spiels eine Auswechslung war: In der 23. Minute verabschiedete sich Ildefons Lima von der internationalen Bühne. Sein 137. Einsatz für Andorra war der letzte für den Rekordspieler. Zum Abschluss hatte der 43-Jährige das Team als Captain aufs Feld führen dürfen, wo Lima, eigentlich ein Verteidiger, als Sturmspitze agierte.

Derweil schafften es die Schweizer weiterhin nicht, Lücken in der andorranischen Fünferkette zu finden. Sieben Schweizer Torschüsse zählten die Statistiker bis zur Pause, keiner davon war aufs Tor gegangen.

Emotionen zum Schluss

Auch in der zweiten Halbzeit gingen die Schüsse der Schweizer meist neben statt aufs Tor. Es waren wohl die vergebenen Möglichkeiten im Zusammenspiel mit teils harten Einsteigen der Andorraner, die für Frust sorgten, der sich in der 69. Minute entlud. Nach einem harten Einsteigen gegen Dan Ndoye, das nur mit der Gelben Karte bestraft worden war, kam es zu einer Rudelbildung, die weitere Verwarnungen nach sich zog. Ein Anhaltspunkt dafür, dass nach den beiden Unentschieden gegen Rumänien und Kosovo doch etwas Druck auf den Schweizern lastete.

«Jedes Spiel macht Spass. Gegen solche Mannschaften musst du einfach deine Qualitäten auf den Platz bringen. Das ist gegen Andorra nicht einfach, du musst dich sehr viel bewegen, um die Räume aufzuziehen. Das haben wir in der ersten Halbzeit nicht so gut gemacht, aber in der zweiten umso mehr. Wir wollten eine Antwort zeigen nach Kosovo und das ist nun gelungen.»
Renato Steffen

Ein weiteres Zeichen dafür war Xhakas Reaktion nach dem 2:0 in der 84. Minute, mit dem das Spiel endgültig entschieden war. Der Captain, der sich mit seiner Kritik am Training während des aktuellen Zusammenzugs selbst in die Schlagzeilen gebrachte hatte, hielt sich nach dem gelungenen Distanzschuss den Zeigefinger auf den Mund.

«Es war ein zäher Beginn. Es hat gedauert, bis wir das erste Tor hatten, weil unsere Abschlüsse nicht so präzise waren. Shaqiri hat nach der Pause seine Rolle auf den Aussenbahnen gut gefunden. Das hat uns auch in der Mitte mehr Möglichkeiten gegeben. Was im Team diskutiert wurde, bleibt unter der Mannschaft.»
Murat Yakin

Für den Schlusspunkt sorgte Shaqiri vom Penaltypunkt aus, nachdem der Schiedsrichter die Szene im Strafraum erst als Schwalbe von Ndoye gewertet hatte.

Eine Glanzleistung war es erneut nicht. Es ist aber auch schwer, gegen einen so defensiv eingestellten Gegner zu brillieren. Die Aufgabe haben die Schweizer nach Anlaufschwierigkeiten schliesslich doch erfüllt.

Schweiz - Andorra 3:0 (0:0)
9000 Zuschauer (ausverkauft). - Tourbillon, Sitten. - SR Masijew (AZE).
Tore: 49. Itten (Xhaka) 1:0. 84. Xhaka (Ndoye) 2:0. 92. Shaqiri (Foulpenalty/Foul an Ndoye) 3:0.
Schweiz: Mvogo; Elvedi, Akanji, Rodriguez; Vargas (94. Bislimi), Freuler (66. Sow), Xhaka, Steffen; Shaqiri (94. Aebischer); Itten (81. Okafor), Amdouni (66. Ndoye).
Andorra: Alvarez; Nicolas, Llovera, Guillen, Alavedra, Garcia; Eric Vales (76. Alaez), Rebes, Marc Vales (76. Vieira), Cervos (89. Vieitez); Lima (23. Fernandez, 89. Bernat).
Bemerkungen: Schweiz ohne Embolo, Kobel und Widmer (alle verletzt).
Verwarnungen: 22. Freuler. 68. Eric Vales. 69. Akanji, Sommer (Ersatzgoalie), Yakin (Trainer), Guillen. (abu/sda)

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63 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Jacques #23
12.09.2023 22:08registriert Oktober 2018
In der Pause wollte CC in die Garderobe, den Trainer entlassen und die 2 Halbzeit selbst coachen.
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Kont2550
12.09.2023 20:43registriert Juni 2021
Ich erwarte jetzt eine überzeugende Reaktion der Nati: Sie wird sicher 1:0 gewinnen!
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cholo pheng
12.09.2023 21:30registriert Juni 2021
Schrecklich wie technisch limitiert die CH sind.
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63
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