Vor dem WM-Viertelfinal gegen Messi werden die Nati-Spieler zu Fanboys
Wäre Murat Yakin abergläubisch, würde der Schweizer Natitrainer vor dem Viertelfinal einen Goaliewechsel zumindest in Betracht ziehen. Yvon Mvogo nämlich, der Stellvertreter von Achtelfinal-Held Gregor Kobel, ist der einzige von 26 Profis im WM-Kader, der schon einmal ein Spiel gegen Lionel Messi gewonnen hat.
Granit Xhaka, Manuel Akanji, Nico Elvedi, Ricardo Rodriguez, Breel Embolo – sie sind die Säulen unserer Nati und schon mindestens einmal mit dem argentinischen Superstar auf dem Platz gestanden. Haben den besten Spieler aller Zeiten und 21-fachen WM-Torschützen aber noch nie bezwingen können.
Das passt zu Messis Bilanz gegen die Schweizer Nati oder gegen Schweizer Klubs: In drei Länderspielen feierte er mit Argentinien zwei Siege, ein Duelle endete unentschieden. Und 2008 fegte er mit Barcelona den FC Basel mit 5:0 aus dem St. Jakob-Park, ehe im Rückspiel den Schweizern ein 1:1-Achtungserfolg gelang.
Xhaka will Messi endlich schlagen
Xhaka und Rodriguez, die dienstältesten Schweizer Nationalspieler, haben besonders schlechte Erfahrungen mit Messi gemacht: Sie standen 2012 auf dem Platz, als Messi im Testkick im Berner Wankdorf der Nati drei Tore einschenkte (Endstand 3:1). Und sie sind neben Messi die einzigen Akteure des WM-Achtelfinals 2014, die auch zwölf Jahre später beim Wiedersehen zwischen der Schweiz und Argentinien dabei sein werden.
Für Xhaka kommt es am Samstag zum dritten Aufeinandertreffen mit dem 39-jährigen Messi. Auch für den 150-fachen Nationalspieler und mit allen Wassern gewaschenen Captain ein ganz besonderer Moment: «Ich weiss nicht, ob wir ihn für 90 Minuten aufhalten können, oder gar 120. Für mich und für alle, die in der Zeit von Lionel Messi und Cristiano Ronaldo gespielt haben, ist es ein Privileg. Umso mehr, ihnen persönlich gegenüberzutreten. Messi ist einer der grössten Spieler aller Zeiten. Wir werden dieses Spiel sicher geniessen, aber wir wollen auch die Persönlichkeit der Schweiz zeigen und ihm und Argentinien die Dinge extrem schwer machen. Unser Hunger ist noch lange nicht gestillt!»
Messi-Duell als Höhepunkt der Karriere
Auch Xhakas Teamkollegen freuen sich wie kleine Kinder auf Messi. «Ich habe noch nie gegen ihn gespielt. Sich einmal direkt mit einem solchen Ausnahmefussballer messen zu können, ist sicher etwas sehr Schönes», so Remo Freuler. Cedric Itten meint: «Es geht ja eigentlich nicht viel besser, als gegen Messi zu spielen.» Fabian Rieder sagt: «Als Junior hätte ich nie gedacht, dass ich einmal gegen Messi spielen darf.»
Der 25-jährige Zeki Amdouni wähnt sich mit dem WM-Viertelfinal am Höhepunkt seiner Karriere, in den sozialen Medien schreibt er begeistert: «Ich spiele gegen Messi – ich kann mit Fussball aufhören.»
