Deutschland bricht WM-Rekord bei Schützenfest – doch Brasilien kann zurückschlagen
17 Minuten lang kam Deutschland kurz ins Wanken, dachte womöglich an die beiden letzten Weltmeisterschaften zurück, an denen es mit zwei Niederlagen gegen Mexiko (0:1 im Jahr 2018) und Japan (1:2 im Jahr 2022) gestartet war. Doch bald nach dem Ausgleichstreffer von Curaçaos Livano Comenencia, der beim FC Zürich unter Vertrag steht, gingen die Deutschen wieder in Führung.
Nico Schlotterbeck erzielte in der 38. Minute das 2:1, Kai Havertz erhöhte noch vor der Pause per Penalty auf 3:1. In der zweiten Halbzeit wurde die Partie dann zum Schützenfest: Jamal Musiala, Nathaniel Brown, Deniz Undav und nochmal Havertz sorgten für den 7:1-Endstand.
Das Ergebnis gegen den Karibikstaat, der erstmals an einer WM dabei ist, erinnert auch Brasilien an den WM-Halbfinal von 2014, in dem Deutschland den damaligen Gastgeber mit demselben Resultat abfertigte. «Deutschland beschert Curaçao einen Brasilien-Tag», schrieb die Zeitung «O Tempo» gemäss Sport1. Und wieder hat es einen negativen Effekt auf den Rekordweltmeister.
Denn dank seiner sieben Tore ist das DFB-Team in der ewigen WM-Rangliste nun die Nation mit den meisten Treffern. 239 Mal trafen Havertz, Miroslav Klose, Rudi Völler, Gerd Müller, Fritz Walter und Co. bei Weltmeisterschaften. Und damit einmal mehr als die Seleçao. Noch dazu benötigte Deutschland dazu zwei Spiele weniger als Brasilien, das 115 WM-Partien bestritten hat.
Die Brasilianer können aber bald zurückschlagen: In der Nacht auf Samstag treffen sie auf Haiti. Mit zwei Treffern würden sie sich den Thron zurückerobern. Der Titel des torreichsten Landes an Fussball-Weltmeisterschaften dürfte in den nächsten Wochen noch einige Male wechseln. Hinter Deutschland und Brasilien kommt übrigens lange nichts: Argentinien folgt mit 152 Toren auf Platz 3, Frankreich steht mit 136 Treffern auf Platz 4 und Italien komplettiert die Top 5 mit 128 Toren. Die Schweiz steht mit 55 Treffern in 42 Spielen übrigens auf Platz 17.
Keine Veränderungen dürfte es in der ewigen Punkterangliste geben. In diese fliessen auch die Ergebnisse von K.o.-Spielen nach 90 Minuten ein. Der fünffache Weltmeister Brasilien hat mit 248 Punkten 20 Zähler Vorsprung auf Deutschland. Beide haben maximal noch sieben Spiele am Turnier in Nordamerika vor sich – also nur wenn die Deutschen alle in regulärer Spielzeit gewinnen und Brasilien ohne weiteren Punkt in der Gruppenphase ausscheidet, könnten sie sich auch diesen Rekord schnappen. (nih)
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