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WM 2026: Iran hinterlässt Brief – mit versteckter Botschaft an die USA

Iran's Alireza Jahanbakhsh (7) reacts at the end of the during the World Cup Group G soccer match between Belgium and Iran in Inglewood, Calif., near Los Angeles, Sunday, June 21, 2026. (AP Photo ...
Die Iraner haben gegen Belgien erneut gepunktet – und dem Gastgeber danach eine versteckte Botschaft hinterlassen.Bild: keystone

Iraner hinterlassen Brief im Stadion – und schicken versteckte Botschaft an die USA

Bei der WM muss der Iran unter erschwerten Bedingungen antreten. Nun hat die Mannschaft einen Brief im Stadion hinterlassen – mit einer versteckten Botschaft.
23.06.2026, 05:3923.06.2026, 05:39
Nils Kögler / t-online
Ein Artikel von
t-online

Die iranische Nationalmannschaft hat bei der Fussball-WM einen handgeschriebenen Brief in der Kabine des SoFi-Stadiums in Los Angeles zurückgelassen. Das berichtet die «Bild»-Zeitung, die ein Foto des Briefes veröffentlicht hat. In der Spielstätte hatte das Team aus dem Land, das zu Turnierbeginn offiziell noch Krieg mit WM-Gastgeber USA führte, seine ersten beiden Gruppenspiele bestritten.

Mit zwei Unentschieden gegen Neuseeland und Belgien steht die Mannschaft sportlich gut da. «Vom antiken Persien vor Tausenden Jahren bis zum zivilisierten Iran von heute, der Geist des Iran lebt weiter und bleibt standhaft», schreibt die Mannschaft. «Wir sind mit Stolz nach Los Angeles gekommen, sind mit Ehre angetreten und gehen mit Würde. Danke, Los Angeles, für die Gastfreundschaft. Und danke an jeden Iraner, der sein Herz, seine Stimme und Seele während dieser 180 Minuten gegeben hat. Mögen Frieden, Respekt und Freundschaft zwischen allen Nationen siegen», heisst es in dem Brief weiter.

Die versöhnlichen Worte in dem hinterlassenen Brief haben trotzdem nur auf den ersten Blick Bestand. Zwischen zwei Absätzen haben die Spieler aber in roter Farbe «#168» und «#minab» geschrieben. Das stellt wohl einen Verweis auf eine mutmasslich von US-Kampfjets irrtümlich durchgeführte Bombardierung einer Schule in der iranischen Stadt Minab dar, bei der Berichten zufolge 168 Opfer zu beklagen waren. Dabei handelte es sich vor allem um Zivilisten, darunter viele Frauen und Kinder.

Ein derartiger Verweis legt nahe, dass sich die iranische Mannschaft aufseiten des herrschenden Mullah-Regimes in ihrem Heimatland positionieren möchte.

In der Tat hatten Regimekritiker in der Mannschaft bislang keinen einfachen Stand. So wurde im Frühjahr der ehemalige Nationaltorhüter Rashid Mazaheri verhaftet, weil er das iranische Regime öffentlich kritisiert hatte. Die Verhaftung hatte viele Schlagzeilen im Ausland verursacht und war auch Gegenstand von Protesten der iranischen Diaspora, die im Rahmen der WM-Spiele stattgefunden hatten. Eine der Demonstrantinnen hatte in einem Beitrag der indischen Nachrichtenagentur ANI News die Mannschaft Irans zurückgewiesen. «Dies ist nicht unser Team», hatte sie gesagt. Die FIFA hatte sich zu der Verhaftung nicht geäussert.

Zudem ist der ehemalige Bundesliga-Profi Sardar Azmoun, eigentlich bester Torschütze Irans, nicht Teil des WM-Kaders, weil er auf Instagram ein Foto mit dem Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate gepostet hatte. Das Land gilt als Verbündeter der USA im Konflikt mit dem Iran.

FILE - Iran's Sardar Azmoun controls the ball during the Asian Cup quarterfinal soccer match between Japan and Iran at Education City Stadium in Al Rayyan, Qatar, Saturday, Feb. 3, 2024. (AP Phot ...
Sardar Azmoun ist nicht für die WM nominiert.Bild: keystone

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat auch unmittelbare Auswirkungen auf die Mannschaft. So musste das Team kurzfristig seinen WM-Stützpunkt von Arizona nach Mexiko verlegen und darf nur kurzfristig für die Spiele in die USA einreisen. Zudem erhielten einige Betreuer des Teams wohl gar keine Visa. Sollten der Iran und die USA ihre Vorrundengruppen jeweils auf dem zweiten Platz beenden, könnte es im Sechzehntelfinale zu einem direkten sportlichen Aufeinandertreffen zwischen den Ländern kommen. (nih/t-online)

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19 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Andi Weibel
23.06.2026 08:24registriert März 2018
Der Verweis auf die 168 getöteten Schülerinnen ist doch kein Zeichen der Unterstützung des Regimes. Jeder anständige Mensch, egal ob aus den USA oder dem Iran oder von anderswo muss empört sein, wenn in einem Krieg Kinder getötet werden - in diesem Fall offenbar aus purer Nachlässigkeit.
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benn
23.06.2026 06:57registriert September 2019
es wird wohl noch dauern bis sich das volk von den tyrannen befreien können, die usa wird ihm dabei nicht helfen, denen geht es, wie in venezuela, nur um die kontrolle des öls, für die sponsoren der trump mafia!
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