Das Zittern ist vorbei! Die Nati schlägt Kanada mit 2:1 und gewinnt die Gruppe
Schweiz – Kanada 2:1
Ein bisschen Drama muss offenbar immer sein. Auch gegen Kanada schafft es die Schweiz nicht, ohne Gegentor zu bleiben. Ein langer Pass in die Offensive, eine wunderbare Annahme, ein noch besserer Pass in die Mitte - und schon hatte Kanada den Anschlusstreffer erzielt. Das war in der 76. Minute und brachte dem Co-Gastgeber des Turniers die Hoffnung zurück.
Angetrieben vom nun euphorischen Publikum versuchten die Kanadier nochmals alles, um das Unentschieden zu erreichen und damit den 1. Platz in der Gruppe zu verteidigen. Dieser hätte dazu geführt, dass Kanada im Sechzehntelfinal sowie in einem möglichen Achtelfinal nochmals in Vancouver hätte spielen können.
Doch einen zweiten Gegentreffer liessen die Schweizer nicht zu. Sie brachten den knappen Vorsprung über die Zeit und blicken nun ihrerseits mindestens einer weiteren Partie in Kanada entgegen. Am Freitag, 3. Juli, um 5.00 Uhr Schweizer Zeit treffen sie im ersten K.o.-Spiel auf einen Gruppendritten.
Yakin tauscht aus
Trainer Murat Yakin nahm für das letzte Gruppenspiel gleich vier Wechsel in der Aufstellung vor. So kam das Offensivtrio, das gegen Bosnien-Herzegowina in der zweiten Trinkpause eingewechselt worden war und die Schweiz zum Sieg geführt hatte, dieses Mal von Beginn an zum Einsatz. Und als Rechtsverteidiger kam nach Denis Zakaria und Silvan Widmer mit Luca Jaquez zum dritten Mal in Folge ein anderer Spieler zum Einsatz.
Es waren Wechsel, welche die gewünschte Wirkung nicht sofort entfalten konnten. Die Schweizer hatten zwar wie schon in den ersten beiden Gruppenspielen mehr Ballbesitz, taten sich jedoch lange schwer, Chancen zu kreieren.
Die Ausnahme: In der 11. Minute stand Embolo nach einer starken Körpertäuschung plötzlich vor Kanadas Maxime Crépeau. Sein Abschluss ging jedoch genau auf den herausgeeilten Goalie, während Johan Manzambi beim Nachschuss den Verteidiger traf.
Ansonsten taten sich die Schweizer gegen kompakte Kanadier schwer. Denn diese setzten nicht wie bisher konsequent auf Pressing. Zwar wurde der ballführende Spieler angegriffen, die übrigen Spieler machten jedoch die Mitte zu. So hatten die Schweizer nur wenig Platz für den Spielaufbau. Sinnbildlich dafür war Captain Granit Xhaka, der oft zugestellt wurde und dadurch deutlich weniger Ballkontakte hatte als noch gegen Bosnien-Herzegowina.
Vargas und Manzambi treffen erneut
Und gerade als man sich fragte, ob es erneut zu einem Geduldsspiel kommen könnte, brachte Ruben Vargas die Schweizer in Führung. Am Ursprung der Aktion stand Luca Jaquez mit einem weiten Pass auf Johan Manzambi. Dieser leitete in die Mitte weiter, wo Breel Embolo zwar verpasste, Vargas hinten aber völlig freistand.
Mit seinem Tor nach gut 40 Sekunden in der zweiten Halbzeit sorgte der Luzerner für die Führung. Auffallend: Alle drei an der Aktion beteiligten Spieler standen im Vergleich zum letzten Spiel neu in der Aufstellung.
Und zwei von ihnen waren auch am zweiten Treffer beteiligt. Erneut öffnete Jaquez mit einem langen Ball das Spiel. Breel Embolo setzte seinen Körper geschickt ein und legte dann geschickt auf Manzambi auf, der seinen dritten WM-Treffer erzielte. Mit seinen 20 Jahren ist er nun der jüngste Schweizer Spieler, der an einer WM in zwei Partien in Folge ein Tor erzielte. Zuvor war dies Leopold Kielholz gelungen, der 1934 als 22-Jähriger zweimal in Folge getroffen hatte.
Nicht ohne Zittern
Dass es die Schweizer nicht schafften, den Vorsprung ohne Drama über die Zeit zu bringen, ist der Punkt, den es zu kritisieren gilt. Völlig unnötig gaben sie die Partie in der Schlussviertelstunde aus der Hand. Und tatsächlich kam Kanada in der 91., 93. und 96. Minute dem Ausgleich nochmals nahe. Der erste Kopfball ging jedoch knapp am Tor vorbei, die beiden weiteren wurden zur Beute von Kobel.
So kann sich Murat Yakins Mannschaft über den Sieg in der Gruppe B und eine etwas längere Erholungspause freuen.
Schweiz - Kanada 2:1 (0:0)
Vancouver. - 52'497 Zuschauer. - SR Abatti Abel (BRA).
Tore: 46. Vargas (Manzambi) 1:0. 57. Manzambi (Embolo) 2:0. 76. David (Saliba) 2:1.
Schweiz: Kobel; Jaquez (74. Widmer), Elvedi, Akanji, Rodríguez; Freuler, Xhaka; Sow (74. Aebischer), Manzambi (85. Fassnacht), Vargas (80. Ndoye); Embolo (85. Itten).
Kanada: Crépeau; Johnston, De Fougerolles, Cornelius, Laryea (83. Shaffelburg); Buchanan (75. David), Saliba, Choinière (58. Eustaquio), Ahmed (58. Millar); Jonathan David, Larin (58. Oluwaseyi).
Verwarnungen: 32. Larin. 32. Xhaka. 87. Millar.
Bosnien & Herzegowina – Katar 3:1
Bosnien-Herzegowina bleibt im Rennen um einen Platz in den Sechzehntelfinals. Die Bosnier sichern sich durch das 3:1 gegen Katar den 3. Platz in der Schweizer Gruppe.
Es war ein hart erkämpfter Sieg der Bosnier. Dabei lief in Seattle, zweieinhalb Autostunden südlich von Vancouver, zunächst alles im Sinn der Europäer. Der 18-jährige für Salzburg spielende Kerim Alajbegovic mit einem schönen ersten WM-Treffer und Mahmoud Abunada mit einem Eigentor sorgten für die 2:0-Führung nach einer guten halben Stunde. Nach einem Pfostenschuss von Edin Dzeko war dann Katar plötzlich am Drücker. Noch vor der Pause verkürzte der Aussenseiter durch Hasan Al-Haydos auf 1:2 und traf den Pfosten. Die Erlösung für die Bosnier kam in der 80. Minute durch das 3:1 von Emir Mahmic.
Der Sieg reichte nicht, um Kanada vom 2. Platz zu verdrängen. Die punktgleichen Nordamerikaner haben das bessere Torverhältnis. Mit vier Punkten auf dem Konto hat das Team von Nationalcoach Sergej Barbarez aber intakte Chancen, als einer der besten Gruppendritten eine Runde weiterzukommen.
Bosnien-Herzegowina - Katar 3:1 (2:1)
Seattle. - 66'925 Zuschauer. - SR Valenzuela (VEN).
Tore: 29. Alajbegović (Bašić) 1:0. 34. Mahmud Abunada (Eigentor) 2:0. 42. Hassan Al Haydos (Edmílson Junior) 2:1. 80. Mahmić (Hadžikadunić) 3:1.
Bosnien-Herzegowina: Vasilj; Malić (46. Memić), Katić (63. Hadžikadunić), Radeljić, Kolašinac; Bajraktarević, Bašić, Šunjić (46. Tahirović), Alajbegović (82. Burnić); Demirović, Džeko (64. Mahmić).
Katar: Mahmoud Abunada; Pedro Miguel, Boualem Khoukhi, Issa Laye, Sultan Al Brake; Jassem Gaber (46. Abdulaziz Hatem), Ahmed Fathy (79. Mohammad Manai), Karim Boudiaf (72. Almoez Ali); Edmílson Junior (79. Ahmed Alaa), Akram Afif, Hassan Al Haydos (56. Ahmed Al Ganehi).
Verwarnungen: 78. Ahmed Fathy. 82. Mahmić. (abu/sda)
Die Tabelle:
Das Wichtigste in Kürze:
- Die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft bestreitet heute Abend das dritte und letzte Spiel der WM-Gruppenphase. Das Team von Murat Yakin trifft in Vancouver auf Co-Gastgeber Kanada.
- Es geht um den Gruppensieg. Die Schweiz und Kanada haben beide vier Punkte auf dem Konto, die Ahornblätter aber das bessere Torverhältnis. Die Nati muss also gewinnen, um sich den Gruppensieg zu sichern. Bei einem Unentschieden oder natürlich einer Schweizer Niederlage verbleibt Kanada auf Platz 1.
- Die Partie beginnt um 21 Uhr. Wir stimmen dich schon vorher im Liveticker auf das Spiel ein.
Der Countdown-Ticker zum Nachlesen:
Das sagt Murat Yakin:
Auch Nati-Spielerin Sydney Schertenleib ist in Kanada
Das sagt Kanada-Trainer Jesse Marsch:
Die Aufstellung von Kanada
Der Schiedsrichter
So ausgelassung war die Stimmung an den Fanmärschen
Die Schweizer sind bereit
Das sagt Nico Elvedi vor dem Spiel:
Ok, vielleicht sind tatsächlich etwas mehr Kanadier als Schweizer da
LOOK AT THIS SCENE 🇨🇦
— Devin Heroux (@Devin_Heroux) June 24, 2026
It’s just before 10am local time here in Vancouver and the streets are a sea of red and white. Two hours away from the match.
The march to the match is underway. And this is an extraordinary scene. pic.twitter.com/Ecp2ZO2uHd
Team Canada fans gathering before Canada vs Switzerland match
by
u/Gym_frere in
soccer
Schweizer Fans machen Stimmung in Vancouver
Manzambi steht in der Startelf
Deine Meinung ist gefragt!
Hier wird heute gespielt
Steht Manzambi in der Startelf?
Dass Yakin nochmals darauf hinwies, wie wertvoll es gegen Bosnien-Herzegowina gewesen sei, einen solchen Spieler einwechseln zu können, kann als Hinweis darauf gedeutet werden, dass Manzambi auch im dritten Spiel lediglich als Joker zum Einsatz kommen wird. Oder als falsche Fährte für den Gegner.
Die Schweizer Fans marschieren vom Olympiaplatz in Vancouver zum Stadion
Das sind die Szenarien für die Nati in der K.-o.-Phase
Die Ausgangslage
Um 21 Uhr beginnt die Partie
- Das grosse WM-Tippspiel: Schau hier, ob du richtig getippt hast
- Die lebende Statue an der WM – Kongos «Lumumba Vea» überrascht mit neuer Geste
- Der Ex-Basler, der die Schweiz ärgern will: «Unsere Fans können den Unterschied machen»
- Wann ist das erste Schweizer K.o.-Spiel? Für Fans zuhause kann es ungemütlich werden
