Manzambi stellt Yakin vor schwierige Wahl – wie würdest du gegen Kanada aufstellen?
Im letzten Gruppenspiel geht es für die Schweiz gegen Kanada noch um Platz 1. Das Weiterkommen und der zweite Platz sollten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit selbst bei einer Niederlage nicht mehr in Gefahr sein. Während es Argumente gibt, dass ein zweiter Platz der Nati entgegenkommen würde – wegen der potenziellen Gegner in den K.o.-Spielen –, hat das Team einen Sieg zum klaren Ziel erklärt.
Doch auf welche Startformation sollte Nati-Trainer Murat Yakin in Vancouver setzen, wenn es gegen einen der drei Gastgeber geht? Insbesondere wegen der überragenden Leistung von Joker Johan Manzambi beim 4:1-Sieg gegen Bosnien-Herzegowina wird diese Diskussion in der Fussballschweiz leidenschaftlich geführt. Alles so lassen wie bisher, weil es ja am Ende funktioniert hat? Oder eben die im zweiten Gruppenspiel überragenden Joker von Anfang an bringen, weil erst sie den Sieg gebracht haben?
Diese Frage hat sich auch unsere Sportredaktion gestellt – das sind unsere Vorschläge:
Adrian Bürgler
WM-Gastgeber Kanada ist euphorisiert. Nach dem knorzigen 1:1 zum Auftakt gegen Bosnien und Herzegowina folgte die 6:0-Gala gegen Katar. Nun wollen die Ahornblätter gegen die Schweiz den Höhenflug fortsetzen. Es ist an Murat Yakin und seinen Jungs, Kanada wieder auf den Boden der Realität zurückzuholen. Wie gelingt das am besten? In denen man ihnen früh ein, zwei Tore einschenkt.
Das gelingt, indem man die kanadische Verteidigung sofort überfordert. Darum würde ich die geballte Schweizer Kreativität in die Startelf beordern: Dan Ndoye und Ruben Vargas auf den Flügeln, Johan Manzambi als Zehner mit viel kreativem Freiraum im Zentrum und vorne Embolo als Turm, der Bälle sichern und Tempo aufbauen kann. Wenn die Führung besteht, kann man sich im Verlauf der zweiten Halbzeit mit Spielern wie Michel Aebischer oder Denis Zakaria immer noch defensiver orientieren.
Claudia Carvalho
Gegen Bosnien und Herzegowina war die Einwechslung von Johan Manzambi und Ruben Vargas der Schlüssel zum Erfolg. Für mich müssen beide von Anfang an ran – sie sind technisch stark und würden die Verteidigung Kanadas sicherlich durcheinanderbringen. Ich würde gegen Kanada Noah Okafor von Beginn an eine Chance geben – bei Leeds United hat er sich diese Saison als starke Offensivkraft bewiesen. Die beiden Aussenbahnen wären mit ihm und Dan Ndoye sehr gut besetzt und die alten Hasen Granit Xhaka und Remo Freuler könnten vor dem Strafraum ihre Arbeit erledigen.
In der Verteidigung würde ich auf eine Dreierkette wechseln – Ricardo Rodriguez, Manuel Akanji und Nico Elvedi sind sehr gut eingespielt und haben alles im Griff. Bei der EM 2024 sind wir zwar unglücklich im Penaltyschiessen an England gescheitert – wir traten aber auch damals mit einer Dreierkette auf, die einwandfrei funktionierte.
Niklas Helbling
Die Defensive hat in den ersten beiden Spielen gut funktioniert. Trotzdem würde ich zurück zur Dreierkette gehen, die während der EM 2024 grossen Erfolg gebracht hat. Der Grund ist simpel: Gegen Kanada, das nicht nur den womöglich wieder fitten Davies, sondern auch weitere enorm schnelle Spieler wie Buchanan oder David hat, muss so viel Tempo wie möglich auf den Platz. Ndoye und Aebischer haben die Aussenbahnen vor zwei Jahren hervorragend besetzt.
Offensiv gehört Manzambi nach seiner brillanten Leistung in die Startformation. Was dafür spricht, Ndoye hinter ihm zu bringen: Manzambi geniesst alle Freiheiten, kann ins Zentrum ziehen und dort wirbeln – und so den Flügel für Ndoye freimachen. Ausserdem hätte Davies defensiv dann alle Hände voll zu tun und könnte nach vorne weniger beitragen.
Timo Rizzi
Wäre ich Murat Yakin würde ich fast alles gleich lassen wie beim Auftaktspiel gegen Katar und auf das klassische 4-3-3 setzen. Ich würde nur eine Änderung vornehmen: Silvan Widmer für Denis Zakaria hinten rechts. In der Offensive wird Ruben Vargas wieder in die Startelf befördert und Fabian Rieder nimmt auf der Bank Platz. Die erste Halbzeit gegen Katar funktionierte zu Beginn nicht schlecht.
Johan Manzambi würde ich zu Beginn auf der Bank lassen und je nach Resultat früher oder später reinbringen. Zwar hätte er einen Platz in der Startformation verdient, aber glaube ich, dass seine Stärken als Joker noch besser zum Vorschein kommen. Ähnlich wie bei Deutschlands Deniz Undav. Auch Noah Okafor sollte mal eine Chance bekommen und spätestens zur zweiten Trinkpause eingewechselt werden.
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