Jetzt waren wir lange genug enttäuscht: Diese fünf Schweizer WM-Momente bleiben für immer
Manzambis WM-Stern geht auf
Es war ein schwieriges Spiel für die Schweizer Nati gegen Bosnien-Herzegowina. Nach dem schon fast blamablen Unentschieden gegen Katar standen die Jungs von Trainer Murat Yakin unter Druck. Lange sah es nicht wirklich gut aus für die Schweizer und sie kamen gegen das bosnische Abwehrbollwerk nicht durch.
Erst nach dem Hydration Break der zweiten Hälfte wechselt Yakin den Sieg ein. Mit Johan Manzambi und Ruben Vargas kommen zwei Spieler auf den Platz, welche für den Unterschied sorgen. Drei Minuten nach seiner Einwechslung erzielt Manzambi das 1:0 und Vargas sorgt zehn Minuten später für die Entscheidung. Damit war es aber noch nicht genug und Manzambi konnte noch einen weiteren Treffer bejubeln. Dank des goldenen Händchens von Yakin konnte die Nati den ersten Sieg dieser WM bejubeln und löste ein erstes Mal eine Euphorie aus.
Dieses Spiel kann auch als internationaler Durchbruch von Manzambi gesehen werden. Blieb der 20-Jährige gegen Katar noch unter den Erwartungen, wurde plötzlich nur noch über den jungen Schweizer gesprochen. In diesem Sommer folgt wohl der Wechsel in die Premier League.
Erster WM-Gruppensieg seit 20 Jahren
Im abschliessenden Vorrundenspiel gegen Co-Gastgeber Kanada stand die Schweiz quasi bereits sicher im Sechzehntelfinal und es ging einzig noch um den Gruppensieg.
Mit einem Blitzstart nach der Halbzeitspause legten die Schweizer mit den Treffern von Breel Embolo und Manzambi den Grundstein zum Sieg. Erstmals seit zwanzig Jahren konnte die Nati bei einem grossen Turnier die Gruppenphase auf dem ersten Platz abschliessen. Nun war klar, es geht weiter mit einem Sechzehntelfinal um fünf Uhr morgens.
Eine Nation erwacht in den frühen Morgenstunden
Public Viewing um fünf Uhr morgens? Vor einigen Wochen wohl noch undenkbar, aber die Zeitverschiebung und der WM-Spielplan sorgten dafür. Die Schweiz traf in den frühen Morgenstunden auf Algerien. Für viele Fans gab es eine grosse Frage: Wo soll man dieses Spiel schauen? Für die sonst bei Anspielzeiten verwöhnten europäischen Fans eine ungewohnte Frage.
Während einige Nati-Anhänger früher in das Büro gingen und das Spiel mit den Mitarbeitern verfolgten, füllten sich trotz der frühen Morgenstunden die Public Viewings. Um fünf Uhr morgens versammelte sich die gesamte Fussball-Nation und sah, wie sich die Schweiz souverän gegen die Algerier durchsetzte.
Obwohl die Partie erst um sieben Uhr fertig war, durfte die obligate Feier nach dem Sieg nicht fehlen. Während die einen Fans danach den Nachhauseweg antraten, gingen viele weitere in Richtung Arbeit. Ein spezielles Spiel, welches der Schweiz noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Endlich wieder ein Sieg im Elfmeterschiessen
Penaltyschiessen und die Schweizer Fussball-Nati, alles andere als eine Liebesbeziehung. In der Neuzeit konnte vor dieser Weltmeisterschaft einzig das legendäre Elfmeterschiessen gegen Frankreich an der EM 2021 gewonnen werden. Seither scheiterte die Nati zweimal in einem Viertelfinal der Europameisterschaft vom Punkt aus.
An einer WM gab es für das Schweizer Team 2006 ein letztes Mal ein Elfmeterschiessen und dies endete traumatisch. Nach einem 0:0 über 120 Minuten im Achtelfinal gegen die Ukraine scheiterten alle drei Schweizer vom Punkt aus.
Auch im Achtelfinal gegen Kolumbien gab es keinen Treffer bis zum Ende der Verlängerung. Dieses Mal hatten die Schweizer aber die besseren Nerven und um kurz vor ein Uhr morgens schoss Ruben Vargas die Schweiz erstmals seit 72 Jahren in einen WM-Viertelfinal.
Fünf Minuten träumen
Der Traum von der ersten WM-Halbfinal-Qualifikation der Schweiz lebte. Nicht lange, aber nach dem Ausgleichstreffer von Dan Ndoye gegen Argentinien hat wohl jeder Schweizer für fünf Minuten gedacht: Diese Argentinier besiegen wir jetzt.
Die Realität ist bekanntlich anders, aber zwischen der 67. und 72. Minute war die Schweiz seit Jahrzehnten nicht mehr so nah an einem WM-Halbfinal. Die Herzen wurden zwar um kurz nach fünf Uhr morgens gebrochen, aber diese sind weiterhin gefüllt mit vielen schönen Erinnerungen aus den letzten vier Wochen mit der Schweizer Nationalmannschaft.
