«Auf der gleichen Stufe wie Yamal»: Der 19-jährige Cubarsi ist der stille WM-Held
Keine Minute an dieser WM verpasst, nur ein Gegentor im gesamten Turnier, Weltmeister und der Youngster des Turniers. Spätestens nach dieser WM sollte Pau Cubarsi jedem Fussballfan ein Begriff sein. Der erst 19-jährige Innenverteidiger brillierte bei seinem ersten grossen Turnier mit der Furia Roja.
Messi bleibt gegen Cubarsi blass
Auch im Final liess sich Cubarsi nicht aus der Ruhe bringen und sorgte in der Innenverteidigung zusammen mit dem 32-jährigen Aymeric Laporte dafür, dass die Argentinier bis kurz vor Schluss zu keiner einzigen richtigen Chance kamen. Wie sehr Cubarsi das Zepter im Spiel übernahm, zeigen verschiedene Statistiken. Über die 120 Minuten war der Barça-Verteidiger der Spieler mit den meisten Ballberührungen (139), spielte die meisten Pässe (121), hatte die höchste Passgenauigkeit (96 Prozent), die meisten linienbrechenden Pässe (21) und kein anderer Akteur auf dem Platz hatte so viele erfolgreiche Abwehraktionen (6) wie Cubarsi. Lionel Messi blieb auch wegen Cubarsi über die gesamte Spielzeit gesehen blass.
Zusammen mit seinem gleichaltrigen Teamkollegen Lamine Yamal könnte Cubarsi in den nächsten Jahren eine Ära bei den Spaniern prägen. Barça-Trainer Hansi Flick sagte bereits: «Als Verteidiger steht er für mich auf der gleichen Stufe wie Lamine.» Was direkt auffällt: Die beiden Youngsters, welche sich seit ihrer Kindheit kennen und gemeinsam in der berüchtigten Jugendakademie La Masia waren, könnten von der Art her nicht unterschiedlicher sein.
Macht Interviews nicht gerne auf Spanisch
Während Yamal stets im Mittelpunkt steht und für Schlagzeilen sorgt, hält sich Cubarsi im Hintergrund auf. Ein klassischer stiller Held, welcher kaum auffällt auf dem Platz, aber mindestens so wichtig ist wie die Stars des Teams. Zu Yamal sagt Cubarsi: «Ich bin eher der Typ, der hart pusht, während Lamine sein eigenes Ding macht. Das ist sein Spielstil, wie er gezeigt hat. Es wirkt, als würde er immer noch im Park seiner Nachbarschaft kicken.»
Zwischen den grossen Stars wirkt Cubarsi, welcher mit elf Jahren vom FC Girona in die Jugendakademie von Barcelona wechselte, wie ein stiller Junge. Da Cubarsi in der Nähe von Girona aufwuchs, wurde zu Hause fast nur Katalanisch gesprochen. Bei den Olympischen Spielen vor zwei Jahren, als er bereits am Gewinn der Goldmedaille seinen Anteil hatte, erklärte Cubarsi, dass er ungern Interviews auf Spanisch gibt.
Vergleiche mit Idol Puyol
Was bei Cubarsi besonders auffällt, ist das starke Gesamtpaket. Neben seiner Ruhe am Ball sind sein Stellungsspiel und die taktische Intelligenz mindestens auf Weltklasseniveau, und das noch im Teenageralter. Im WM-Final war er der Spieler, welcher die Gelb-Rote Karte von Enzo Fernandez provozierte.
Bei Barcelona gehört Cubarsi bereits seit zwei Jahren zum Stammpersonal. Der ehemalige Barça-Trainer Xavi, welcher damals Cubarsi in die erste Mannschaft holte, war rasch von der spanischen Zukunftshoffnung begeistert. Nach seinen ersten Einsätzen lobte Xavi: «Dieser Spieler wird eine neue Ära einleiten. Wenn wir mit hohem Pressing unter Druck gesetzt werden, wählt er die beste Option. Und er weiss, wann er Linien überspielen muss. Er bügelt Fehler aus, gewinnt Zweikämpfe und wirkt nicht, als wäre er erst 17 Jahre alt.» Auch unter Hansi Flick gehört der frischgebackene Weltmeister natürlich zum Stammpersonal.
Bereits jetzt wird der Youngster der WM mit seinem Idol Carles Puyol verglichen. In Sachen Weltmeistertitel konnte der 20-fache Nationalspieler bereits mit Puyol gleichziehen.
