«Wurde viel kritisiert»: Für Spaniens Held war das Tor im WM-Final eine Befreiung
Diesen Moment wird Ferran Torres wohl nie mehr vergessen: In der 106. Minute köpft Nico Williams den Ball nach einer Flanke zurück in den freien Raum im Sechzehner, Torres ist als Erster dort und hämmert ihn in die Maschen. Sofort rennt er zur Eckfahne, wo das gesamte Team mit ihm feiert. 20 Minuten später ist Spanien zum zweiten Mal Weltmeister.
Der 26-jährige Torres erklärte nach der Partie: «Es war eine grosse Befreiung. Ich bin eine vielkritisierte Person.» Der Stürmer hatte im Verlauf des Turniers genügend Chancen, ein Tor zu erzielen, doch es wollte ihm schlicht nicht gelingen. Zum Auftakt enttäuschte er beim torlosen Unentschieden gegen Kap Verde. Danach sass er auch wegen der Genesung von Lamine Yamal jeweils auf der Bank. Die Kritik an ihm wuchs, auch er selbst schien an sich zu zweifeln.
Bezeichnend ist eine Szene vom 4:0-Sieg gegen Saudi-Arabien. Nach der enttäuschenden Leistung zum Auftakt beim torlosen Unentschieden gegen Kap Verde sass er dieses Mal auf der Bank. Nach seiner Einwechslung erzielte Torres in der Nachspielzeit das vermeintliche 5:0, das vom VAR aberkannt wurde. Die Kamera fing ihn dabei ein, wie er wiederholt sagte: «Lass es ein Tor sein!» Bei diesem Spielstand schien die Reaktion des Spaniers ungewöhnlich, doch hätte er den Treffer für sein Selbstbewusstsein wohl gut gebrauchen können.
Por esto nunca me verás atacando ni hablando mal de un deportista.
— Mauro Hernández ⚡ (@MauroSports24) June 22, 2026
Y este vídeo de Ferran Torres demuestra que, a veces, una sola frase basta para partirte el corazón.
Se puede escuchar a Ferran decir:
"Por favor, que sea gol".
Y sabiendo todas las críticas que ha recibido… pic.twitter.com/hT0Og6NbY8
Beim FC Barcelona stand er seit seinem Wechsel im Januar 2022 ebenfalls regelmässig in der Kritik. Oftmals nutzte er seine Chancen nicht genügend effizient, immer wieder hatte er längere Durststrecken ohne Tor. Deshalb blieb er meist auch nur Ersatzspieler. In der letzten Saison erzielte er dann in 49 Spielen aber 21 Treffer. Jetzt will Barça ihn unbedingt halten, obwohl PSG grosses Interesse an Torres zeigt. Der weiss also, wie er seine Kritiker verstummen lassen kann.
Und auch bei der WM liess sich Torres nicht unterkriegen. Beim 1:0-Sieg im Achtelfinal gegen Portugal gab er die Vorlage vor dem entscheidenden Treffer von Mikel Merino. Sein einziges eigenes Tor bei der Weltmeisterschaft sparte er sich dann für den wichtigsten Moment auf. Nach dem Treffer signalisierte er mit seinen Händen, dass die Kritiker nur reden sollten.
«Seine Mentalität ist spektakulär», lobte Teamkollege Pedro Porro den Siegtorschützen. Torres arbeite sehr hart und habe sich den Moment verdient. «Es gibt viele Leute, die ungerecht mit ihm umgegangen sind», so der Aussenverteidiger von Tottenham Hotspur, «doch er arbeitet einfach weiter, verbessert sich und nun hat er uns einen WM-Titel geschenkt.»
Torres wollte sich aber nicht als Matchwinner bezeichnen. Stattdessen erklärte der Valencianer: «Es war nicht mein Tor, sondern das von 47 Millionen Menschen. Wir sind weit von unseren Leuten entfernt, aber wir wollten uns ihnen so nahe wie möglich fühlen.»
Spätestens wenn er und seine Mitspieler den Gewinn des WM-Titels in der Heimat feiern, werden sie das definitiv tun.
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