Argentinier schweigen nach WM-Final – Messi und Trainer Scaloni in Tränen aufgelöst
Nach einem aus ihrer Sicht enttäuschenden WM-Final haben die Argentinier das Stadion vor den Toren New Yorks wortlos verlassen. Keiner der Spieler äusserte sich nach der 0:1-Niederlage nach Verlängerung gegen Spanien. Zu tief sass der Schmerz bei Lionel Messi und Co. Noch auf dem Platz konnte unter anderem der Superstar die Tränen nicht mehr zurückhalten.
Lediglich von Verteidiger Nicolas Otamendi ist ein Zitat überliefert, das er jedoch noch auf dem Feld zu Rodri gesagt haben soll. So habe der 38-Jährige seinem einstigen ManCity-Mitspieler gemäss Marca vorgeworfen, sich über die Schiedsrichter beschwert zu haben. «Hör auf, so viel zu quatschen, du Trottel. Du und Aymeric Laporte habt die ganze Woche geheult», soll Otamendi gesagt haben, «so etwas macht man nicht!»
Ni un solo tiro al arco y Otamendi culpando a Rodri, que lloraba entre semana por el árbitro. Que mal perdedores son! 🎥 pic.twitter.com/tWfF8LPF5X
— Ricardo Arce (@ElGatoArceArce) July 20, 2026
Rodri schien überrascht von dem Vorwurf des Argentiniers, der ihm dann erklärte, dass Laporte in einem Interview bemängelt hatte, dass die Schiedsrichter den Argentiniern zu viel durchgehen lassen würden. «Das sollte im Fussball nicht erlaubt sein», sagte Laporte und forderte: «Der Schiedsrichter muss diese Dinge unter Kontrolle behalten. Wir sind eine sehr faire Mannschaft und müssen das auch im Final sein. Aber vieles wird von der Schiedsrichterleistung abhängen.» Die Aussagen gefielen Otamendi offenbar nicht.
Während seine Spieler nach der Partie keine Interviews gaben, kam Trainer Lionel Scaloni nicht darum herum. Der 48-Jährige, der die Argentinier vor vier Jahren noch zum WM-Titel geführt hatte, stellte sich noch auf dem Platz vors Mikrofon. «Ich bin traurig, aber wir haben alles gegeben. Die Spanier waren besser, aber ich werde immer in Erinnerung behalten, was meine Jungs erreicht haben», so Scaloni. Ausserdem erklärte er: «Wir zeigen Grösse im Sieg und müssen das auch in der Niederlage tun.» Bei Mittelfeldspieler Leandro Paredes scheint das aber nicht angekommen zu sein. So ging dieser nach Schlusspfiff auf die Spanier los.
ASÍ SE FUE LIONEL MESSI DEL ESTADIO 🔟🇦🇷
— DSPORTS (@DSports) July 20, 2026
El capitán encabezó la salida de la Selección Argentina del MetLife. #MundialEnDSPORTS#FIFAWorldCup #MundialTotal pic.twitter.com/H1M6c3cLu1
Auf der Pressekonferenz brach Scaloni dann mehrmals in Tränen aus. Dabei hatte er noch versprochen: «Ich habe mir schon in der Kabine die Augen ausgeweint, deshalb werde ich es hier nicht tun.» Doch der Schmerz war einfach zu gross. «Es ist ein grossartiges Team. Ich hoffe, dass künftige Generationen davon beeinflusst werden», sagte Scaloni. Jedoch sei unklar, «ob wir wieder eine so tolle Gruppe zusammenbekommen».
Zu seiner Zukunft wollte er sich vorerst nicht äussern. Vor dem Spiel hatte er angekündigt, nach diesem Jahr eine Pause einlegen zu wollen. Es gab aber zuletzt auch Berichte über eine Vertragsverlängerung bis 2030. «Ich weiss nicht, ob ich die Energie habe, noch einmal so etwas Grosses anzugehen», erklärte Scaloni nach der Finalniederlage. Er bedankte sich beim Verbandspräsidenten für die Chance, «diesen wundervollen Job, von dem viele träumen, ausüben zu dürfen».
¡¡VAMOS, LIONEL QUERIDO!!
— DSPORTS (@DSports) July 19, 2026
Scaloni cerró la conferencia de prensa con lágrimas de emoción. #MundialEnDSPORTS#FIFAWorldCup pic.twitter.com/sZ9yBE2gf4
Dann kamen die Tränen wieder und Scaloni sagte nur noch: «Es tut in meiner Seele weh. Es tut mir leid.» Danach brach er die Pressekonferenz unter dem aufmunternden Applaus der argentinischen Journalisten ab. (nih)
