Embolo wartet weiterhin aufs US-Visum – so schlimm wäre sein Fehlen für die Nati
Noch zittert Breel Embolo um die Teilnahme an der WM. Eigentlich ist er fester Bestandteil der Schweizer Nationalmannschaft, doch aufgrund seiner Verurteilung aus dem April wartet er noch immer auf eine Reisegenehmigung. Er dürfte wohl frühestens am Freitag in die USA reisen, ein Einsatz im letzten Testspiel vor der WM gegen Australien (Samstag, 21 Uhr) scheint immer unwahrscheinlicher. Wie schwerwiegend wäre ein Ausfall des Stürmers?
Top-Torschütze in der WM-Quali
Nati-Trainer Murat Yakin setzte Embolo in allen sechs Spielen der WM-Qualifikation ein. Der 29-Jährige lieferte mit vier Toren als bester Schweizer Torschütze der WM-Quali ab – und schoss sich so in die Liste der besten zehn Nati-Torschützen der Geschichte. Ein historisches Ereignis für Embolo.
Ansonsten fehlten die sicheren Torschützen – gerade im Sturm. Drei weitere Spieler erzielten mehr als ein Tor in der WM-Quali: die Mittelfeldspieler Granit Xhaka und Johan Manzambi sowie Flügelspieler Dan Ndoye. Im Kader für die WM in Nordamerika fungieren mit Zeki Amdouni und Cedric Itten zwei weitere Mittelstürmer. Doch gibt es bei beiden grosse Fragezeichen.
Die fehlenden Alternativen
Amdouni absolvierte in dieser Saison aufgrund eines Kreuzbandrisses nur vier Teileinsätze über insgesamt 69 Minuten für Premier-League-Klub Burnley. Es stellt sich also die Frage, ob er überhaupt fit genug ist für die WM. Itten zeigte bei Fortuna Düsseldorf trotz des Abstiegs zwar gute Leistungen, war mit 16 Toren in 32 Spielen Toptorschütze des Klubs, doch halt eben in der 2. Bundesliga. Reicht das, um die Hauptrolle als Mittelstürmer bei der WM zu übernehmen?
Neben Itten und Amdouni könnte auch Noah Okafor von Leeds United als Mittelstürmer eingesetzt werden. Auf dem Flügel fühlte sich der 26-Jährige auch im Klub zuletzt wohler, weil seine Technik und sein Tempo dort stärker zum Vorschein kommen. Auch Dan Ndoye, Ruben Vargas oder Christian Fassnacht wären eher Notlösungen. Die Kombination mit Ndoye und Vargas an den Flanken von Neuner Embolo hatte sich in der WM-Quali sehr gut eingespielt. Ein Ausfall des Mittelstürmers wäre für Nationaltrainer Murat Yakin eine grosse Herausforderung.
Fehlt auch menschlich
Einerseits gehört Embolo neben Captain Xhaka und Abwehrchef Manuel Akanji zur zentralen Achse und ist ein absoluter Schlüsselspieler der Nationalmannschaft. Doch der Stürmer ist auch menschlich ein wichtiger Faktor bei der Nati, wie Goalie Gregor Kobel bei der ersten Pressekonferenz im Trainingslager in San Diego sagte: «Breel fehlt immer, wenn er nicht da ist. Wir vermissen ihn sehr und hoffen dass er bald da ist.»
Auch Ex-Nationalspieler Blerim Dzemaili betonte die Wichtigkeit von Breel Embolo gegenüber dem Blick: «Er ist der wichtigste Spieler dieser Nationalmannschaft.» Zwar sei Granit Xhaka der wahrscheinlich beste Spieler der Geschichte der Schweizer Nati, doch wenn dieser im Spielfluss gebremst werde, gebe es nur eine Lösung: «Ein langer Ball zu Breel.» Bei dem bulligen Mittelstürmer sei der Ball sicher.
Mit seiner offensiven Präsenz in der Box, seinem Selbstvertrauen und seinem Riecher für Tore ist der 29-Jährige für die Nati mittlerweile unverzichtbar. Ohne ihn würde Murat Yakin die präferierte Option im Sturm fehlen – weshalb auch er zittern dürfte und wohl auf einen möglichst schnellen und vor allem positiven Entscheid der US-Behörden hofft. Denn dann könnte die WM für Embolo einer der grössten Momente seiner Karriere werden.
