Mutter Petra begleitet Luca Jaquez an der WM: «Er lebt seinen Traum»
Als Mutter, die vor Ort an der WM mitfiebert, war die Freude riesig. Dass Trainer Murat Yakin Sohn Luca Jaquez (23) gegen Kanada in die Startformation beorderte. «Ich war natürlich nervös. Aber ich wusste auch, dass Luca seine Leistung bringen würde», sagt die 52-Jährige. Ihr Sohn agierte auf der für ihn ungewohnten Position des rechten Aussenverteidigers. Nach dem 2:1-Sieg erhielt er Bestnoten, auch von dieser Zeitung. Beide Treffer leitete Luca mit langen, präzisen Pässen in die Tiefe ein. Nach dem Spiel schenkte er Petra das Trikot, das er bei seinem ersten Einsatz von Beginn weg trug. Es fliessen Tränen des Glücks.
Schon fünf Tage vor dem Auftaktspiel der Schweiz gegen Katar flog Petra Jaquez in die USA. Luca wird von seinem engsten Umfeld hautnah unterstützt. Auch die drei Jahre ältere Schwester Elena, sein Stiefvater Allende, seine Freundin Anastasia, sein Berater und viele Kollegen drücken vor Ort die Daumen – und bereisen nebenbei die amerikanischen und kanadischen Städte San Francisco, San Diego, Los Angeles und Vancouver, die Spielorte der Schweizer Nati.
Die Natispieler haben wenig Zeit, ihre Liebsten zu treffen. In San Diego verbrachte Luca einen Nachmittag mit seiner Familie, danach lag sogar noch ein gemeinsames Nachtessen drin. Nach jedem Spiel nahm sich Luca Zeit, um im Stadion für Fotos mit der Familie zu posieren.
Petra Jaquez wohnt in der Stadt Luzern und ist Redaktionssekretärin bei der Luzerner Zeitung, die zu CH Media gehört. Seine ersten fussballerischen Schritte machte Sohn Luca beim SC Obergeissenstein, einem Quartierverein. Sein Talent fiel früh auf. Bald wechselte er zum FC Luzern und durchlief dort die gesamte Juniorenabteilung.
Naticoach Murat Yakin setzte gegen Kanada auch deshalb auf Jaquez, weil er pfeilschnell ist und der Gegner über sprintstarke Stürmer verfügt. Schon als Kind rannte Luca seinen Gleichaltrigen nicht nur auf dem Fussballplatz davon, sondern gewann auch Breitensportanlässe wie den Rotseelauf.
Ahnte Mutter Petra, dass sie ihren Sohn eines Tages an eine Fussball-WM begleiten würde? «Mir sagten die Juniorentrainer schon immer, dass es Luca weit bringen könnte. Es macht mich glücklich, dass er seinen Traum leben kann», sagt Petra.
Sie beobachtete, wie fokussiert Luca an seiner Karriere arbeitete, wie achtsam er mit seinem Körper umging und worauf er alles verzichtete, um sich als Profi zu etablieren. Das Bild des verhätschelten jungen Fussballschnösels ist für Petra ein Zerrbild. Luca musste sich durchbeissen.
Happy nach Einwechslung gegen Bosnien
Anfang 2022 gab er mit dem FC Luzern sein Debüt in Basel, brauchte aber etwas Anlaufzeit, um sich als Stammspieler zu etablieren. Seit Anfang 2025 verteidigt er in der Bundesliga für den VfB Stuttgart. Und jetzt die Fussball-WM. Petra erinnert sich, wie sie gemeinsam mit Luca im Garten WM- und EM-Spiele schaute und wie er schon als Kind davon träumte, eines Tages selbst an einem solchen Grossanlass auf dem Rasen zu stehen. «Als er gegen Bosnien eingewechselt wurde, war das für uns schon das Grösste.»
Beim Sechzehntelfinale wird sie die Schweizer Nati wieder im Stadion unterstützen – vielleicht erneut mit Shootingstar Luca in der Startelf. (schweizheute.ch)
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