Sport
Gesellschaft & Politik

Darts-WM: Moderator Gordon Shumway nach Sexismus-Eklat entlassen

Anastasia Dobromyslova unterlag an der Darts-WM im Spiel deutlich gegen Ryan Joyce.
Anastasia Dobromyslova unterlag an der Darts-WM im Spiel deutlich gegen Ryan Joyce.screenshot: übermedien

Nach diesen Kommentaren über Frauen wurde der Darts-Moderator entlassen

Im Internet tobt ein Shitstorm gegen den Sport-Moderator Gordon Shumway. An der Darts-WM äusserte er sich sexistisch über die Teilnahme zweier Frauen am Turnier. Nun trennte sich der Fernsehsender vom Moderator.
19.12.2018, 17:5904.02.2019, 10:01

Was nach Stammkneipen-Gepolter klingt, hat ein Moderator während der Darts-WM tatsächlich so ins Mikrofon gesagt: 

«Ich bin kein Freund von diesem Zirkus, ich weiss nicht, was das soll, zwei Damen bei einem professionellen Darts-Turnier aufzunehmen.»

Noch bis am 1. Januar buhlen derzeit die 96 besten Darts-Spieler der Welt in London um den begehrten Titel – darunter auch die Engländerin Lisa Ashton und die Russin Anastasia Dobromyslova. Erstmals überhaupt wurden zwei der WM-Startplätze für Frauen reserviert. Bereits im Vorfeld sorgte das für Diskussionen. Am Montag tat ein Moderator dann seinen Unmut über die Frauen vor laufender Kamera kund.

Sport1-Moderator Gordon Shumway.
Sport1-Moderator Gordon Shumway.screenshot: Facebook/gordon shumway

Während des Spiels zwischen Anastasia Dobromyslova und Ryan Joyce liess Sport1-Moderator Gordon Shumway immer wieder herabsetzende Kommentare fallen. Er fände es keine gute Idee, dass Frauen zur WM zugelassen seien. «Wenn man den Damen eine Plattform geben möchte, dann kann man das anderwertig tun. Bei Bayern München spielt auch keine Frau mit im Team», sagt Shumway. Später sagte er, Darts sei ein mentales Spiel und Männer würden immer ein Problem haben, gegen Frauen zu spielen.

«Urplötzlich muss er gegen eine Frau spielen. Und seine Kumpels lachen ihn aus.» 

Während es dem Co-Moderator Basti Schwele ab den Sprüchen seines Kollegen immer mulmiger zu werden scheint und er einige Male zu intervenieren versucht, greift Shumway seinerseits immer tiefer in die Sexismus-Kiste. «Gibt es für die Dame ein Mittel, Ryan Joyce zu schlagen?», fragt Co-Moderator Schwele. «Vielleicht die Klamottenwahl», scherzt Shumway.

Nach dem Spiel rechtfertigt sich Shumway und sagt, es tue ihm leid, wenn er sich missverständlich ausgedrückt habe. «Ich habe überhaupt keine sexistischen Äusserungen getätigt. Ich bitte, das nicht falsch zu verstehen», sagte er. Doch für den Moderator gab es nicht mehr viel zu retten – über ihn brach ein gnadenloser Shitstorm herein. 

Am Mittwochabend zog Sport1 die Konsequenzen: Gordon Shumway werde ab sofort nicht mehr als Co-Kommentator und Experte eingesetzt, schrieb das Unternehmen auf Twitter.

(sar/cma)

War da nicht erst kürzlich was? Ah ja: Ein Moderator fragte eine Profi-Fussballerin ob sie twerken könne

Video: srf

Sexismus in den Medien

1 / 11
Sexismus in den Medien
quelle: shutterstock / screenshot blick / bearbeitung watson
Auf Facebook teilenAuf X teilen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Der Topfavorit verliert trotz 16:0-Führung – Raiders überraschen weiterhin
Vor dem Saisonstart war klar: Der Super-Bowl-Titel führt über die Los Angeles Rams. Im dritten Spiel der Saison verliert das Team aus Kalifornien bereits zum zweiten Mal. Besser läuft es derweil für die Las Vegas Raiders und die Cleveland Browns.
Es will noch nicht so richtig für den diesjährigen Topfavoriten Los Angeles Rams. Nachdem der Super-Bowl-Champion aus dem Jahr 2022 bereits zum Saisonauftakt eine Niederlage kassierte, verlieren die Rams auch am dritten Spieltag. Die Partie bei den Denver Broncos startete allerdings optimal für LA. Die Offense rund um Quarterback Matthew Stafford skorte 16 Punkte und die Defense liess gar nichts zu.
Zur Story