Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Swiss national team soccer player Breel Embolo during a training session at the AEK FC Training Center, in Athens, Greece, Tuesday, March 20, 2018. Switzerland will play Greece in Athens on March 23 for a friendly soccer match on preparation for the upcomming 2018 Fifa World Cup in Russia. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Embolo spürt schon jetzt, dass er an der WM 2018 in Russland bereit sein wird. Bild: KEYSTONE

Interview

Breel Embolo: «Ich mache, was ein purer Instinkt-Fussballer eben so macht»

Die Schattenseite verflüchtigt sich, die Zuversicht ist bei Breel Embolo zurück. Nach einem quälend langen Stillstand beim FC Schalke 04 verspürt der 21-jährige Schweizer Auftrieb.

sven schoch, athen / sda



Am Tag vor dem ersten WM-Test gegen Griechenland in Athen spricht Breel Embolo im Interview über positive Rückmeldungen seines Klubtrainers und über das wachsende Vertrauen seiner Mitspieler – und er redet über das erstklassige Klima innerhalb der SFV-Auswahl.

Ihr Captain Stephan Lichtsteiner sagte, dass viele der Nationalspieler derzeit im Klub unter Hochspannung stünden. Sie auch? Tut es gut, mal ein «Timeout» zu beziehen?
Ein Aufgebot für die Schweiz löst positive Gefühle aus. Und natürlich macht es Spass, mit den Jungs Zeit zu verbringen, den Alltag mal für ein paar Tage auszublenden.

Was ist denn so anders als auf Schalke?
Mit dem Verein sind wir mitten im Kampf um die Champions-League-Qualifikation. Hier geht es um ganz andere Ziele. Im Kreis der Nationalmannschaft ist die Konkurrenzsituation eine andere, die Hierarchie ist anders aufgebaut. Wir sprechen vielleicht etwas anders miteinander; man kennt sich seit Jahren, das Team hat zusammen viel erlebt.

Können Sie zur zwischenmenschliche Komponente der SFV-Auswahl etwas konkreter werden?
Auch bei uns verfolgt jeder seine persönlichen Ziele, aber die Hierarchie steht. Jeder kennt seinen Platz, seine Rolle. Wir respektieren uns gegenseitig. Ich beispielsweise habe Anfang Woche lange mit Steph (Lichtsteiner) gesprochen – der Austausch ist auch mit jenen intensiv, die man sonst nicht oft sieht. Es gibt offene Ohren, das ist wichtig.

Umfrage

Wie weit kommt die Nati an der WM in Russland?

  • Abstimmen

6,278

  • Nach der Gruppenphase ist Schluss.21%
  • Es reicht für den Achtelfinal.33%
  • Der Viertelfinal ist möglich.23%
  • Halbfinal ist machbar.4%
  • Finale oh-oh!2%
  • Weltmeister! Wir werden Weltmeister!18%

In knapp drei Monaten steht für Sie das zweite grosse Turnier ihrer Karriere an – was löst die WM in Russland bei Ihnen aus?
Zuerst einmal wünsche ich mir, dass sich nicht wiederholt, was ich vor der EM in Frankreich durchmachen musste. Mir kommen die damaligen Knieprobleme in den Sinn. Lange wusste ich gar nicht, ob ich dabei sein würde, meine Teilnahme war ernsthaft gefährdet. Entsprechend tief waren meine eigenen Erwartungen.

Wie beurteilen Sie ihre jetzige Ausgangslage?
Meine Aufgabe wird eine andere sein, ich bin nach einer langen Reha auf dem Weg nach oben. Das Selbstvertrauen ist zurück, ich habe mit Schalke endlich Tritt gefasst. Ich spüre, dass ich bereit sein werde, im Sommer das Maximum abzurufen.

epa06610973 Schalke's Breel Embolo (R) reacts after a missed opportunity during the German Bundesliga soccer match between VfL Wolfsburg and FC Schalke 04, in Wolfsburg, Germany, 17 March 2018.  EPA/FELIPE TRUEBA (EMBARGO CONDITIONS - ATTENTION: Due to the accreditation guidelines, the DFL only permits the publication and utilisation of up to 15 pictures per match on the internet and in online media during the match.)

Auch auf Schalke hat Embolo seinen Platz im Team mittlerweile gefunden. Bild: EPA/EPA

Sie sind in diesem Frühling quasi zum zweiten Mal in Gelsenkirchen angekommen.
Ja, ich bin nach eineinhalb schwierigen Jahren wieder da. Ich merke, wie mir die Mitspieler mehr und mehr vertrauen, ich bekomme auch in schwierigen Situationen Bälle – so wie früher beim FC Basel. Ich erspiele mir Chancen, ich kann wieder befreit aufspielen, ich erkämpfe mir wichtige Aktionen, ich halte mich zwischen den Linien auf, bin kreativ – ich mache, was ein purer Instinkt-Fussballer eben so macht.

Versteht Sie Domenico Tedesco inzwischen besser? Oder Sie ihn? Er hat Sie im Herbst ziemlich deutlich kritisiert.
Wir hatten im Winter mehrere gute Gespräche. Im letzten Sommer gehörte ich zwar zum Kader, aber ich hatte das Gefühl, trotzdem nicht nahe dran zu sein. Obwohl mir die Ärzte grünes Licht gaben, stand ich lange still. Das frustrierte mich, die fehlende Spielpraxis machte mich hässig, manchmal verstand ich die Welt nicht mehr. Dann kommen halt beidseits Emotionen ins Spiel.

Wo ist Breel «dihei»?

abspielen

Genau, in der Schweizer Nati. Video: YouTube/Ramin Born

In den letzten Wochen forcierte der Coach Sie spürbar.
Ich musste mir sein Vertrauen erkämpfen. Wir verstehen uns immer besser, der Austausch wird intensiver. Ich weiss viel mehr, woran ich bin, was Sache ist. Und eines ist klar: Von diesem Trainer kann ich extrem profitieren, seine Arbeit im taktischen Bereich ist perfekt.

In Ihren weniger guten Phasen auf Schalke wurde immer wieder über die Rekordsumme debattiert, die der Klub für Sie 2016 ausgelegt hatte – stört Sie die Reduktion auf das Preisschild?
Ich kann damit umgehen, weil ich diesen Aspekt weder zu verantworten haben, noch bin ich in der Lage, diese Zahlen zu beeinflussen. Im Fussball dreht sich die Spirale immer schneller. Das kann man durchaus kritisieren, ist aber sicher nicht die Schuld der Spieler.

Switzerland's Breel Embolo falls in front of Poland's Grzegorz Krychowiak during the Euro 2016 round of 16 soccer match between Switzerland and Poland, at the Geoffroy Guichard stadium in Saint-Etienne, France, Saturday, June 25, 2016. (AP Photo/Pavel Golovkin)

Zwei Tore in 21 Nati-Spielen – die Torausbeute von Embolo ist noch steigerungsfähig. Bild: AP/AP

Per Mertesacker prangerte die Entwicklung in einem Interview an und gab zu, manchmal unter dem enormen Druck fast zusammengebrochen zu sein.
Von seinem Interview habe ich gehört. Ich kann mir gut vorstellen, was Per meinte. Druck hat grundsätzlich jeder Mensch. Im Fussball reden einfach viel mehr mit – jeder kann sich ungefragt über mich äussern, jeder kann mich kritisieren, das ist im Preis inbegriffen.

Die mit den kolportierten 22,5 Millionen verlinkten Erwartungen sind für Sie nicht problematisch?
Nein, ich bin da gelandet, wo ich landen wollte. Der FCB hat mich nicht gegen meinen Willen verkauft. Und damit ist das Thema für mich erledigt. Auch ein Spieler, der für 500'000 Euro wechselt, ist enttäuscht und angespannt, wenn er nicht spielt. Das eigene Empfinden hat nichts mit dem Preis zu tun, gar nichts sogar.

Alle Panini-Bilder von Schweizer WM-Teilnehmern

Unvergessene Nati-Geschichten

27 zeitlose Klassiker: Die  schönsten Tore der Schweizer Nati

Link zum Artikel

Die Nati der Vergessenen – 11 Schweizer, deren Karriere ganz anders verlief als erhofft

Link zum Artikel

Wie die Schweiz sich für die Fussball-WM 1998 bewarb – und total blamierte

Link zum Artikel

07.03.2007: Johann Vogel droht Köbi Kuhn, in den Flieger zu steigen, um ihm «eins zu tätschen»

Link zum Artikel

10.09.2008: Luxemburgerli vernaschen? Denkste! – Die Schweizer Nati kassiert die bitterste Niederlage ihrer Geschichte

Link zum Artikel

29.02.2012: Ausgerechnet gegen die Schweiz erzielt Lionel Messi seinen ersten Nati-Hattrick

Link zum Artikel

18.06.1994: Beni Thurnheers fataler Irrtum – es gibt eben doch einen Zweiten wie Bregy

Link zum Artikel

25.03.1998: Bei seinem Debüt führt Gilbert Gress die Nati gegen England fast zum Sieg – dann patzt sein Lieblingsgoalie

Link zum Artikel

13.11.1991: Weil die Schweizer Nati in der «Hölle von Bukarest» auf 0:0 spielt, vergeigt sie die EM-Qualifikation im letzten Moment doch noch

Link zum Artikel

28.03.2001: Alex Frei macht Kubilay Türkyilmaz vergessen und sorgt dafür, dass Andy Egli einfach mal die Klappe halten muss

Link zum Artikel

24.04.1996: Das Ende der kurzen Ära von Nati-Trainer Artur Jorge beginnt ausgerechnet mit einem Sieg

Link zum Artikel

11.07.1966: Die «Nacht von Sheffield», der grösste Skandal der Schweizer Fussballgeschichte

Link zum Artikel

12.10.2012: Ottmar Hitzfeld zeigt dem Schiedsrichter den Stinkefinger und macht sich danach mit faulen Ausflüchten lächerlich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

«Es ist absurd» – der Chef erklärt, was er vom Feminismus hält

Link zum Artikel

Vorsicht, jetzt kommt die Wohnmobil-Rezession!

Link zum Artikel

Du bist ein Schwing-Banause? Wir klären dich rechtzeitig fürs Eidgenössische auf

Link zum Artikel

Zug steckt während 3 Stunden zwischen Grenchen und Biel fest – Passagiere wurden evakuiert

Link zum Artikel

Apples Update-Schlamassel – gefährliche iOS-Lücke steht zurzeit wieder offen

Link zum Artikel

So viel verdient dein Lehrer – der grosse Schweizer Lohnreport 2019

Link zum Artikel

Prügelt Trump die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession?

Link zum Artikel

Schweizer Firmen wollen keine Raucher einstellen – weil sie (angeblich) stinken

Link zum Artikel

Liam und Emma sind die beliebtesten Namen der Schweiz – wie sieht es in deinem Kanton aus?

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Verletzte bei Belgrad-Fanmarsch in Bern ++ Polizei feuert Warnschüsse ab

Gewalt hat am Mittwochabend den Fanmarsch von Serben in Bern überschattet. Vor und nach dem Spiel der BSC Young Boys gegen Roter Stern Belgard kam es in der Innenstadt zu Auseinandersetzungen. Fünf Menschen wurden verletzt. Ein Polizist feuerte mehrere Warnschüsse ab.

Mehrere Hundert Belgrad-Anhänger waren gegen 18 Uhr von der Innenstadt in Richtung Stadion unterwegs. Vor der Lorrainebrücke wurde mindestens eine Personen tätlich angegriffen, wie die Berner Kantonspolizei in der Nacht auf …

Artikel lesen
Link zum Artikel