Die Berner Staudenmann und Moser auf dem Kilchberger gegen die starken Nordostschweizer
60 Schwinger schwingen am Samstag in Kilchberg um den Sieg und den Siegermuni Ultimo. Vor dem wichtigsten Schwingfest des Jahres schauen wir auf die grössten Favoriten und wen man definitiv auf der Rechnung haben sollte.
Der grosse Berner Favorit
Fabian Staudenmann ist bei den Buchmachern und den Experten der ganz grosse Favorit auf den Sieg. Der Berner ist aktuell in berauschender Form und gewann zuletzt gleich fünf Feste hintereinander und stand in diesem Jahr bei drei Bergfesten zuoberst. Zuletzt war der 26-Jährige auch auf der Schwägalp nicht zu schlagen.
Bereits vor fünf Jahren war Staudenmann einer der drei Gewinner und diesen Coup möchte er wiederholen. Die Einteilung erwischt Staudenmann erwartungsgemäss hart: Gleich im ersten Gang trifft er auf den amtierenden Schwingerkönig Armon Orlik. Die beiden begegneten sich in diesem Jahr dreimal im Sägemehl, jedes Mal endete der Gang mit einem Gestellten. Man darf gespannt sein, wie viel Risiko in der absoluten Spitzenpaarung eingegangen wird. Eine Niederlage im ersten Gang wäre sowohl für Staudenmann als auch für Orlik ein früher Dämpfer.
Der amtierende König
Natürlich gehört auch der amtierende Schwingerkönig Armon Orlik in diese Liste. Der Maienfelder verlor in diesem Jahr nur drei Kämpfe – alle beim Berner Kantonalfest. Orlik zog im Wankdorf einen rabenschwarzen Tag ein und wurde sogar von den Nicht-Eidgenossen David Lüthi und David Scheuner auf den Rücken gelegt.
Orlik konnte sich aber rasch rehabilitieren und gehörte beim Brünigschwinget zu den Siegern. Trotzdem scheint er als amtierender König noch nicht ganz befreit auftreten zu können. Vor kurzem machte Orlik in einem Interview öffentlich, dass der Druck als Schwingerkönig völlig anders ist. «Ich brauche wohl professionelle Hilfe. Als Schwingerkönig bin ich in Situationen geraten, die ich so vorher nicht kannte», erklärte der 31-Jährige gegenüber dem Blick. Der Bündner selbst weiss, dass bei ihm alles zusammenpassen muss, damit er um den Sieg mitschwingen kann. Im ersten Gang wartet mit Staudenmann gleich die wohl schwerstmögliche Aufgabe.
Die angeschlagenen ESAF-Schlussgänger
Beim Eidgenössischen im letzten Jahr stand bekanntlich nicht der spätere König Armon Orlik im Schlussgang, sondern seine NOS-Verbandskollegen Werner Schlegel und Samuel Giger.
Zuletzt hatten beide Schwinger mit einer Blessur zu kämpfen. Während Schlegel nach einer starken Saison (Siege unter anderem auf dem Stoos und dem Brünig) das Schwägalp-Schwinget abbrechen musste, hat Samuel Giger wegen einer Schulterverletzung seit Ende Mai kein Fest mehr bestreiten können. Der Gesundheitsstatus macht bei beiden Nordostschweizern Sorgen, aber wenn sie bei 100 Prozent sind, gehören sie zu den ganz heissen Eisen.
Der dritte Titelverteidiger
Vor fünf Jahren gab es beim Kilchberger Schwinget drei Sieger. Neben den bereits genannten Giger und Staudenmann ist Damian Ott der dritte Titelverteidiger. Der Sieg auf dem Kilchberg ist aktuell der grösste Triumph in seiner Karriere.
Auf der Favoritenliste ist Ott zwar nicht zuoberst, aber der Toggenburger ist für jeden Teilnehmer ein mehr als zäher Gegner. Im ersten Gang wartet mit Lukas Bissig der aktuell stärkste Innerschweizer.
Der junge, starke Berner
Neben dem Topfavoriten Staudenmann wird auch Michael Moser ein absolutes Topergebnis zugetraut. Dem 21-Jährigen gelang vor einem Jahr der grosse Durchbruch und seither ist er bei jedem Fest ein Anwärter auf den Sieg.
Für Moser wird es die erste Teilnahme am Kilchberger und seine Form stimmt. In der gesamten Saison verlor Moser erst dreimal und konnte drei Kranzfeste für sich entscheiden. Anders als noch vor einem Jahr beim ESAF in Mollis ist Moser nicht mehr der Herausforderer, sondern gehört zu den Topfavoriten. Kann der Youngster damit auch beim wichtigsten Fest des Jahres liefern?
Die Nordwestschweizer Hoffnungen
Aussenseiterchancen auf den Sieg haben die Nordwestschweizer. Ihre grössten Trümpfe heissen Nick Alpiger und Sinisha Lüscher. Alpiger konnte auf dem Weissenstein in diesem Jahr zum ersten Mal ein Bergfest gewinnen und auch das Nordwestschweizerische entschied er für sich. Lüscher wartet noch auf einen ganz grossen Sieg in seiner Karriere, stand in den letzten zwei Jahren aber bei drei Kantonalfesten zuoberst.
