Audrey Werro erneut mit Schweizer Rekord – auch Angelica Moser gewinnt
Werro befindet sich in bestechender Form. Zum vierten Mal in Folge siegte die 22-jährige Freiburgerin in der Diamond League - etwas, das vor ihr noch nie einer Schweizer Leichtathletin gelang. Nebenbei unterbot sie ihren vor drei Wochen in Stockholm aufgestellten Landesrekord um beinahe zwei Zehntel. Zum Weltrekord von Jarmila Kratochvilova fehlten ihr 52 Hundertstel. Die Bestmarke der Tschechin hat seit 1983 Bestand.
Über die zwei Bahnrunden konnte Werro, die schon zuvor die drittbeste Zeit der Geschichte inne hatte, auch in der französischen Hauptstadt keine das Wasser reichen. Werro lief ein einsames Rennen, zum Duell mit der Niederländerin Femke Broeders-Bol, die als Zweite bereits 1,8 Sekunden einbüsste, kam es nie. Selbstredend bedeuteten die 1:53,80 nicht nur Diamond-League-Rekord, sondern auch Jahresweltbestleistung für Werro.
«Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung. Es war grossartig, aber auch schwierig, da ich am Ende des Rennens allein war. Die Zeit bei der 600-Meter-Marke war etwas zu langsam», sagte Werro, die den Weltrekord im Fokus hatte, gegenüber SRF.
Sieg und Schockmoment für Moser
Mit Stabhochspringerin Angelica Moser stieg eine zweite Schweizerin zuoberst auf das Podest. Die 28-Jährige übersprang als einzige die Marke von 4,77 m und feierte ihren zweiten Sieg in der Diamond League nach jenem vor zwei Jahren in Marrakesch und zwei dritten Plätzen in dieser Saison in Rabat und Rom.
Als ihr Sieg bereits feststand, probierte sich die Zürcherin an einem härteren Stab. Doch bei ihrem ersten Versuch über 4,90 m verlor sie den Halt und prallte mit voller Geschwindigkeit und kopfüber in die Matte. Vorsichtshalber bracht sie den Wettkampf danach ab. Moser beklagte später gegenüber SRF Schmerzen im Fuss und begründete den Zwischenfall mit wechselnden Windverhältnissen, infolge derer sie zu nahe an die Matte kam. Am Montag würden genauere Abklärungen folgen.
Kambundji verzichtet, Bromell schlägt Lyles
Ohne Schweizer Beteiligung gingen die 100 m Hürden der Frauen über die Bühne. Ditaji Kambundji verzichtete kurzfristig und vorsichtshalber auf einen Start, nachdem sie beim Aufwärmen etwas im Oberschenkel gespürt hatte.
Auf der schnellen Bahn im Stade Charléty gab es zahlreiche Jahresweltbestzeiten. Der Kanadier Marco Arop stellte die Konkurrenz über 800 m in 1:41,84 Minuten in den Schatten, die Dominikanerin Marileidy Paulino stellte über 400 m in 48,48 Sekunden ebenfalls eine Weltbestleistung auf, gleich wie das grosse australische Talent Cameron Myers über 1500 m mit 3:28,00. Olympiasieger Noah Lyles musste hingegen eine seltene Niederlage über 100 m hinnehmen. Mit 9,92 Sekunden wurde der Amerikaner um eine Hundertstelsekunde von seinem Landsmann Trayvon Bromell geschlagen. (car/sda)
