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Andy Burnham dankt ManCity-Besitzern trotz Betrugs – das ist der Grund

epa13272399 British Prime Minister Andy Burnham applauds during the final day of the Labour Party Conference in Liverpool, Britain, 30 September 2026. The conference runs from 27 to 30 September at th ...
Premierminister Andy Burnham äusserte seine Unterstützung für die Besitzer Manchester Citys – nachdem diese des Betrugs schuldig gesprochen wurden.Bild: keystone

Der ManCity-Skandal bringt auch den britischen Premier Burnham in die Bredouille

Manchester City hat gegen die Finanzregularien der Premier League verstossen. Zu diesem Schluss ist eine unabhängige Kommission gekommen. Der britische Premierminister Andy Burnham verteidigt die Besitzer aus den Vereinigten Arabischen Emiraten dennoch – und zwar im Interesse seines Landes.
01.10.2026, 16:5701.10.2026, 17:44

Seit zweieinhalb Monaten ist Labour-Politiker Andy Burnham nunmehr Premierminister des Vereinigten Königreichs. Eines seiner grössten Ziele: ein wirtschaftlicher Aufschwung in Grossbritannien.

Ein wichtiger Partner sind dabei die Vereinigten Arabischen Emirate. Schon unter Vorgänger Keir Starmer versuchte Grossbritannien die Beziehungen zu dem Land zu verbessern. Diese hatten unter anderem unter einer von der Tory-Regierung verhinderten Übernahme der Zeitung «Daily Telegraph» und unterschiedlichen Ansichten im Bürgerkrieg im Sudan gelitten.

Burnham pflegt gute Beziehungen zu den Emiraten

Zuletzt näherten sich die Regierungen der beiden Länder einander aber wieder an. Als die Vereinigten Arabischen Emirate während des Kriegs zwischen den USA, Israel und dem Iran durch iranische Raketen und Drohnen bedroht waren, schickte Grossbritannien zur Unterstützung Kampfjets. Die Emirate zeigen gemäss Bloomberg Interesse an britischer Verteidigungstechnologie und eine engere Zusammenarbeit in Sachen KI und erneuerbarer Energie wurden diskutiert. Ausserdem sollen sie in Rechenzentren in Grossbritannien investieren.

Burnham pflegt schon seit längerer Zeit gute Beziehungen zur Herrscherfamilie von Abu Dhabi. Schliesslich war er zwischen 2017 und dem Juli dieses Jahres Bürgermeister von Greater Manchester. Der Fussballklub Manchester City ist in den Händen von Scheich Mansour bin Zayid Al Nahyan, der Bruder des Premierministers der Vereinigten Arabischen Emirate.

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ManCity-Besitzer Scheich Mansour bin Zayid Al Nahyan.Bild: www.imago-images.de

Manchester City wurde nun aber von einer unabhängigen Kommission in 114 Fällen schuldig gesprochen, zwischen 2009 und 2018 gegen die Regeln der Premier League verstossen zu haben. Unter anderem soll die eigene Bilanz durch «ein verschleiertes Finanzierungssystem und Scheinverträge» um beinahe eine Milliarde Pfund aufgehübscht worden sein.

Dem Klub drohen nun schwere Konsequenzen von einer Aberkennung der Titel bis zum Ausschluss aus dem Profifussball. Gleichzeitig könnten die Besitzer durch ein neues Regelwerk vom «Independent Football Regulator» zum Verkauf gezwungen werden. In dieser Phase hat Burnham nun seine Unterstützung für Scheich Mansour bin Zayid und dessen Abu Dhabi United Group, welcher die Mehrheitsanteile von ManCity gehören, geäussert.

«Ich wäre wirklich besorgt, wenn wir sie verlieren würden», sagte Burnham gegenüber der BBC und fügte an: «Sie haben einen enormen Beitrag zum Aufbau von Manchester geleistet.» Die Vereinsbesitzer hätten nicht nur ManCity zu einer globalen Grösse gemacht, sondern auch für Arbeitsplätze rund ums Stadion sowie die Wiederbelebung eines heruntergekommenen Stadtteils gesorgt. Deshalb sagt Burnham: «Ich bin der City Football Group und den Eigentümern wirklich dankbar für das Geld, das sie nicht nur in das Stadion und den umliegenden Campus, sondern auch in die Stadt investiert haben.»

Burnham kritisierte die Premier League schon mal

Als Everton-Fan verbindet Burnham eine eigene Geschichte mit Strafen für einen Verstoss gegen die Finanzregularien. So wurde Everton im Jahr 2023 ein Abzug von zehn Punkten aufgebrummt, der nach einem Einspruch auf sechs Zähler reduziert wurde. Damals kritisierte Burnham die Entscheidungsträger der Premier League scharf und forderte ein unabhängiges Gremium. «Ich fand damals nicht richtig, dass die Premier League Everton für schuldig erklärt hat. Deshalb wäre es gewissermassen falsch, wenn ich sofort voreilige Urteile über einen anderen Klub fälle», findet der Premierminister.

Nun wurde aber eine unabhängige Kommission beauftragt und bestimmt in Form des «Independent Football Regulators» ein unabhängiges Gremium darüber, wer die Anforderungen erfüllt, um die Position als Besitzer eines Fussballklubs in England zu besetzen. Burnham sagt, dass er sich von diesem Prozess fern halten werde und diesbezüglich mit niemandem gesprochen habe. «Es wäre falsch, wenn ich mich einmischen würde», so der Vorsitzende der Labour-Partei.

. 16/09/2026. Liverpool, United Kingdom. UK Prime Minister Andy Burnham with Canadian Prime Minister Mark Carney as they watch the Everton V Wolves football match in Liverpool, United Kingdom. PUBLICA ...
Everton-Fans unter sich: Andy Burnham mit Kanadas Premierminister Mark Carney (l.).Bild: www.imago-images.de

Für seine Anmerkungen kritisierte ihn der Telegraph dennoch scharf. So sei es schwierig, die Äusserung seiner Besorgnis über einen potenziellen Weggang der ManCity-Besitzer nicht als Einmischung zu interpretieren. «Jeder Eindruck, der Premierminister versuche Einfluss auf eine unabhängige Instanz zu nehmen, ist nicht nur schlecht für die Führung des Fussballs – es ist schlicht und einfach schlechte Regierungsführung», heisst es in dem Kommentar.

Es gebe keinen Zweifel, dass die Vereinigten Arabischen Emirate weit oben in der britischen Regierung Einfluss ausüben würden. In Abu Dhabi hätte die Krise von Manchester City schon lange vor dem am Dienstag verkündeten Urteil die Regierungsebene erreicht. Burnham stehe deshalb vor einer schwierigen Entscheidung, befindet der Fussball-Chef der englischen Tageszeitung und fügt an: «Die VAE sind ein wichtiger Partner und Investor für Grossbritannien und die Folgen des Premier-League-Falls könnten tiefgreifend und schmerzhaft sein.»

Das Premier-League-Urteil könnte weitreichende Folgen haben

Noch vor dem Urteil berichtete Bloomberg, dass VAE-Vertreter davor warnen würden, dass ein negatives Ergebnis der Untersuchung die Beziehungen zum Vereinigten Königreich beeinträchtigen könnten. Für Burnham, seine Regierung und die britische Wirtschaft könnte das Vorgehen der Premier League also Folgen haben.

Etwas weniger dramatisch klingt es bei Simon Penney, einem früheren Handelsbeauftragten des Vereinigten Königreichs im Nahen Osten. «Es wird ein heikles Thema sein und es könnte durchaus das Gefühl geben, dass Manchester City gezielt ins Visier genommen wurde», sagte er der Financial Times. Dies könne zwar «zu einigen bilateralen Spannungen führen, aber wenn die Verstösse tatsächlich vorliegen, wird es schwer sein zu behaupten, dass dies politisch motiviert ist».

Manchester City kündigte an, gegen das Urteil der Premier-League-Kommission vorzugehen – ein endgültiges Urteil sowie die Bekanntgabe des Strafmasses ist noch während der laufenden Saison zu erwarten.

Eine weitere Quelle mutmasste gegenüber der Londoner Wirtschaftszeitung, dass die Erkenntnisse der Untersuchung nicht zu einer Verschlechterung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern führen würde. Schliesslich hätten die Besitzer aus den VAE «vermutlich gewusst, was auf sie zukommen würde». Jedoch dürfte es für Ärger sorgen, wenn «eine führende Persönlichkeit aus der britischen Politik dies zum Anlass für einen breiteren Angriff auf die VAE nehmen würde».

Deshalb dürfte sich Premierminister Burnham auch in Zukunft höchstens zurückhaltend zu dem Thema äussern. Aus Sorge, dass er den Beziehungen zu den Herrschern eines wichtigen Partners schaden könnte – und damit der Wirtschaft des Landes, das er seit einigen Monaten regiert.

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