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Olympia 2026: Hintermann ärgert sich nach 1. Training über Selektion

Switzerland's Niels Hintermann at the finish area, during the alpine ski, men's downhill first official training, at the 2026 Winter Olympics, in Bormio, Italy, Wednesday, Feb. 4, 2026. (AP  ...
Niels Hintermann schwingt nach dem ersten Abfahrtstraining in Bormio ab.Bild: keystone

Monney gesetzt, Hintermann sauer – es rumort im Schweizer Team der Abfahrer

Niels Hintermann ist genervt, Swiss-Ski verteidigt sich: Die Selektionen für die Olympia-Abfahrt sorgen für Unruhe im Schweizer Team.
04.02.2026, 15:0504.02.2026, 15:07
Martin Probst, Bormio / ch media

Normalerweise sorgt ein erstes Abfahrtstraining für wenig Aufreger. In Bormio ist das im Vorfeld der Olympischen Spiele anders. Weil es im Schweizer Team rumort. Ausgerechnet, könnte man sagen, schliesslich bilden die Schweizer in der Abfahrt das stärkste Team und stellen mit Marco Odermatt und Franjo von Allmen zwei der Topfavoriten auf Gold.

Odermatt und von Allmen sind auch ziemlich entspannt. Sie betrifft die Unruhe im Team nicht. Odermatt ist gar zu Scherzen aufgelegt: «Die Stimmung hier in Bormio ist sogar noch weniger olympisch als an den Coronaspielen in Peking.» Das liegt daran, dass in Bormio neben den Skirennen der Männer nur noch das Ski Mountaineering ausgetragen wird und es sich für die Athleten somit nicht viel anders anfühlt als im Weltcup.

Niels Hintermann ist angesäuert

Dass in Bormio keine Olympiastimmung herrscht, ist Niels Hintermann ziemlich Wurst. Der Zürcher ist nach dem Training sichtlich genervt: «Ich verstehe die drei Herren (Alpindirektor Hans Flatscher, Männercheftrainer Tom Stauffer und Abfahrtstrainer Reto Nydegger; die Red.) nicht. Das wurde, seit ich dabei bin, nie so gemacht. Das ist für mich unverständlich.»

Hintermann versteht nicht, warum die Führungscrew von Swiss-Ski neben den beiden unumstrittenen Fixstartern Marco Odermatt und Franjo von Allmen auch Alexis Monney für die Abfahrt am Samstag fix nominiert hat. Hintermann duelliert sich nun im zweiten Training am Donnerstag mit Stefan Rogentin um den letzten Startplatz. Die schnellere Zeit entscheidet.

Hintermann stört sich nicht daran, dass eine Qualifikation gefahren wird. «Das bin ich schon oft», sagt er. Ihn stört, dass Monney gesetzt wird, obwohl auch dieser in diesem Winter noch keinen Podestplatz in der Abfahrt vorweisen kann. Hintermann findet darum, es wäre fairer gewesen, die Qualifikation zu dritt für zwei Startplätze zu bestreiten.

Auch Monney überrascht

Monney versteht Hintermanns Ärger, sagt aber auch: «Ich werde jetzt nicht freiwillig die Qualifikation fahren. Mich hat der Entscheid aber selbst überrascht. Ich wäre bereit gewesen, mich zu beweisen.» Auch Rogentin sieht es pragmatisch: «Ich habe in meiner Karriere gelernt, Entscheide zu akzeptieren.» Und er ergänzt: «Ich muss einfach schneller sein als Niels.»

Und was sagt Swiss-Ski? CEO Walter Reusser erklärt am Telefon: «Wir haben uns anhand der Resultate in diesem Winter entschieden, Alexis zu setzen. Auch im Wissen, dass eine Qualifikation mentale Kräfte kostet.»

Monney fuhr in der Abfahrt von Wengen auf Platz fünf. Er weist damit ein besseres Bestresultat als Hintermann (6. in Kitzbühel) und Rogentin (8. in Beaver Creek) aus. Nochmals Reusser: «Ich verstehe den Ärger von Niels. Es zeigt aber auch, dass es um sehr vieles geht. Und das ist ja auch positiv.» (aargauerzeitung.ch)

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