Skibergsteigen ist neu olympisch – so funktioniert diese Sportart
So geht Skibergsteigen
Skitouren verbindet man im Allgemeinen mit Natur und Ruhe. Doch das Freizeitvergnügen kann auch als Wettkampf praktiziert werden.
Wie funktioniert es?
Von den verschiedenen Disziplinen ist die kürzeste und damit telegenste olympisch: der Sprint.
Sechs Athleten starten gemeinsam. Sie absolvieren den ersten Teil eines Anstiegs auf Ski mit Fellen. Dann ziehen sie die Latten aus, schnallen sie an den Rucksack und rennen zu Fuss weiter. Für einen dritten Teil geht's wieder in die Bindung. Kenner weisen auf die Bedeutung der Wechselzone hin: Oft entscheiden sich Rennen dort.
Oben angekommen werden die Felle weggerissen und es geht auf die Abfahrt auf einer ausgeflaggten Strecke. Ein Lauf dauert etwa drei bis dreieinhalb Minuten. Nach einer Qualifikation, in der jeder Athlet einzeln auf die Strecke geht, finden – wie beispielsweise im Skicross oder im Langlauf-Sprint – Halbfinal-Heats statt, ehe es im Final um die Medaillen geht.
Bei Olympia 2026 gibt es je einen Bewerb für Frauen und für Männer. Dazu gibt es eine Mixed-Staffel, bei der je eine Athletin und ein Athlet pro Nation antreten und abwechselnd je zwei Runden bestreiten.
Wann und wo sind die Bewerbe?
Die Einzelbewerbe finden am Donnerstag, 19. Februar statt. Der Final der Frauen ist für 13.55 Uhr vorgesehen, jener der Männer für 14.15 Uhr. Um die Medaillen in der Mixed-Staffel geht es am Samstag, 21. Februar um 13.30 Uhr.
Ausgetragen wird die olympische Premiere des Skibergsteigen – international als Ski Mountaineering oder kurz «Skimo» bekannt – in Bormio.
Wie gut ist die Schweiz?
Sehr gut, es winken Medaillen. Die Schweiz ist gemeinsam mit Frankreich und Spanien eine von nur drei Nationen, die jeweils zwei Frauen und Männer an die Olympischen Spiele schicken darf.
Grösster Trumpf ist Marianne Fatton. Die 30-jährige Neuenburgerin ist 2025 im Sprint Weltmeisterin geworden. Mit ihr tritt Caroline Ulrich an. Bei den Männern schafften Jon Kistler und Arno Lietha für die Schweiz die Qualifikation. Der 22-jährige Zürcher Kistler gewann an der letzten WM die Bronzemedaille. Den letzten Sprint-Weltcup im amerikanischen Solitude gewann im Dezember Kistler vor Lietha.
Die Topfavoriten kommen aus Frankreich. Emily Harrop hat den Sprint-Weltcup in den letzten vier Wintern in Folge gewonnen. Bei den Männern dürfte der Sieg über Thibault Anselmet gehen sowie über den Spanier Oriol Cardona Coll, den amtierenden Weltmeister.
Der Freiburger Rémi Bonnet verzichtet auf einen Start bei den Olympischen Spielen. Der 30-Jährige ist ein Star in der Szene, doch die Disziplin Sprint hat für ihn wenig mit dem ursprünglichen Gedanken von Skitouren zu tun. «Für mich war das eine ziemlich einfache Entscheidung», sagte er gegenüber SRF. Er ist ein Mann für lange Rennen. «Ich bleibe mir lieber treu und mache, was mir Freude bereitet.»
Was alles anders ist
Ski Alpin: Es gibt keinen Team-Event mehr und die Kombination wurde gestrichen. Ersetzt werden diese Wettkämpfe durch eine Team-Kombination bei beiden Geschlechtern.
Langlauf: Die Distanzrennen sind für beide Geschlechter gleich lang. Gelaufen wird über 10 km (Einzelstart), 20 km (Skiathlon), 50 km (Massenstart) und über 4 x 7,5 km (Staffel).
Skispringen: Die Frauen springen neu zusätzlich auch von der Grossschanze. Anstelle des Teamspringens mit vier Athleten bei den Männern findet neu ein Super-Team-Wettbewerb mit zwei Springern statt.
Nordische Kombination: Der Mannschaftswettbewerb mit vier Teilnehmern wird durch einen Teamsprint mit zwei Athleten ersetzt.
Rodeln: Neu erhalten auch die Frauen einen Wettbewerb mit dem Doppelsitzer.
Skeleton: Neu gibt es einen Mixed-Teamwettkampf.
Die bunten Helme der Skeleton-Asse 2022 in Peking
Ski Freestyle, Buckelpiste: Bei Frauen und Männern gibt es zusätzlich einen Dual-Moguls-Wettkampf. Zwei identische Pisten nebeneinander erlauben einen K.o.-Wettkampf.
Mehr Entscheidungen
Insgesamt finden 116 Wettkämpfe in 16 Wintersport-Disziplinen statt (54 bei den Männern, 50 bei den Frauen und 12 in Mixed-Kategorien). Gegenüber den Olympischen Spielen 2022 in Peking werden 2026 sieben Medaillensätze mehr vergeben.
